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Filmreise Etappe #4: Einmal Killer, immer Killer

27. September 2019

Nach meinem Abstecher nach Korea geht es nun weiter auf die Philippinen. Ich war sehr erstaunt, wie viele philippinische Filme bei Netflix zu bekommen sind. Leider war die Auswahl an sich zwar groß, doch thematisch war es eigentlich immer das Gleiche: Martial-Arts-Action – vorzugsweise mit einer attraktiven Frau auf dem Poster, manchmal auch mit einem attraktiven Mann. Um meinem Geschlecht und all den Vorurteilen gerecht zu werden, habe ich mich für einen der Film mit einer hübschen Frau auf dem Cover entschieden… und so lernte ich dann „Maria“ kennen.

Maria (Cristine Reyes) lebt das glückliche Leben einer Hausfrau, Ehefrau und Mutter. Sie liebt ihre Tochter und ihren Mann. Alles in ihrem Leben scheint perfekt zu sein. Leider ist das nur eine Fassade… denn Maria hieß früher mal Lily und war eine eiskalte Killerin. Als ihr ehemaliger Liebhaber Kaleb (Germaine De Leon) sie durch Zufall zu Gesicht bekommt, will er mit ihr abrechnen… und schneller als man gucken kann, ist Marias heile Welt kaputt und sie muss wieder zu den Waffen greifen.

Ja… ich hatte so ein bisschen das Gefühl, ich schaue einen Studenten-Film. Das war so der erste Gedanke, den ich nach knapp einer Viertelstunde hatte. Die Dialoge sind in diesem Film einfach nur ein Graus. Ganz ehrlich, es hat echt so ein bisschen Porno-Film-Charakter. Hölzern und stockend tragen die Damen und Herren hier ihre Zeilen vor und versuchen dabei ganz angestrengt, ernst auszusehen. Ganz besonders schlimm ist das bei den Schurken in diesem Film. Meine Fresse… schlechtere Dialoge hätte ich mit fünf nicht schreiben können. Man hat das Gefühl, als hätte der Drehbuchautor ein paar Gangster-Filme geschaut und dann versucht, das zu kopieren. In Verbindung mit Darstellern, die – wie schon erwähnt – sehr steif wirken, kommt das alles sehr albern rüber. Für keinen einzigen Moment konnte ich auch nur einen von denen ernst nehmen.

Wir haben da den Schönling Kaleb, der einfach zu blöd ist, um sich selbst den Hinter abzuwischen und – aus unerklärlichen Gründen – einfach macht, was er will. Obwohl ihm sein Boss ständig was anderes sagt. Daraufhin schickt der dann so einen Riesenochsen los, der auf Kaleb achten soll. Das wirkt alles sehr plump und ist gähnend langweilig, weil man diese Story auch schon Millionen Mal besser gesehen hat.

„Aber, lieber Don“, werdet ihr jetzt vielleicht sagen, „bei einem guten Martial-Arts-Action-Film braucht man doch (eben genau wie beim Porno) jetzt nicht wirklich Dialoge und gute Darsteller.“ Und da gebe ich euch Recht. „Maria“ hat nur leider das Problem, dass die Action-Sequenzen auch nicht sonderlich berauschend sind. Ich hatte ja vor nicht allzu langer Zeit meine Female-Kickass-Woche mit „Red Sparrow“, „Atomic Blonde“ und „Anna“. Die Damen in diesen Filmen waren sicherlich auch keine professionellen MMA-Kämpferinnen. Dennoch waren die Choreografien aufregend in Szene gesetzt und die haben sich wirklich nichts geschenkt. In „Maria“ geht es genau anders rum… man hat echt das Gefühl, man könnte bei den langsamen Bewegungen einschlafen. Man sieht förmlich, dass die Darsteller versuchen, sich nicht zu verletzen… und ein guter Cutter hätte das alles rasant schneiden und aufregend aussehen lassen können. Das Endprodukt sind jedoch eher langweilige Kämpfe… bis auf einen in einer Markthalle, in der Cristine Reyes tatsächlich mal gefordert wird und aus sich herauskommt. Aber nur für diese eine gute Szene muss man sich „Maria“ nun wirklich nicht anschauen.

Insgesamt ist „Maria“ der Versuch, Action-Hochglanz-Kino zu machen… und wer weiß, vielleicht ist das für philippinische Verhältnisse auch gelungen. Aber mein verwöhntes Auge konnte der Film, der noch mit einem offenen Ende daherkommt, als wollte er unbedingt eine Fortsetzung haben, nicht überzeugen.

Wertung: 3 von 10 Punkten (schöne Frau tritt Männern sehr langsam in den Hintern… gibt es auch woanders besser)

2 Kommentare leave one →
  1. Ma-Go permalink
    27. September 2019 06:54

    schöne Frau tritt Männern sehr langsam in den Hintern… gibt es auch woanders besser

    Und mit dieser Formulierung schließt sich der Kreis im Porno-Genre wieder. 😉

    • donpozuelo permalink*
      27. September 2019 07:36

      🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 Oh Mann. Danke… so weit habe ich dann gar nicht gedacht…

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