Zum Inhalt springen

Filmreise Etappe #6: Die böse Cola-Flasche

11. Oktober 2019

Ab geht es mit der Filmreise auf den afrikanischen Kontinent. Und hier habe ich mal einen Film ausgewählt, den ich seit meiner frühesten Kindheit kenne, aber nie gesehen habe. Das war irgendwie diese Art Kindergarten-Film, von dem mir viele Leute erzählt hatten, den ich nur nie zu Gesicht bekam. Deswegen landen wir jetzt in Afrika… mitten in der Kalahari-Wüste mit „Die Götter müssen verrückt sein“.

Der Stamm von Xi (N!xau) lebt friedlich mitten in der Wüste – bis eines Tages ein merkwürdiges Objekt auftaucht: Eine leere Cola-Flasche, die ein Pilot über der Wüste fallengelassen hat. Xi und seine Stammesmitglieder halten das Objekt erst für ein Geschenk der Götter, können sie damit doch unglaublich viele Dinge machen. Doch mit der Flasche kehrt Neid und Zwietracht ein… die Flasche wird schon bald als böses Ding angesehen und Xi macht sich zügig auf, um sie über den Rand der Erde zu werfen, damit die Götter sie wieder zurückhaben können. Auf seiner Reise gerät er dann den Biologen Andrew Steyn (Marius Weyers) und die Lehrerin Kate Thompson (Sandra Prinsloo) und wird auch noch in den Kampf des Militärs gegen einen gefährlichen Terroristen eingespannt.

Wie gesagt, ich kannte die Story so grob, aber mehr auch nicht. Gefühlt nach zwei Jahrzehnten habe ich es nun endlich mal geschafft, mir diesen Film anzuschauen. Anfangs war ich sogar auch noch schwer begeistert: Der Film fängt wie ein Art Dokumentation an, in der uns ein Erzähler (Paddy O’Byrne) die Vorzüge des Lebens in der Wüste aufzeigt und sie dann mit dem hektischen Leben der Moderne vergleicht. Das ist pointiert und witzig dargestellt… so witzig, dass ich manchmal wirklich sehr laut lachen musste. Gerade wenn die ominöse Cola-Flasche mit ins Spiel kommt, punktet Regisseur Jamie Uys mit herrlichem Slapstick-Humor. Das ist absurd und gaga – und wunderbar.

Der Slapstick-Charakter zieht sich gekonnt durch den Film, etwa wenn die Terroristen sich zu blöd anstellen, ihren Raketenwerfer zu bestücken oder wenn Biologe Andrew mit seinem Wagen kämpfen muss, der keine Bremsen besitzt oder er verzweifelt versucht, sich bei seinen schüchternen Annäherungsversuchen bei Kate nicht wie ein kompletter Vollidiot zu verhalten (was natürlich, sehr zu unserem Vergnügen, nie wirklich funktioniert). „Die Götter müssen verrückt sein“ liefert gute Lacher ab und erinnert so ein bisschen an alte Bugs-Bunny-Cartoons, was für mich ein doppelter Gewinn ist (da ich Bugs immer sehr mochte und immer noch mag).

Das Problem ist nur, dass sich der Film irgendwann zu sehr mit den Liebeswirrungen von Andrew Steyn beschäftigt und sich mehr auf die wilde Jagd auf die Terroristen konzentriert… und dabei seinen tapferen Krieger Xi sehr aus den Augen verliert. Die Liebesgeschichte hat zwar lustige Momente, ist insgesamt aber nicht stark genug. Das Gleiche gilt für die Jagd des Militärs. Das ist alles nett, aber Xis Geschichte mit der Cola-Flasche hätte mich sehr viel mehr interessiert. Ich wollte mehr davon sehen, wie dieses einfache Gemüt mit der Moderne konfrontiert wird. Die böse Cola-Flasche gerät irgendwann zu sehr in den Hintergrund, was echt schade ist… denn der Namibier N!xau ist wunderbar in seiner Rolle als Xi. er ist von Anfang an ein sympathischer Kerl und mit dem Erzähler, der uns seine Geschichte erzählt, hätte man einfach viel mehr machen können.

So wird aus der Farce Moderne gegen Natürlichkeit zu schnell eine eher langweilige Story, zumal Sandra Prinsloo und Marius Weyers mir ehrlich gesagt ziemlich egal waren. Das war vorhersehbar, Xis Geschichte wäre viel interessanter – gerade wenn man sie in diesem Mockumentary-Stil gelassen hätte. Aber gut… „Die Götter müssen verrückt sein“ unterhält trotzdem ganz gut, hätte nur ein bisschen ausgefeilter sein können.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Cola ist böse… da haben wir es in Farbe und bunt)

3 Kommentare leave one →
  1. 5. November 2019 20:31

    Den und seinen Nachfolger habe ich Anfang des Jahres auch mal geschaut. Eigentlich mehr weil ich dachte einer der beiden müsse ein Film aus meiner Kindheit sein, den ich damals irre witzig und mal wieder sehen wollte. Dummerweise komme ich um’s Verrecken nicht auf den Titel. Im Grunde ging es auch um die Konfrontation eines Stammes mit der selbsternannten Zivilisation – nur waren es da irgendwie Soldaten. Und die Stammesleute haben die ordentlich verulkt … war offensichtlich dann doch nicht der mit der Colaflasche ^^‘ Aber mir ging es ähnlich wie dir. Ich fand den sehr witzig, aber in der zweiten Hälfte hab ichs irgendwie verloren.

    • donpozuelo permalink*
      5. November 2019 20:58

      Ja, weil sie es in der zweiten Hälfte auch nur noch auf diese Liebesgeschichte und die Terroristen-Jagd ausgerichtet haben. Unseren tapferen Krieger, der die böse Cola-Flasche über den Rand der Erde werfen will, gab es da kaum noch. Das war dann einfach nicht mehr gut.

Trackbacks

  1. Filmreise Etappe #7: Dämon der Wüste | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: