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Hippies und Zombies

11. November 2019

Das Gerede um eine Fortsetzung zu dem Instant-Kult-Film „Zombieland“ von 2009 wollte nie so richtig abbrechen. Erst war nur die Rede von einem Sequel, dann sollte es doch gleich ein ganzes Franchise werden. Irgendwann kam auch die Idee von einer TV-Serie auf – mit einem anderen Cast, bla bla bla. Zehn Jahre lang ging das irgendwie hin und her… in denen ich, wenn ich ganz ehrlich sein soll, ein wenig das Interesse daran verlor. Das klang mir alles zu sehr nach „Wir haben viele tolle Ideen, aber nicht wirklich etwas Konkretes“. Jetzt ist es tatsächlich endlich so weit… und es fühlt sich weiterhin ein wenig nach „Wir hatten viele tolle Ideen, aber konnten uns nicht für eine entscheiden“ an.

Zehn Jahre nach den Ereignissen aus „Zombieland“ sind Columbus (Jesse Eisenberg), Tallahassee (Woody Harrelson), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) immer noch zusammen. Doch es kriselt in der kleinen Zombie-Apokalypse-Familie. Die Beziehung zwischen Columbus und Wichita ist nicht so stabil, wie er dachte… und Little Rock braucht Leute in ihrem Alter, bevor sie unter der überväterlichen Fürsorge von Tallahassee zusammenbricht. Also hauen die beiden Frauen ab… nach einem Monat, Columbus hat mittlerweile die quietschig pinke Madison (Zoey Deutch) „gefunden“, als Wichita auf einmal wieder auftaucht: Little Rock ist mit dem Hippie Berkeley (Avan Jogia) durchgebrannt.

Bevor jemand meine Einleitung zu falsch versteht: „Zombieland 2“ ist gute Unterhaltung. Wenn man den ersten Teil mochte, wird man auch Teil 2 gut finden. Nur ist es halt, wie es ist: In zehn Jahren wird der erste Teil im Kopf so groß und die Erwartungen an einen zweiten Teil noch größer. Die Realität kann da dann oft nicht mithalten… zumal „Zombieland 2“ auch einfach ein paar Probleme hat.

Problem Nummer 1 ist leider die Action. Es fängt alles ziemlich gut an, das schöne Slow-Motion-Intro zu sanften Metallica-Klängen wird wie schon im ersten Teil auch hier ein kleines, erste Highlight. Aber irgendwann hört es mit cooler Zombie-Action leider auch auf. Es gibt zur Mitte des Films noch mal eine nette, kleine Szene, aber das war’s. Gegen das Vergnügungspark-Finale im ersten Teil stinkt das Ende von „Zombieland 2“ aber gewaltig ab. Was zu dem auch noch schade ist: Regisseur Ruben Fleischer hat witzige Ideen, was die Zombies angeht, belässt es aber letztendlich nur bei einem Gag in dieser Richtung – ohne das das Potenzial dieser „Entwicklung“ weiter ausgenutzt wird.

Problem Nummer 2 liegt für mich in den Neuzugängen. Fangen wir mal mit Zoey Deutch an. Ufff… die war mir persönlich echt einfach zu anstrengend. Nichts gegen Deutch selbst, sie spielt das super. Sie liefert den perfekten Kontrast zu der sarkastischen Emma Stone. Nur irgendwann ging mir das Haare drehen, das allgemeine Dumm-Sein, das Kaugummi-Kauen und was nicht noch alles, tierisch auf den Keks. Gleiches gilt für einen Gag, der schon im Trailer verballert wurde und selbst da für mich nicht zog: Mit Luke Wilson und Thomas Middleditch tauchen zwei „Doppelgänger“ auf… was irgendwie lustig für zwei Sekunden war, aber sich dann doch zu sehr in die Länge zog.

Problem Nummer 3: Die Hauptgruppe wird auseinander gerissen. Man hat so ein bisschen das Gefühl, dass Abigail Breslin gar nicht mehr im Film sein wollte, weil sie gefühlt nur zehn Minuten drin vorkommt. Emma Stone glänzt auch mehr durch Abwesenheit, zeigt aber in den Momenten, wenn sie da ist, warum sie so wichtig ist. Ihre lakonische Wichita ist einfach super und räumt in diesem Boy’s Club ziemlich gut auf. Dennoch fehlt ihre Präsenz im Film… Eisenberg und Harrelson dürfen dafür ein bisschen mehr abliefern, was sie auch machen. Die Beiden haben eine gute Chemie… auch, wenn Harrelson nicht ganz so cool ist wie im ersten Teil. Ich hatte das Gefühl, er war jetzt einfach nur noch für die Oneliner verantwortlich.

Wie gesagt, ganz rund fand ich „Zombieland 2“ jetzt nicht. Da waren einige interessante Ansätze, die aber nie so wirklich Früchte trugen. Es ist trotzdem ein unterhaltsamer Film, der ein paar gute Lacher hervorbringt… das lange Warten hat sich in meinen Augen aber dennoch nicht sooo gelohnt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Hauptsache, sie kommen nicht in zehn Jahren mit „Zombieland 3“ daher)

8 Kommentare leave one →
  1. 11. November 2019 09:37

    Die Serie gab es sogar. Bzw. eine Episode. Produziert von Amazon, wenn ich mich nicht irre. War halt zu Grütze, um länger zu gehen. Und dem Trailer zu diesem Film nach zu urteilen, hätte es den auch echt nicht gebraucht. Ich habe nämlich eher das Gefühl, dass man eigentlich keine Ideen hatte, aber unbedingt noch ein bisschen Geld mit der Reihe machen wollte.

    • donpozuelo permalink*
      11. November 2019 14:15

      Ach echt? Na Mensch… wahrscheinlich waren die Sachen aus der Pilotfolge jetzt einfach das, was sie Teil 2 nennen. Ideen sind da schon ein paar… aber alle eher unausgereift. Und ja, absolut… hier wollte jemand leicht und schnell Geld machen. Mehr ist das leider nicht.

  2. 11. November 2019 23:13

    Ich mochte Madison tatsächlich gerne, eben weil sie so dumm naiv dargestellt wurde. Wollte sie eigentlich nur knuddeln und adoptieren 😀

    • donpozuelo permalink*
      12. November 2019 07:52

      Adoptiert hätte ich sie auch… in der Hinsicht war sie genau richtig. 😅 Genervt hat sie mich trotzdem

  3. 19. November 2019 17:41

    Uii, klingt jetzt aber eher nicht so begeistert. Ich werde aber wohl dennoch ins Kino gehen…

    • donpozuelo permalink*
      19. November 2019 20:43

      Begeistert war ich wirklich nicht, aber er ist auch nicht sooo schlecht. Man kann den Film gut gucken… nur nach so vielen Jahren hätte es schon mehr sein können 😉

  4. 25. November 2019 00:41

    Ich glaube niemand will Abigail Breslin wirklich im Film haben :))
    Muss ich die Woche endlich nachholen.

    • donpozuelo permalink*
      25. November 2019 12:19

      Ich glaube, nicht einmal Abigail Breslin wollte sich in diesem Film haben 🤣

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