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I’ll be back, die Sechste

30. Oktober 2019

Die alten Action-Opas können es einfach nicht lassen. Stallone ist mittlerweile 73, was ihn aber nicht davon abhält, noch einmal Messer wetzenden in „Rambo 5“ durch die Gegend zu rennen. Schwarzenegger ist 72 Jahre alt und ist auch immer noch fröhlich dabei, seine alten, alten Charaktere am Leben zu erhalten. Ich hoffe ja immer noch sehr auf einen alten Conan, der uns irgendwann mal versprochen wurde. Bis dahin begnüge ich mich damit, dass Arnie nun schon zum fünften Mal den T-800 spielt (wir erinnern uns, dass es in „Terminator 4“ ja nur eine billige Arnie-CGI-Puppe war, die da mal kurz Richtung Kamera stapfte). Doch wie nötig haben wir noch einen „Terminator 6“? Die einfache Antwort: Nicht wirklich, aber es macht erstaunlicherweise trotzdem Spaß.

27 Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) die Apokalypse aufhielt und die unheimliche Zukunft, die von den Maschinen Skynets kontrolliert wurde, zunichte machte. Doch wie wir schnell lernen meint es das Schicksal einfach nicht gut mit der Menschheit. Denn nur weil es Skynet nicht mehr gibt, wird die Zukunft nicht automatisch besser. Eine andere künstliche Intelligenz nimmt Skynets Platz ein und das ganze Spiel beginnt von vorne. Dieses Mal kommt die künstlich verbesserte Supersoldatin Grace (Mackenzie Davis) aus der Zukunft zurück, um die junge Dani (Natalia Reyes) zu beschützen. Die wird nämlich von einer neuer Art Terminator gejagt, dem Rev-9 (Gabriel Luna). Unerwartete Hilfe bekommen die Beiden dann erst von einer Sarah Connor und später von einem alt und menschlich gewordenen Terminator (Arnold Schwarzenegger).

Tja… „Terminator 6“ fängt erst einmal damit an, dem Ende von „Terminator 2“ in den Hinter zu treten, bevor es dann so richtig losgeht. Alle Erklärungen, die uns dieser Film liefert, sind wieder furchtbar an den Haaren herbei gezogener Zeitreise-Quatsch, der so überhaupt keinen Sinn macht, je länger man drüber nachdenkt. Was man definitiv nicht tun sollte… sonst grübelt man einfach über zu viele Dinge nach, die wirklich verdammt unlogisch sind… wenn man sich aber drauf einlässt, mag man der ganzen „Terminator: Dark Fate“-Story eine gewisse Logik anerkennen. Nur halt nicht zu viel. Es ist halt Zeitreise-Zeug, das wird nie immer zu hundert Prozent Sinn machen, aber was soll’s…

Zum Glück lässt uns „Deadpool“-Regisseur Tim Miller auch nicht zu viel Zeit zum Nachdenken, sondern ballert uns von Anfang an ordentlich mit Action-Sequenzen zu. Die machen alle eigentlich auch ziemlich viel Spaß, wenn man hier und da mal davon absieht, dass das CGI furchtbar wirkt. Also dass das heutzutage, im Jahr 2019, so durchgehen konnte, ist bei einem Film mit diesem Budget fast unglaublich. Gabriel Luna sieht einmal zu oft aus, als hätte da noch eine Bearbeitungsphase gefehlt. Aber zum Glück bewegt er sich dann wieder so schnell, dass das alles in einem wilden Rauschen untergeht.

Wie gesagt, die Action macht Spaß… und ich muss sagen, gerade auch Mackenzie Davis ist als Supersoldatin Grace ein ziemlich cooler Neuzugang zu diesem Franchise. Sie ist hart und taff, kann auch mal den ein oder anderen Spruch springen lassen und schenkt dem Terminator in diesem Film wirklich nichts. Davis rockt ihren Auftritt hier ziemlich souverän. Ihre Actioneinlagen sind super. Da hat Tim Miller mal alles richtig gemacht. Gabriel Luna redet mir als Terminator fast schon ein bisschen zu viel (:D) und leider kommt sein Rev-9 auch nicht wirklich an Robert Patricks T-1000 heran, aber das Konzept, das hinter dem Rev-9 steckt (der quasi so eine moderne Mischung aus T-800 und T-1000 ist) finde ich ziemlich abgefahren. Natalia Reyes ist halt irgendwie da und muss beschützt werden… mehr kann man zu ihr leider nicht wirklich sagen.

Das Highlight des Films ist eindeutig Linda Hamilton, die auch mit 63 Jahren noch verdammt badass ist. Sie ist knurrig, sie ist grimmig, sie ist bestens vorbereitet auf die Jagd nach fiesen Killer-Robotern. Gemeinsam mit Mackenzie Davis gibt sie ein ziemlich cooles Team ab. Ich sage das so, weil ihre Zeit mit Arnie in diesem Film nicht sooo lang ist.

Was sie mit Arnies T-800 machen, könnte bei einigen Fans sicherlich sauer aufstoßen. Ich muss gestehen, ich habe sehr darüber gelacht. Es ist so komplett gegen den Charakter des T-800, aber einfach mal witzig und was anderes. Arnie darf natürlich auch kloppen und ballern, was er gekonnt macht.

„Terminator 6: Dark Fate“ erfindet jetzt das Rad nicht neu. Es gibt viel Kawumm, er ist ein bisschen dumm, aber er macht Spaß. Man darf jetzt nicht mit der Erwartung reingehen, dass er das Terminator-Meisterwerk wird, auf das wir seit „Terminator 2“ warten (tun wir das???), aber er ist unterhaltsam, er spielt mit der Nostalgie und er hat gute Action. „Terminator 6“ ist ein verspäteter guter Sommer-Blockbuster. Punkt! Mehr muss ich jetzt aber von Robotern aus der Zukunft nicht sehen…

Wertung: 8 von 10 Punkten (Arnie und Linda sind wieder im Kampf vereint… und das macht doch ne Menge Spaß)

3 Kommentare leave one →
  1. 16. November 2019 19:33

    Als ich den Trailer gesehen habe inklusive des eigentlich recht bekannten Prinzips aus guter T reist zurück, beschützt irgendeinen Heilsbringer für einem bösen T (oder in dem fall Rev), hatte ich eigentlich gar keinen Bock. Aber inzwischen machen mir die Besprechungen schon Lust auf den Film … hmmmm

    • donpozuelo permalink*
      17. November 2019 08:55

      Tja, leider wird der Film ja doch eher ein riesiger Flop. Aber ich mochte ihn. Die Action war super, alles mit Arnie und Linda ist toll und Mackenzie Davis ist ordentlich bad ass 😁

Trackbacks

  1. Steam-Junkies | Going To The Movies

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