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Han und Chewie im Goldrausch

24. Februar 2020

Harrison Ford will wirklich noch einmal Indiana Jones spielen. Eine Nachricht, mit der ich immer noch nicht so ganz klarkomme. „Indiana Jones und die blöden Kristallschädel“ war einfach auch kein guter Film, von dem ich eigentlich keine Fortsetzung sehen will. Indiana Jones war der große Held meiner Kindheit (ja, noch mehr als Luke und Han), ich habe die Romane gelesen und mich sehr für Mythologie und Archäologie interessiert. Auch die Legende der Kristallschädel fand ich cool, aber nach „Indy 4“ nicht mehr so sehr. Gerade weil mir Indy aber so viel bedeutet, bin ich vorsichtig skeptisch interessiert daran, wie ein alter Harrison Ford, der 2021 (dann soll „Indy 5“ angeblich in die Kinos kommen) fast 80 Jahre alt sein wird, noch einmal die Peitsche schwingen wird. Man hat ja jetzt schon das Gefühl, der Mann sucht sich eher die Rollen aus, in denen er nicht zu viel machen muss. So hat er es sich auch in seinem neuesten Film neben einem Hund gemütlich gemacht und knurrt selbst ab und zu nur ein wenig. In der Jack-London-Verfilmung „Ruf der Wildnis“ spielt Ford nämlich einen Goldsucher – zusammen mit einem CGI-Hund.

Buck, seines Zeichens riesiger Bernadiner-Mischling, wird aus dem sonnigen Kalifornien entführt und als Schlittenhund am Yukon verkauft – zur Zeit des großen Goldrausches. Im Rudel der Schlittenhunde von Perrault (Omar Sy) und Francoise (Cara Gee) muss Buck seinen Platz erst einmal finden. Später gerät er an egoistische Goldschürfer, die ihm fast das Leben kosten, bevor er auf John Thornton (Harrison Ford) trifft, der sich liebevoll um ihn kümmert.

Ein Kollege trat den Vergleich an, dass Harrison Ford in „Ruf der Wildnis“ eigentlich nur Han Solo spielen würde. Ähnlich wie Han hat Ford hier auch wieder einen Fell bedeckten besten Freund, der knurrt und bellt und den er trotzdem irgendwie verstehen kann. Daher also die Überschrift zu diesem Artikel… falls sich jemand gefragt hat.

Ich bin in „Ruf der Wildnis“ gegangen und habe einen Abenteuer-Film erwartet. Doch schon in den ersten Minuten wurde klar, dass das nicht passieren würde. Dieser Film richtet sich mehr an Familien und will weniger die harte Realität des Jack London widerspiegeln. Buck wird uns anfangs als Ulknudel schlechthin präsentiert, der viel Quatsch macht und für einige Slapstick-Einlagen sorgt. Auch später in seinem Rudel gibt es eher viele alberne Momente. Selbst in seinen unangenehmen Situationen, in denen Buck hart kämpfen muss, bleibt sich der Film von Chris Sanders (Regisseur des ersten „How to train your dragon“-Films) seiner Familienfreundlichkeit treu. Was ja okay ist, nur hatte ich das nicht von diesem Film erwartet.

Erschwerend kommt hinzu, dass Buck einfach komplett computeranimiert ist (wie alle anderen Tiere in diesem Film auch). Warum nicht einen echten Hund nehmen, fragt man sich da? Wenn es ein Film für ein eher erwachseneres Publikum gewesen wäre, hätte man das wohl auch so gemacht. Dank CGI kann man Buck aber sehr viel mehr vermenschlichen, ihn lustige Dinge machen lassen, die zwar auch ein perfekt trainierter Hund hinbekommen würde, der aber dabei nicht so das Gesicht verziehen könnte. Leider kommt auch dazu, dass Buck zwar gut animiert ist, aber man zu jeder Sekunde erkennt, dass er animiert ist. Wenn ich mir dagegen Filme wie die neuen „Planet der Affen“-Filme anschaue, ist dieser Buck einfach nicht gut gemacht… und hat mich regelmäßig aus der Illusion gerissen.

Von den menschlichen Darstellern mochte ich das Gespann Omar Sy und Cara Gee. Die Beiden waren wirklich toll zusammen. Harrison Ford funktioniert aber auch als grummeliger Einsiedler… nur wie gesagt, viel zu tun hat er nicht. Man merkt ihm sein Alter einfach an. Als einsamer Goldschürfer, der sich mit einem großen Hund zusammentut, passt er mir noch… nur frage ich mich da wirklich, wie er das wohl als Indy noch ein letztes Mal schaffen will. Gut, hilft wohl nur abwarten…

„Ruf der Wildnis“ ist nett. Anders kann man es nicht sagen. Alles ist recht familienfreundlich gestaltet. Selbst die etwas düsteren Szenen sind nie wirklich düster düster, wir haben es ja auch immer mit einem CGI-Hund zu tun und nicht mit einem echten. Das werden, glaube ich, auch die jüngeren Zuschauer schnell erkennen. Die Story ist nett, aber mehr auch nicht…

Wertung: 5 von 10 Punkten (wäre vielleicht mit weniger offensichtlichem CGI interessanter gewesen…)

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