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Die Dark Phoenix Fee

21. Oktober 2019

Eigentlich habe ich ja Disney-Realverfilmungen komplett abgeschworen. Vor allem, wenn sie wirklich nur 1:1 den Zeichentrickfilm nehmen und ihn „real“ verfilmen. Dabei muss man sich ja dann auch schon fragen, inwieweit Filme wie „Jungle Book“ oder zuletzt „Der König der Löwen“ Realverfilmungen sind, wenn es doch auch nur Animationen sind, die wir auf der Leinwand zu sehen bekommen. Aber wie gesagt, wenn sie wirklich nur stupide die alten Klassiker übernehmen, dann muss ich mir das echt nicht anschauen. Einen Film, den ich dann doch mochte, gab es lange vor dieser neuen Regelung meinerseits. 2014 wurde mit „Maleficent“ die Dornröschen-Geschichte aus der Sicht der bösen Hexe verfilmt… und ich muss gestehen, ich mochte den Film. Es war jetzt kein Meisterwerk, aber ich wurde gut unterhalten und es war wenigstens mal ein anderer Ansatz. Von daher war ich  schon ein bisschen  neugierig auf „Maleficent 2: Mächte des Wahnsinns“… ein Film, bei dem der alte Disney-Fluch der Fortsetzungen leider dann doch ziemlich schnell zupackt.

Prinzessin Aurora (Elle Fanning) ist mittlerweile die Königin der Moore und herrscht über die Fabelwesen. Ihre Ziehmutter Maleficent (Angelina Jolie) ist die Beschützerin dieses Reiches… und nach wie vor gegen die Menschen, die sie trotz ihrer Heldentat im ersten Teil nach wie vor verteufeln. Als nun Aurora ihre Verlobung mit dem jungen Prinz Phillip (Harris Dickinson) verkündet, ist ihre gute Fee dagegen… lässt sich aber dennoch drauf ein, seine Eltern zu treffen. Dabei treffen sie dann auch die hinterhältige Königin Ingrith (Michelle Pfeiffer), die jedoch einen Plan schmiedet, um Maleficent aus dem Weg zu räumen und das Land der Feen für sich zu beanspruchen. So kommt es schon bald zum Krieg.

Ja, ihr habt richtig gelesen. „Maleficent 2“ ist tatsächlich ein kleiner Kriegsfilm geworden. Die letzte halbe Stunde werden wir mit rotem Pulver-Staub und fliegenden Feen zugeballert, ohne das man noch so richtig nachvollziehen kann, was hier eigentlich passiert. Aber ich greife vorweg…

„Maleficent 2“ versucht alles größer und besser zu machen, dabei bleibt der Film von Regisseur Joachim Ronning doch sehr viel kleiner. Die Welt, die der erste Teil aufgebaut hat, wird nicht wirklich erweitert. Wir erleben zwar ein neues Königreich, aber nicht wirklich mehr von der Feenwelt. Die hätte ich dann, ehrlich gesagt, viel lieber erkundet. Neue Wesen, mehr Magie hätten der ganzen Geschichte vielleicht mehr Saft gegeben als diese Kriegsthematik… zumal das Blöde daran ist, dass Königin Ingriths Ambitionen nie wirklich erklärt werden. Sie ist halt einfach böse, weil man jemand Bösen brauchte. Aber das reicht leider in keinster Weise aus… da der Film auch ständig alles um sie herum verheimlicht oder nur leichte Andeutungen macht. Da hat sie dann auf einmal eine riesige versteckte Waffen-Schmiede unter ihrem Schloss… und man fragt sich nach wie vor einfach nur: „Wieso?“

Gleichzeitig möchte der Film die Geschichte von Maleficent ausbauen, was leider auch sehr halbherzig gemacht wird. Auf einmal ist sie nicht nur eine Fee, sondern sie gehört einem Volk von Dunkel-Feen an. Damit sie aber dennoch was Besonderes bleibt, wird sie zum letzten Abkömmling des Phönix gemacht. Halt einfach so… wieso und warum ist für uns nicht relevant. Es ist am Ende nur wichtig, um einen vermeintlich dramatischen Moment auflösen zu können. Problem ist nur, dass dieser dramatische Moment all seine Dramatik verliert, weil er einfach langweilig aufgebaut wird und absolut vorhersehbar ist.

Michelle Pfeiffer als Königin Ingrith versucht verzweifelt die Lücken in ihrer Figur durch ihre Präsenz auszugleichen. Was Pfeiffer gut gelingt. Auch wenn ihr Charaktere so blass bleibt wie Maleficent, sieht man ihr doch gerne beim Böse-Sein zu. Angelina Jolie quält sich auch arg mit dem Skript und ist eigentlich nur zum Knurren verdonnert. Am schlimmsten trifft es jedoch Elle Fanning, die in ihrer eigenen Story zum Nebencharakter… eine nette kleine „damsel in distress“, die von Mama gerettet werden muss und dabei nur niedlich in ihren Kleidern aussehen darf.

„Maleficent 2“ ist einfach ziemlich langweilig. Man wird mit CGI zugeballert (was dann noch  nicht einmal wirklich gut aussieht), man bekommt eine Story, die löchrig ist wie ein Schweizer Käse und Charaktere, die einfach schlecht geschrieben sind. Der Disney-Fluch der Fortsetzungen halt…

Wertung: 3 von 10 Punkten (öde und auch leider lieblose Fortsetzung…)

2 Kommentare leave one →
  1. 26. Oktober 2019 14:52

    Den ersten Teil habe ich inzwischen auch schon wieder vollständig vergessen. War nett, aber auch ziemlich banal. Dein Urteil zum zweiten legt ja nahe, dass ich mit meiner Entscheidung, den irgendwann mal auf Netflix zu schauen, richtig liege…

    • donpozuelo permalink*
      26. Oktober 2019 15:38

      Absolut. Das reicht für den Film auch komplett aus…

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