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Filmreise Etappe #1: Die Kamel-Lady

6. September 2019

Lange habe ich es angekündigt, jetzt ist es endlich soweit. Ich fange mit der Filmreise Challenge an, auf die ich dank Marco von Ma-Go Filmtipps aufmerksam wurde. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, worum es geht: hauptsächlich bringt es jeden, der mitmacht, dazu, mal ein bisschen anders (und vor allem andere) Filme zu schauen. Das wird jetzt bei mir nicht zwangsläufig immer am Freitag stattfinden, aber ich versuche, es so regelmäßig wie möglich zu machen. Aber genug gelabert… ich fange die Filmreise natürlich brav mit der Nummer 1 aus der Kategorie Weltreise an… und die schickt mich nach Australien (oder Neuseeland). Es wäre jetzt natürlich leicht gewesen, einfach „Mad Max“ zu nehmen oder „Der Herr der Ringe“. Ersteren habe ich aber schon auf meinem Blog verewigt, für letzteren werde ich mir irgendwann mal in Ruhe Zeit nehmen. Daher fiel meine Australien-Auswahl auf den auf wahren Begebenheiten basierenden Film „Spuren“ mit Mia Wasikowska.

Australien, Ende der 70er Jahre: Die junge Robyn Davidson (Wasikowska) entschließt sich, auf eine weite Reise zu gehen. Sie will von Alice Springs bis an den Indischen Ozean wandern. Das sind knapp 2700 Kilometer durch die erbarmungslose australische Wüste. Und Robyn will diese Reise alleine machen – nur mit ihren Kamelen und ihrer Hündin. Der Fotograf Rick Smolan (Adam Driver) trifft sie an bestimmten Etappen, um Fotos für einen Artikel für National Geographic zu machen.

Ich muss gestehen, ich „hasse“ eigentlich solche Filme. „Into the Wild“ ist auch so ein Film, den ich „hasse“. Dieser Hass baut aber mehr auf Neid auf, Neid vor diesen mutigen Menschen, die sich einfach mal so ein Abenteuer wagen, die aus ihrer Komfortzone ausbrechen und etwas aufregendes erleben. Wenn ich solche Filme wie eben auch „Spuren“ gucke, möchte ich am liebsten auch losziehen – einfach eins mit der Natur werden. Aber spätestens wenn ich mir bewusst mache, dass es da draußen kein Netflix und kein Wlan gibt, ist die große Abenteuerlust auch vorbei. Und ja, „Spuren“ erweckt diese Abenteuerlust schon ziemlich gut… dabei muss ich gestehen, ist der Film nicht so sonderlich gut.

Die Abenteuerlust kommt durch die tollen Landschaftsaufnahmen, die der Film uns präsentiert. Hier kann man schon ein wenig ins Schwelgen kommen… zumal „Spuren“ förmlich dazu einlädt. Es wird nicht viel geredet, wir sehen Robyn einfach nur wandern. Manchmal hätte ich mir da fast schon einen inneren Monolog gewünscht, der der Story wenigstens ein bisschen mehr Tiefe geben würde. So ist der Film eher wie eine Doku ohne Audiospur und lebt fast ausschließlich von seinen tollen Bildern.

Ein bisschen merkwürdig fand ich auch, wie reibungslos alles in diesem Film verläuft. Es gibt eine Szene, die mich da ganz besonders irritiert hat: Robyn verliert ihren Kompass mitten in der Wüste. Aber nicht verzagen – nach kurzem Suchen findet sie ihn auch schon wieder. Genau so ist es, als man ihr verbietet, heiliges Land zu überqueren. Kurz bevor sie den längeren Weg einschlägt, kommt dann doch noch ein Aborigine und hilft ihr da durch. Der Film lässt diese Reise verdammt einfach aussehen. Dass es in der Wüste viele Gefahren gibt, wird hier nicht wirklich deutlich. Selbst die Hitze scheint, wenn man der Logik des Films folgt, nicht ganz so schlimm zu sein. Hier hat Regisseur John Curran definitiv eine Chance verpasst und schwelgt halt einfach nur weiter in seinen Landschaftsaufnahmen.

Auch die Kultur der Aborigines wird kaum mal näher beleuchtet… was ebenfalls schade ist, da es sich an vielen Stellen einfach so gut angeboten hätte. Curran hätte auf ein, zwei lange Einstellung einer Kameltreibenden Mia Wasikowska verzichten und mehr Tiefe in seinen Film bringen können. So bleibt „Spuren“ ein filmisches Australien-Bildband mit einer starken Mia Wasikowska, aber leider vielen verschmähten Chancen, etwas mehr aus dem Film zu machen.

Wertung: 6 von 10 Punkten (ein Trip, der sicherlich aufregender war, als es hier dargestellt wird)

6 Kommentare leave one →
  1. 9. September 2019 17:14

    Willkommen an Bord und viel Spaß auf deiner Reise.
    Ich glaube du hättest dir zum Auftakt keinen passenderen Film aussuchen können. Immerhin geht es in „Spuren“ um genau das, was auch die Challenge ausmachen soll: neue Erfahrungen machen und die eigene Komfortzone verlassen.

    Den Film hatte ich damals im Kino gesehen und würde dir basierend auf meiner (doch recht erblassten) Erinnerung 100% zustimmen.

    • donpozuelo permalink*
      9. September 2019 18:52

      Danke dir. Der Film passt… das stimmt. Aber ich muss nur den Komfort meiner Couch erleiden, um diese Challenge zu bestehen… 😅 und zum Glück nicht durch die Wüste marschieren.

      • 9. September 2019 19:15

        Je nach Filmauswahl kann das durchaus vergleichbar sein 😉

        • donpozuelo permalink*
          9. September 2019 19:42

          Okay… auch wieder wahr. Manche Filme können einen schon herausfordern. 😅

  2. 2. Oktober 2019 19:21

    Mit dem konnte ich mich auch nicht so sehr anfreunden. Zwar fand ich den Film handwerklich nicht übel, aber ich habe nicht so recht Zugang zu Mia Wasikowskas Charakter gefunden

    • donpozuelo permalink*
      2. Oktober 2019 20:33

      Genau. Das fand ich auch blöd… zu ihr hatte man auch keine Beziehung. Sie war einfach nur da und ist gewandert. Hätte was besseres werden können, da ich die Geschichte und die Kulisse schon sehr toll fand.

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