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Mister America

16. September 2019

Filmtitel… manchmal sind sie kryptisch, manchmal recht offensichtlich… aber nur selten interessiert mich ein Film einfach nur, weil ich den Titel allein schon interessant finde. So war es auch jetzt, als ich über einen Film mit folgendem klangvollen Titel stolperte: „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“. Wow! Das ist doch mal eine Ansage, oder nicht? Wenn man diesen Titel hört, ist man doch auf jeden Fall schon mal so: „Moooment? Wie bitte? Hitler? Bigfoot? Und das in einem Titel? Das klingt verrückt!“. Regisseur und Drehbuchautor Robert D. Krzykowski hat sich diesen Titel ausgedacht… und auch den passenden Film dazu. Leider erfüllt er die Erwartungen an seinen verrückten Titel nicht so ganz…

Calvin Barr (Sam Elliott) lebt allein in seiner Heimatstadt. Jeden Abend gönnt er sich in einer Kneipe sein Bier und kehrt danach zu seinem Hund nach Hause zurück. In seiner Einsamkeit denkt Calvin an seine Zeit während des Zweiten Weltkriegs zurück. An seine große Liebe Maxine (Caitlin FitzGerald), die er zurücklassen musste, an seine große Tat, die für die Geschichte geheim blieb: Der junge Calvin (Aidan Turner) tötete nämlich wirklich Adolf Hitler. Der, der sich in Berlin in seinem Bunker selbst umbrachte, war nur ein Schauspieler. Doch Calvins Zeit der Heldentaten sind noch nicht vorbei. Denn auf einmal steht das FBI vor seiner Tür und hat eine Bitte an ihn: Er solle doch den Bigfoot töten, der der Ursprung für ein tödliches Virus ist, das die gesamte Menschheit vernichten könnte.

„The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ – der Titel ist sperrig, aber eben auch sehr interessant. Leider hatte ich beim Gucken des Films das Gefühl, dass Autor Krzykowski irgendwann mal diesen Titel im Kopf hatte und dann versucht hat, drumherum eine Geschichte zu erzählen. Das gelingt ihm aber leider nicht ganz so gut, wie man es bei der verrückten Betitelung seines Debütfilms gerne gesehen hätte. Eins vorweg: Der Titel verspricht nicht zu viel… alles, was uns im Titel versprochen wird, passiert auch. Allerdings sind diese beiden Ereignisse recht unspektakulär und auch der Weg dahin ist jetzt nicht sonderlich aufregend. Für einen Film mit so einem durchgeknallten Namen nimmt sich „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ doch erstaunlich ernst. Ich habe vielmehr Ironie und Witz erwartet, irgendwas, was ein bisschen abgedrehter und vielleicht auch ein bisschen trashiger ist. Aber Pustekuchen, dieser Film nimmt sich sehr ernst und ist definitiv keine Komödie, auch wenn man über den Titel schmunzeln kann.

Während die Titel spendenden Ereignisse nicht so viel Tragkraft haben, ist die Geschichte dazwischen – das persönliche Drama – viel interessanter. Nur auch hier leider nicht so ausgereift. Die Liebesgeschichte allein hätte schon guten Stoff geliefert, wird aber doch etwas salopp abgefrühstückt. Und gerade das ist es doch, was unseren „Mister America“ Calvin so sehr bedrückt. Er will gar keine Anerkennung für seine Taten, er trauert viel mehr der Tatsache hinterher, dass er seine große Liebe hat ziehen lassen. Aber wie gesagt, daraus hätte man mehr machen können.

Was allerdings wirklich gut funktioniert, ist der Hauptdarsteller. Sam Elliott ist wirklich gut. Wenn er so durch die Gegend schlurft oder zuhause Gedanken versunken vor seinem Fernseher hockt, dann spürt man förmlich die Last des Lebens auf seinen Schultern.

„The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ wird seinem Titel an sich zwar gerecht, kann aber die Erwartungen, die so ein Titel hervorruft, nicht erfüllen. Statt großem Trashkino ist ein ruhiges Drama draus geworden, das seine wichtigen Momente zu schnell abfertigt. Ich muss echt sagen, es ärgert mich schon ein wenig… man hätte so viel mehr aus diesem Titel machen können, aber schlussendlich traut sich Krzykowski zu wenig und bleibt uns einen wirklich coolen Film schuldig. Immerhin liefert er uns am Ende ein „Seven“-würdiges Ende, in dem wir uns auch fragen: „What’s in the box?“ – eine Antwort darauf bekommen wir aber nicht… oder müssen sie selbst finden.

Wertung: 6 von 10 Punkten (interessante Idee, trashige Idee, die aber viel zu brav umgesetzt wurde)

4 Kommentare leave one →
  1. 16. September 2019 07:59

    Der Titel ist wirklich ein Köder, könnte aber auch eine billige Asylum-Produktion sein 🙂 Wo gab es den denn zu sehen?

    • donpozuelo permalink*
      16. September 2019 15:40

      Ich bin mal vor einiger Zeit bei Media Markt über die DVD gestolpert und habe ihn mir jetzt vor kurzem einfach mal bei Prime ausgeliehen. Kaufen wollte ich ihn mir dann irgendwie doch nicht. Was gut war… ich habe schönen Trash erwartet, aber leider nicht bekommen 😅

  2. 5. Oktober 2019 18:34

    Aaaaah über den Filmtitel bin ich neulich auch gestolpert und hab ähnlich reagiert wie du. Nur leider bisher noch nicht geschaut, weil irgendwie aus den Augen verloren. Bin aber immer noch neugierig …

    • donpozuelo permalink*
      5. Oktober 2019 19:12

      Ja. Er ist auch interessant… man hätte ihn nur nicht so ernst machen sollen.

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