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Now a movie, bitch!!!

16. Oktober 2019

Ich war nie ein großer „Breaking Bad“-Fan. Mein jüngerer Bruder dagegen schon. Durch ihn bin ich damals überhaupt erst so richtig zu der Serie gekommen. Er lieh mir seine Komplettbox aus und sah mir das Ganze dann eben an. Versteht mich nicht falsch, „Breaking Bad“ ist eine gute Serie – es war nur nie meine Serie. So wirklich habe ich da nie den Zugang zu gefunden. Deswegen hielt sich meine Aufregung / Freude / was auch immer sehr in Grenzen, als urplötzlich verkündet wurde, Netflix würde – unter der Regie von Vince Gilligan, dem Schöpfer der Serie – einen Film herausbringen. Einen „Breaking Bad“-Film. Da ich am Veröffentlichungsfreitag zufällig frei und gerade nichts weiter zu tun hatte, habe ich mir die zwei Stunden „El Camino“ mal gegeben…

Der Film setzt direkt nach den Ereignissen aus dem Finale von „Breaking Bad“ Staffel 5 an: Walter White (Bryan Cranston) befreit Jesse Pinkman (Aaron Paul) aus den Fängen der Neonazis, für die er das blaue Meth kochen musste. In einem El Camino (I see what you did there, Gilligan) flüchtet Jesse und befindet sich nun auf der Flucht.

Das ist ehrlich gesagt schon der ganze Film. Ich bin gespannt, wie Hardcore-Fans den Film finden werden, ich muss einfach gestehen, ich fand ihn eher langweilig und unnötig. Es wird keine Geschichte erzählt, die irgendwen noch wirklich interessiert hätte. Ich glaube, das Einzige, was ich noch spannend gefunden hätte, wäre ein Wiedersehen zwischen Jesse und dem kleinen Brock Cantillo, dessen Mutter ja sterben musste, weil sie mit Jesse befreundet war. Aber darauf geht der Film gar nicht groß ein.

Eigentlich macht dieser Film gar nichts. Jesse flieht, braucht ein bisschen Kohle, besorgt sich Kohle und haut ab. Das ist der gesamte Film. Zwischendurch werden mal ein paar Rückblenden eingefügt, damit man den vollen Fan-Service irgendwie doch noch liefern und ein paar der alten Bekannten aus der Serie wiederauftauchen lassen kann. Ansonsten zieht Gilligan die sehr, sehr dünne Story einfach wie ein Kaugummi. Es passiert wirklich nichts. Und selbst die Rückblenden sind eher eintönig und langsam. Die wirken wirklich wie nachträglich eingefügt. Zwar beleuchten sie ein bisschen ausführlicher Jesses Gefangenschaft bei den Neonazis, aber auch das ist jetzt nicht so aufregend.

War das jetzt wirklich so nötig? Zu wissen, dass Jesse Pinkman nach seiner Flucht von der Polizei gesucht wird und weiter fliehen möchte, um nicht im Knast zu landen? Absolut nicht. Klar, der Film ist handwerklich einwandfrei, der Fan-Service ist nett und Aaron Paul scheint sich perfekt wieder in die Rolle des Pinkman eingefügt zu haben. Aber ansonsten hat „El Camino“ nichts gebracht, um die „Mythologie“ von „Breaking Bad“ in irgendeiner Art weitergebracht hat.

Ich glaube, als Hardcore-Fan wäre ich schwer enttäuscht. Gerade weil es nun schon sechs Jahre her ist, seit das Finale lief… und wenn dann so eine Ankündigung kommt, sind die Erwartungen da doch recht groß. Aber das Problem ist doch einfach auch, dass das Finale keine großen Fragen offenließ. Wenn es einen „Cliffhanger“ a la „Sopranos“ gegeben hätte, hätte ich das vielleicht noch nachvollziehen können. Aber so… „El Camino“ weiß nicht wirklich was zu erzählen und liefert eine Story, die man auch als kleinen „Breaking Bad“-Kurzfilm hätte erzählen können. Ich hätte es ja irgendwie cool gefunden, wenn Walt Jesse wie eine Art Geist erschienen wäre und versucht hätte, ihn irgendwie anzuleiten oder irgendwas in der Art. Aber ein Film nur um die Flucht des Jesse Pinkman? Dafür ist die Figur nicht stark genug. Dafür war sie zu sehr immer im Schatten von Walter White…

Wertung: 5 von 10 Punkten (mäßiger Fan-Service…)

3 Kommentare leave one →
  1. 19. Oktober 2019 16:25

    Kann ich mir also sparen. Gut zu wissen…

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