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Die Heimkehr des Drachenprinzen

27. November 2019

Es gibt nicht wirklich viele Serien, für die ich alles stehen und liegen lasse. Eigentlich bin ich gar nicht so der Typ, der sofort aufspringt und sich einen Tag lang hinter seinem Fernseher versteckt und alles kaputt bingt. Für gewöhnlich warte ich und für gewöhnlich dauert es dann schon ein paar Tage, bis ich alles durchhabe. Doch eine Serie macht da im Moment für mich den Unterschied. Kaum wusste ich, dass die dritte Staffel von „The Dragon Prince“ auf Netflix kommen würde, war klar: Die wird gesuchtet, sofort und ohne Rücksicht auf Verpflichtungen oder sonst irgendwas. Seit der ersten Staffel bin ich ein Fan dieser Serie, die auch einfach nicht aufhört, gut zu sein. Staffel 3 macht da zum Glück keine Ausnahme.

Die dritte Staffel setzt nahtlos an das Finale von Staffel 2 an: Der junge Prinz Ezran kehrt nach Katolis zurück, um den Thron seines Vaters zu besteigen und das Land zu regieren. Nachdem der fiese Lord Viren eingekerkert wurde, ist das nicht sonderlich schwer. Doch Viren steht mittlerweile unter dem Einfluss des mysteriösen Aaravos, der ihm in Form einer komischen Raupe zu großer Macht verhilft. Viren kann Ezran beseitigen und bereitet sich darauf vor, Xadia anzugreifen. Dort sind währenddessen Callum und Rayla immer noch damit beschäftigt, den jungen Drachenprinzen Zym sicher zurück nach Hause zu bringen.

Was an dieser Serie nach wie vor einfach nur großartig ist, ist die Tatsache, dass sie wirklich eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Hier ist kein Platz für Füller-Episoden, hier wird nicht vom Weg abgewichen. Die Macher erzählen diese epische Saga, schmücken an den richtigen Stellen durch clever eingefügte Rückblenden die Historie aus und treiben die Story weiter voran… und, dass muss ich an dieser Stelle noch einmal wiederholen, sie wagen sich an Themen, die man in einer Kinder-Serie vielleicht nicht vermuten würde. Aber sie sprechen sie an und erweisen sich dabei als progressiver als manch andere Serie. „The Dragon Prince“ lebt von seiner Diversität. In dieser Serie werden Frauenrollen groß geschrieben, ohne aber dabei die männlichen Charaktere zu minimieren. In keiner anderen Serie, die ich kenne (die vorsätzlich für Kinder ist), wird so natürlich mit dem Thema Homosexualität umgegangen, wird das Thema Behinderung offen angesprochen, wird auch mit dem Tod auf ernste Art und Weise umgegangen, ohne es in irgendeiner Form herunter zu spielen oder zu beschönigen. Wenn man „Avatar – Der Herr der Elemente“ schon für seine erwachsene Herangehensweise loben musste, dann kann man „The Dragon Prince“ nur die Königskrone in dieser Kategorie aufsetzen.

All das formt sich schlüssig zusammen, fühlt sich nicht etwa gewollt an, sondern absolut natürlich und vermittelt ein Bild einer aufregenden, abwechslungsreichen und spannenden Welt, in der man sich gerne aufhält und die man noch ewig weitererforschen möchte. Vergessen darf man hier auch nicht, wie großartig „The Dragon Prince“ auch in Staffel 3 wieder aussieht. Gerade Xadia, das wir nun endlich besser kennenlernen, ist eine absolute Augenweide und ein Fantasy-Traum für jeden Fan des Genres. Die Landschaften, die Städte, die Drachen, die Bewohner – all das ist einfach nur wundervoll.

Die Charaktere entwickeln sich auf spannende Art und Weise weiter. Callum wird vertrauter mit der Magie, Rayla muss sich ihrer Vergangenheit stellen und Ezran der Gegenwart und der Tatsache, dass er jetzt über Menschenleben entscheiden muss. Aber auch der Schurke, Lord Viren, geht einen spannenden Wandel durch. Das alles kulminiert in einem aufregenden Finale… und wow, einfach nur wow.

Leider stellt sich gerade ein wenig die Frage, wie es um die Zukunft von „The Dragon Prince“ steht. Das Ende von Staffel 3 liefert noch genügend spannenden Stoff für weitere Folgen (könnte aber theoretisch auch als gutes Finale dienen), doch im Moment muss sich Serien-Schöpfer Aaron Ehasz gerade schweren Anschuldigungen stellen… danach haben mehrere Mitarbeiterinnen ihn beschuldigt, ein frauenfeindliches Umfeld zu schaffen. Für jemanden, der so eine offene Welt erschaffen hat, scheint der gute Ehasz wohl nicht ganz danach zu streben. Hoffen wir mal, dass ein dummer Mensch nicht das Ende einer genialen Serie verschuldet.

Wertung: 10 von 10 Punkten (Staffel 3 ist eine perfekte Weiterführung der ersten beiden Staffeln und liefert eine starke Story, großartige Charaktere und eine Welt, in der man sich verlieren möchte)

4 Kommentare leave one →
  1. 29. November 2019 19:12

    Ich habe mir ja überhaupt keine Sorgen gemacht, dass die dritte Staffel auch gut wird. Aber gleich volle Punktzahl von dir? Das ist schon ne Nummer…

    • donpozuelo permalink*
      30. November 2019 00:31

      Musste einfach sein. Es ist wirklich großartig, wie sie alles weiterentwickeln…

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