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Filmreise Etappe #14: Der aufgehende Stern

6. Dezember 2019

Letztes Jahr war „A Star is born“ von Bradley Cooper mit Bradley Cooper (und natürlich der großartigen Lady Gaga) einer meiner Lieblingsfilme. Ich habe ihn mittlerweile, wie es sich gehört, auch für Zuhause und könnte mir den immer und immer wieder anschauen. Im Rahmen der Filmreise kam ich nun auf die Idee, dieser heißflammenden Liebe mal ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Bradley Coopers Film ist schließlich die dritte Neuverfilmung eines Films aus den 30er Jahren, was perfekt zur Filmreise-Challenge „Zeitreise“ passte. Irgendwas muss ja an diesem alten Film so toll sein, dass er – in sehr regelmäßigen Abschnitten – verarbeitet wird. Also habe ich mir „A Star is born“ von 1937 angeschaut (YouTube sei Dank, gab es den dort doch in sehr guter Qualität).

Das Landei Esther Blodgett (Janet Gaynor) träumt von der großen Karriere in Hollywood. Nichts wäre ihr lieber, als Schauspielerin zu werden. Mit Hilfe ihrer Großmutter macht sie ihren Traum war und zieht in die Stadt der Engel. Leider funktioniert das mit dem Träumen und der Realität selten wirklich gut, weswegen sich Esther lange Zeit nur mühsam über Wasser hält. Über Umwege und glückliche Zufälle lernt sie den gefeierten Norman Maine (Frederic March) kennen. Der verguckt sich in Esther und verhilft ihr zu einem Job…. Und schon beginnt sie kometenhaft aufzusteigen. Versehen mit neuem Namen wird sie bald erfolgreicher als Norman…

Was als erstes auffällt: Es geht im Original nicht ums Singen. Hier lebt noch der Traum von Hollywood. Erst mit den ganzen Remakes wurde das alles etwas umgewandelt. Aber gut, wenn man mal schaut, wer da so die weibliche Hauptrolle spielte wundert das niemanden: Judy Garland war 1954 dran (die muss einfach singen), 1976 durfte dann Barbara Streisand die Rolle übernehmen (und man holt sich nicht die Streisand, damit sie nicht singt) und schließlich 2018 kam Lady Gaga, die auch schön brav singen sollte. Janet Gaynor singt nicht, die will schauspielern.

Aber abgesehen von dieser kleinen Veränderung ist „A Star is born“ von 1937 der gleiche Film wie der von 2018. Die Story verläuft in den gleichen Zügen ab… wer Coopers Version kennt, der wird beim Original nun wirklich keine Überraschungen erleben. Was aber, und das wollen wir an dieser Stelle nicht vergessen, natürlich am großartigen Skript des Originals liegt (das übrigens auch mit dem Oscar damals ausgezeichnet wurde). Der Film ist halt die klassische Story vom amerikanischen Traum: vom Landei zum Filmstar. Alle typischen Klischees sind da – nur eben lange, bevor sie so wirklich Klischees waren. Vermengt wird das Ganze natürlich aber auch mit dem traurigen Gegenbeispiel:

Während Esther die Vorzüge des Starlebens auslebt, muss sich Norman schon mit den Nachwirkungen befassen. „A Star is born“ macht von Anfang an deutlich, dass Hollywood immer zwei Seiten hat und dass der Stern nie für ewig strahlend hell über Hollywood schweben wird. Diese Kontraste zeichnen den Film besonders aus. Er feiert nicht nur die Film-Oase, sondern kritisiert sie eben auch. Wo in einer Szene noch der Traum wahr wird, wird er in der nächsten schon zum Alptraum.

Janet Gaynor passt auch perfekt in die Rolle der Esther. Es klingt jetzt irgendwie fies, aber da es selbst im Film aufgegriffen wird, fällt es mir nicht ganz so schwer, es zu schreiben: Sie ist jetzt nicht die strahlende Schönheit, sie wirkt natürlich, greifbar… oder wie sie im Film sagen: „als wäre sie eine von uns“. Genau so spielt Gaynor das auch: Fasziniert von allem, etwas naiv, aber dennoch stark und motiviert. Das Schöne an der Beziehung zu Frederic March‘ Norman ist, dass er ihr das alle nie neidet. Dennoch zerfällt er auch zusätzlich daran, dass seine Frau später gefragter ist als… und wohin das führt werden alle wissen, die die Cooper-Variante gesehen haben.

Ich muss sagen, dass das Original „A Star is born“ wirklich ein toller Film ist, bei dem man durchaus verstehen kann, dass der so Generationsweise neu aufgelegt wird. Die Geschichte wird auch nicht alt… ich überlege jetzt nur ernsthaft, ob ich den Vervollständigungsfanatiker in mir durchkommen lasse und mir auch noch die anderen beiden Remakes anschaue…

Wertung: 8 von 10 Punkten (die beiden Seiten der Medaille namens Hollywood – perfekt zusammengefasst in einem tollen Film)

4 Kommentare leave one →
  1. 15. Dezember 2019 21:45

    Die Judy Garland Version solltest du auf jeden Fall noch schauen, weil… naja, ist halt mit Judy Garland. 😀

    • donpozuelo permalink*
      16. Dezember 2019 08:06

      Steht auf jeden Fall auf meiner Liste… 👍

  2. 27. Dezember 2019 20:46

    Natürlich schaust du dir die anderen Filme auch noch an, oder?? 😉 (Ich hab noch nicht nachgeschaut, ob du es gemacht hast, aber ich würde wetten)

    • donpozuelo permalink*
      28. Dezember 2019 07:58

      Das kommt definitiv noch. Da kannst du dir sicher sein. Ich meine, ich habe die Godzilla-Reihe bezwungen. Da werde ich die zwei Filme auch noch locker schaffen 😄

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