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Der rasende Igel

17. Februar 2020

Mit dem blauen Flitze-Igel Sonic verbinde ich mehr als mit Super Mario. Meinen ersten Gameboy bekam ich relativ spät und habe in den Sommerwochen, wenn ich bei meinen Großeltern war, viel auf dem alten Sega Megadrive meines Onkels gezockt. Am liebsten natürlich die Schwindel erregenden Sonic-Spiele. Mit meiner Oma habe ich sogar zusammen im Split-Screen „Sonic 2“ gerockt. Hach… the good old days. Seitdem habe ich mit Sonic nicht mehr wirklich viel am Hut. Als ein Film angekündigt wurde, habe ich nicht viel erwartet. Als der erste Trailer diesen verdammt gruseligen (und auch ein bisschen Schwindel erregenden) humanoiden Igel zeigte, war ich entsetzt und hielt das für den größten Müll und auch Cash Grab aller Zeiten. Immerhin hörten die Macher auf die Fans und modellierten Sonic komplett um – zu einer sehr viel passenderen Version. Jetzt ist „Sonic The Hedgehog“ im Kino… und wider jede Erwartung hatte ich ein unglaublich unterhaltsames Kino-Erlebnis.

Weil er auf seinem eigenen Planeten gejagt wird, muss der blaue Igel Sonic fliehen. Dabei landet er auf der Erde – genauer gesagt im idyllischen und ruhigen Green Hills, Montana. Hier lebt der Igel jahrelang unentdeckt… bis er eines Tages für einen massiven Stromausfall sorgt, der die Regierung auf den Plan ruft. Der fiese Wissenschaftler Dr. Robotnik (Jim Carrey) übernimmt die Untersuchung… und ist mit seinen Robotern Sonic schon bald auf der Spur. Der wendet sich an den Kleinstadt-Cop Tom (James Marsden), der ihm schon sehr bald tapfer zur Seite steht.

„Sonic The Hedgehog“ ist ein reiner Kinderfilm. Das darf man nicht vergessen, wenn man in diesen Film geht. Es ist nicht die Art von Film, die clevere Witze und Anspielungen versteckt, die auch den Erwachsenen etwas zum Schmunzeln gibt. „Sonic“ ist Unterhaltung für Kinder und mit diesem Wissen sollte man diesen Film angehen. Dann bekommt man einen amüsanten und kurzweiligen Film. Klar, die Story ist vorhersehbar ohne Ende, die Charaktere klar aufgeteilt: Robotnik = böse, Tom = gut, Sonic = gut. Zumindest ist so alles, wie auch in den Spielen: Sonic muss Robotnik kaputt hauen. Aber es funktioniert alles trotzdem irgendwie ziemlich gut. Auf einer sehr kindlichen Ebene, auf der man nicht sonderlich viel über Motivationen nachdenken braucht.

James Marsden ist super sympathisch als treuer Helfer, der perfekte Cop, der ohne zu zögern für den kleinen Igel einspringt. Sonic selbst ist ein witziger Charakter, der alberne Witze macht, alles fasziniert und mit kindlicher Neugier bestaunt. Großes Highlight ist der völlig frei von der Rolle drehende Jim Carrey. Man merkt, dass Carrey offensichtlich sehr viel Spaß mit dieser Rolle hatte. Sein Doktor Robotnik ist so albern überdreht, dass er die perfekte Karikatur eines verrückten Wissenschaftlers abliefert.

Die Action in „Sonic“ orientiert sich sehr an den Quicksilver-Szenen aus der neuen X-Men-Reihe. Sonic flitzt so schnell, dass alles andere wie in Zeitlupe erstarrt und er dann allerlei Schabernack anstellen kann. Das geht dann alles in die Richtung von „Tom und Jerry“ oder „Road Runner und Wile E. Coyote“ – es tut zwar alles weh, aber es ist lustig und überdreht, weswegen es nicht so sonderlich weh tun kann. Wie gesagt, alles sehr kinderfreundlich in diesem Film.

Gleichzeitig versucht der Film auch ein bisschen was von den Spielen mit reinzubringen. Die ersten fünf Minuten erinnern an die guten alten „Sonic“-Zeiten mit den Loopings und den wilden Bahnen, über die man rasen musste. Die Ringe, die man sammeln musste, haben auch in diesem Film eine wichtige Bedeutung und Dr. Robotnik mag nach wie vor Roboter. Ansonsten haben sich die Macher hier ihre eigene, einfache Geschichte zusammengeschustert, die ein bisschen Road-Movie und ein bisschen Sci-Fi-Fantasy-Abenteuer ist, aber dabei immer seinen humorvollen Umgang beibehält und sehr daran interessiert ist, einige Fragen für mögliche Fortsetzungen offen zu lassen (ganz im Stile von Marvel gibt es auch eine Mid-Credit- und eine Post-Credit-Scene, die auf ein Sequel hinarbeiten).

„Sonic The Hedgehog“ ist jetzt wahrlich kein Meisterwerk, aber ein unterhaltsamer Filmspaß für die ganze Familie, der kurzweilig und auch schnell wieder vergessen ist. Aber hey, für anderthalb Stunden Eskapismus vollkommen in Ordnung.

Wertung: 7 von 10 Punkten (die Flash- und Quicksilver-Version für Kids)

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