Zum Inhalt springen

Filmreise Etappe #9: Frauen und Koffer

1. November 2019

Ich habe es ja schon mal erwähnt (irgendwann mal), dass Gillian Anderson mein erster großer Celebrity Crush gewesen ist. Heute, mit Weltreise-Etappe Nummer 9, kommen wir zu meinem zweiten Celebrity Crush: Penelope Cruz. Angefangen hat das zuerst mit einem meiner absoluten Lieblingsfilme „Vanilla Sky“… und ging dann über zu „Vicky Cristina Barcelona“. Doch danach hört es ehrlich gesagt bei Filmen mit ihr für mich schon fast wieder auf. „Zoolander 2“ und „Fluch der Karibik 4“ zähle ich irgendwie nicht mit… Deswegen war es jetzt mal an der Reihe einen Film zu schauen, den ich schon seit Ewigkeiten bei mir im Regal zu stehen hatte: „Zerrissene Umarmungen“ von Pedro Almodóvar.

Der blinde Drehbuchautor Harry Caine (Lluis Homar) wird durch den Tod des Millionärs Ernesto Martel (José Luis Gómez) an sein früheres Leben erinnert… damals als er noch sehen konnte, als er noch der Regisseur Mateo Blanco war und seine erste Komödie „Frauen und Koffer“ drehen wollte. Damals als er sich unsterblich in seine schöne Hauptdarstellerin verliebte, Lena (Penelope Cruz). Problematisch wird diese Liebe vor allem deshalb, weil Lena eigentlich mit Martel liiert ist, der nicht nur Produzent des Films, sondern auch krankhaft eifersüchtig ist.

Okay, okay… keine Sorge. Ich werde jetzt nicht zum Cruz-Fanboy und diese gesamte Kritik nur auf sie beziehen. Aber sie ist schon der Hammer. Natürlich ist sie eine wunderschöne Frau, die – wie im Film ja auch erwähnt wird – wirklich ein bisschen was von Audrey Hepburn hat. Aber Senora Cruz sieht eben nicht nur hübsch aus, sondern kann auch toll schauspielern. Und so ehrt sie Almodóvar mit einer tollen Performance irgendwo zwischen femme fatale und Damsel in Not. Ich mochte ihre Lena wirklich sehr, weil man sie eben nicht so wirklich einordnen konnte. Ihre Lena tut fürs Überleben alles – und Almodóvar braucht nicht viele Worte oder gar Szenen, um uns zu zeigen, was das beinhaltet. Es reichen kurze Augenblicke und es ist alles gesagt. Dennoch ist allein schon Lena sehr faszinierend, weil sie eben den Männern den Kopf verdreht… aber ohne, dass sie das kaltblütig macht. Martel ist für sie ein Mittel zum Zweck, Blanco die Liebe – und wie sie sich da raus windet, ist spannend zu sehen.

Jetzt habe ich schauspieltechnisch natürlich nur von Cruz geschwärmt, aber selbstverständlich ist auch Lluis Homar, der Mann, um den es hier geht, auch wunderbar.

Zumal wir das Ganze eben von Harry Caine in Rückblenden erzählt bekommen. Da baut sich „Zerrissene Umarmungen“ wie eine Mischung aus film noir, Komödie, Romanze und Melodram auf. Ein Mix, der nicht immer so gut greift – gerade die ganze Geschichte mit Martels schwulem Sohn wird nie so richtig ausgebaut. Eigentlich dient das Ganze nur dazu, um die Erinnerungen von Blanco anzustoßen, damit der dann diese Geschichte erzählt. Aber das ist nur ein kleiner Punkt, den man übersehen kann, da der Rest einfach gut erzählt ist und mit starken Darstellern besetzt ist.

Es ist für mich irgendwie schwer in Worte zu fassen, aber „Zerrissene Umarmungen“ hat mich von Anfang an gepackt. Das jetzt nicht nur wegen Penelope Cruz… in diesem Film schwingt so eine Lockerheit mit, mit der Almodóvar scheinbar mühelos dramatische Momente mit komischen verbindet und uns dann auf eine kleine Krimi-Reise führt, was denn nun passiert ist, das Harry Caine erblindet. Das ist tatsächlich das, was einen am Ende am meisten antreibt, was man am Ende unbedingt erfahren will. Das all das mit Lena und Martel zusammenhängt, ist klar. Doch die Suche nach dem „Warum“ inszeniert Almodóvar spannend.

„Zerrissene Umarmungen“ hat alles für einen aufregenden Film-Abend. Es ist ein Krimi, es ist ein Liebesfilm – es ist aber auch ein Film über das Filme-Machen. Rund um gute Unterhaltung also…

Wertung: 8 von 10 Punkten (Spanien hätten wir nun also auch abgedeckt – mit einem tollen Film)

4 Kommentare leave one →
  1. 1. November 2019 07:07

    Almodovarfime fand ich bisher immer schwierig. Allerdings kenne ich nur zwei: Volver und Julieta. Beide waren ok, konnten mich aber letztendlich nicht überzeugen

    • donpozuelo permalink*
      1. November 2019 09:02

      Das war jetzt mein dritter Almodovar. Krass fand ich auch „Die Haut, in der ich wohne“…

      Der hier ist echt sehr schön. Lockerleichtes Unterhaltungsprogramm. 😁

  2. 10. November 2019 11:37

    Almodóvar mag Ms. Cruz ja anscheinend genauso so sehr wie du, taucht sie doch in einigen seiner Filme auf.

    • donpozuelo permalink*
      10. November 2019 12:44

      Der gute Mann hat halt Geschmack 🤣

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: