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Sei Teil der Geschichte!

18. November 2019

Auf Regisseur Andre Ovredal muss ich demnächst ganz besonders aufpassen. Der gute Mann soll nämlich irgendwann in naher Zukunft, „The Long March“ verfilmen. Einen Roman, den Stephen King unter seinem Pseudonym Richard Bachman Ende der 70er Jahre veröffentlichte… und der tatsächlich zu meinen Lieblingsbüchern von King gehört. Ich warte schon lange auf eine Verfilmung (ja, man mag es kaum glauben), aber das Ding könnte wirklich was werden. Zumal Ovredal ein Filmemacher ist, der würdig zu sein scheint. Gut, ich war jetzt nicht sooo überzeugt von seinem von vielen gefeierten „Trollhunter“, aber der Film war ja trotzdem auch in meinen Augen nicht schlecht. Jetzt habe ich mir endlich mal Ovredals neuesten Streich angeschaut… und der hat schon sehr viel mehr „Spaß“ gemacht.

In „Scary Stories To Tell In The Dark“ steigen die Freunde Stella (Zoe Colletti), Chuck (Austin Zajur) und Auggie (Gabriel Rush) an Halloween in das verlassene Haus der Familie Bellows ein. Deren Familie-Geschichte endete tragisch, brachte sich deren Tochter Sarah selbst um. In dem Haus finden die Kids ein Buch mit Geschichten, die Sarah Bellows geschrieben hat… und auf einmal erscheinen neue Geschichten darin. Geschichten über Monster und Stellas Freunde. Geschichten, die sich bewahrheiten… um herauszufinden, warum das alles passiert, müssen sie die wahre Geschichte von Sarah Bellows ergründen.

Der Name Guillermo del Toro steht überall groß auf den Postern zu „Scary Stories To Tell In The Dark. Dabei war er hier nur als Produzent verantwortlich und hat ein wenig an der Story mitgearbeitet. Dennoch ist „Scary Stories…“ tatsächlich mal wieder ein Film, der den del-Toro-Charme in sich trägt. In erster Linie merkt man das an den Monstern. Die sind wirklich verdammt cool, wenn ich das zu einem Monster aus einem Horror-Film mal sagen darf. Die Pale Lady fand ich dabei am besten, weil sie mit ihrem riesigen Gesicht, ihrem breiten Grinsen auf der einen Seite so harmlos erscheint, aber dank Ovredal so gruselig in Szene gesetzt wurde, das sie mir am meisten Angst eingejagt hat. Aber auch die Vogelscheuche Harold ist toll, der Tote, der seinen Zeh sucht und und und… Monster-technisch macht das Spaß.

Inszenatorisch setzt Ovredal auf klassische Jump Scares… und ja, ja, ich weiß, ich bin auch kein Fan davon. Aber in diesem Fall muss ich sagen, dass es ziemlich gut war. Denn auch wenn er sich hauptsächlich auf das große Erschrecken konzentriert, baut der Film eine schön-schaurige Atmosphäre auf. Das Gute daran ist einfach der Episoden-Charakter des Films. So wird ein Monster nie zu lange in Anspruch genommen. Im Endeffekt gucken wir mit „Scary Stories…“ mehrere Kurzfilme, die durch die Sarah-Bellows-Geschichte zusammengehalten werden. Das passt perfekt für die einzelnen Monster, baut aber die Charaktere rund um Stella trotzdem gut auf.

Ich fühlte mich – nicht nur wegen des Halloween-Themas – an Michael Doughertys „Trick ‘r Treat“ zurückerinnert. „Scary Stories…“ tritt in die gleiche Schiene: unterhaltsamer Grusel, der nicht zu fies ist, aber gut erzählt wird. Man muss ja auch dazu sagen, dass der Film auf Geschichten für Jugendliche basiert, die Alvin Schwartz in drei Bändern veröffentlicht hat. Ich will damit den Film jetzt nicht als Kinderfilm verharmlosen, dafür ist er definitiv doch zu gruselig und brutal, aber er nimmt sich nicht so stockernst… und ist einfach schön unterhaltsam.

Ganz ehrlich, bei diesem Film hätte ich nichts dagegen, mehr davon zu sehen… zumal der Film es ja am Ende sogar andeutet. Für mich war das gute Grusel-Unterhaltung mit tollen Monster-Designs und gleich mehreren guten Stories.

Wertung: 8 von 10 Punkten (kann man sich wunderbar bei gruseln)

4 Kommentare leave one →
  1. 25. November 2019 00:39

    Habe ich auf dem Fantasy Filmfest freiwliig drauf verzichtet, einfach weil die Trailer vor fast jedem Film liefen und ich dann keinen Bock mehr hatte. Werde ich sicherlich bei Gelegenheit nachholen.

    • donpozuelo permalink*
      25. November 2019 12:19

      Ist so ein guter Zuhause-Nachhol-Film. Der ist schon sehr unterhaltsam…

  2. 8. Dezember 2019 15:27

    Aaaah sehr ärgerlich, dass ich den verpasst habe. Wollte den im Kino schauen, habe ich aber offenbar verpasst.
    Dass dermaßen mit Guillermo del Torro geworben wird, finde ich aber ganz schön frech. Ich muss sagen … ich bin seit Pacific Rim auch kein so besonders großer del Toro Fan, aber trotzdem wirkt das schon wie eine Ohrfeige gegen andere Drehbuchautoren mit denen nicht so geworben wird und den Regisseur … aber so ist sie wohl, die Industrie …

    • donpozuelo permalink*
      8. Dezember 2019 19:33

      Ist doch leider immer so. Da steht dann fett irgendwo der Name Tarantino… und dann ist er auch nur Produzent oder sonst irgendwas (irgendwann gab’s das mal, da war sein Name fett auf dem Poster, so dass es aussah, als wäre es ein Film von ihm). Ist keine schöne Nummer, aber irgendwie müssen sie ja versuchen zu locken.

      Das ist so das Hollywood-Äquivalent von Clickbait 😀

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