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Random Sunday #23: Der Letzte Wunsch & Das Schwert der Vorsehung

12. Januar 2020

Ich bin jetzt im Hexer-Wahn. Nachdem ich die erste Staffel der „The Witcher“-Serie auf Netflix wirklich mal an einem Tag durchhatte, brauchte ich mehr. Damit durchlebe ich gerade auch ein kleines Déjà-vu: Als ich vor gefühlten Ewigkeiten die erste Staffel von „Game of Thrones“ sah, konnte ich danach nicht anders und musste mir die Bücher besorgen. Innerhalb von einem knappen Jahr hatte ich dann die vorhandenen fünf Romane durch und war gewappnet – für die Serie, aber nicht für das lange Warten auf die letzten beiden Bände, die uns George R.R. Martin immer noch schuldet. Gut, beim Hexer Geralt habe ich das Problem ja zum Glück nicht, immerhin hat Autor Andrzej Spakowksi seine Hexer-Saga erfolgreich beendet… und die fange ich ja jetzt auch endlich an. Bevor es damit aber losging, waren die beiden Kurzgeschichten-Bände „Der Letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“ erst einmal dran.

In beiden Bändern steht Hexer Geralt im Mittelpunkt. Wir erfahren ein bisschen was über sein Leben, wie er zum Beispiel den Beinamen „Schlächter von Blaviken“ bekam (eine Episode, die es auch in die Serie geschafft hat), wie es dazu kam, dass er und die junge Ciri durchs Schicksal mit einander verbunden sind und warum Geralt so an der Zauberin Yennefer hängt.

Die Kurzgeschichten sind ein netter erster Einblick in die Welt des Hexers. Sie sind, das will ich gleich vorab sagen, kein absolutes Muss, um die Hexer-Saga zu lesen, aber sie dienen gut als Einstieg in diese Welt von Monstern, Hexern und Zauberern. Viel über Geralt als Person erfahren wir nicht, das wird nur hier und da mal eingestreut. Anders als in der Serie erfahren wir auch nur sehr, sehr wenig über Yennefer selbst. Auch wenn das nicht besonders aussagekräftig klingt, gelingt es Sapkowski sehr gut, uns diese Charaktere näher zu bringen. Gerade die Liebesgeschichte zwischen Yennefer und Geralt hat unerwartet zarte Momente, die richtig ins Tragische übergehen (zumindest in den Augen eines Softies wie mir). Mich haben diese feinen Momente zwischen den Beiden sehr gut gefallen… das macht Lust auf mehr.

Allgemein erschafft Sapkowksi eine sehr schillernde und interessante Fantasy-Welt, die von zahlreichen Wesen bevölkert wird, die man hier und da natürlich kennt. Damit spielt der Autor tatsächlich auch mehr als einmal. Er verarbeitet sogar mehrmals bekannte Märchen (wie zum Beispiel Dornröschen oder Schneewittchen) auf seine ganz eigene Weise in den Kurzgeschichten und sorgt so für witzige Aha-Momente. Interessant wird die Welt von Geralt aber nicht nur wegen der Wesen, sondern auch wie sie zu einander stehen.

Der Mensch ist auch in dieser Welt das größte Monster, sorgt er doch für das Aussterben und die Ausgrenzung einiger anderer Wesen. Themen wie Rassismus und Diskriminierung greift Spakowski offen auf und baut sie gekonnt in diese Welt ein. Für viele Wesen (besonders die Elfen) sind die Menschen diejenigen, die ihnen den Lebensraum genommen haben, die lange Kriege gegen sie geführt haben. Die ernsten Noten trifft Spakowski sehr gut und macht seine fantastische Welt dadurch greifbarer. Bei all der Magie und all den Monstern gibt es Probleme, die leider „allgemeingültig“ sind… und Spakowksi schreckt nicht davor zurück.

Dennoch sind die Kurzgeschichten jetzt nicht so politisch angehaucht wie zum Beispiel Martins Lied von Eis und Feuer. Aber es schwingt überall auf Geralts Reisen mit (zumal er selbst auch Opfer von Anfeindungen wird – werden Hexer aufgrund ihrer Mutation, die sie erst zu Hexern macht, nicht gerne gesehen).

„Der Letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“ sind ein leicht zu lesender Blick auf die Welt des Hexers. Und wer nach der Serie wirklich Lust bekommen hat, sollte sich wirklich an den Kurzgeschichten versuchen. Mich haben sie für sich eingenommen und ich fange dann jetzt – wie ja auch in meiner Bücherliste für 2020 angekündigt – mit der Hexer-Pentalogie an.

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