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Dein Freund und Helfer

2. September 2019

Auf der Suche nach guter Comedy-Unterhaltung bin ich eigentlich immer. Für gewöhnlich suchte ich die halbstündigen Sitcom-Formate in Nullkomma Nichts weg. Nachdem ich jetzt vor kurzem das erste Mal „Seinfeld“ gesehen habe, war ich wieder etwas experimentierfreudiger – auch eine Schwierigkeit, die ich gerade mit Sitcoms habe. Ich misstraue vielen zu sehr und winke schon ab, wenn ich nur die Prämisse höre. Doch der Netflix-Algorithmus war mal wieder sehr, sehr hartnäckig und schlug mir immer wieder eine Serie vor, die ich dann – in meiner Krankenphase – endlich mal in Ruhe geguckt und sofort lieben gelernt habe: „Brooklyn 99“

Willkommen im 99. Polizeirevier von New York in Brooklyn. Geführt wird das Revier von dem überseriösen und sehr stoischen Captain Raymond Holt (Andre Braugher). Zweite Hand von Captain Holt ist der Joghurt liebende, übertrainierte Terry (Terry Crews). Einer seiner besten Detectives ist der ambitionierte, aber auch alberne Jake Peralta (Andy Samberg), der im ständigen Konkurrenzkampf mit der „Streberin“ des Reviers ist, Amy Santiago (Melissa Fumero), die zudem ständig versucht, durch ihr ordentliches Verhalten die Gunst des Captains für sich zu gewinnen. Unterstützt werden die zwei von Jakes bestem Freund, dem leicht zu manipulierenden und schüchternen Charles Boyle (Joe Lo Truglio), der emotionslosen und etwas Angst einflößenden Rosa Diaz (Stephanie Beatriz) und den beiden Nichtskönnern, die nur ans Essen denken, Hitchock (Dirk Blocker) und Scully (Joel McKinnon Miller). Zusätzlich sorgt die Assisstentin von Holt, Gina Linetti (Chelsea Peretti) für Ärger, da sie eher in ihrer eigenen Welt lebt und sich nicht wirklich darum kümmert, was sie eigentlich zu tun hat.

Man sieht es schon an der „Inhaltsangabe“… „Brooklyn 99“ lebt von seinen zahlreichen und vor allem unterschiedlichen Charakteren. Es ist interessant, dass die Serienmacher dabei eigentlich auf wirklich extreme Stereotype setzen: die Streberin, der Klassenclown, der Schüchterne, die Diva, die Dummköpfe, der Sportler, etc. Jedes Mitglied aus Revier 99 steht im ersten Augenblick für eine besondere Eigenschaft, doch wird immer wieder gekonnt damit gespielt, so dass die Charaktere durch ihre Arbeit und ihr Leben außerhalb der Arbeit mehr Tiefe erlangen. Im Grunde ist „Brooklyn 99“ eine Serie über eine riesige dysfunktionale Familie, in der alle so unterschiedlich sind, dass „Streitigkeiten“ (und das Wieder-Vertragen) vorprogrammiert sind.

Wenn ich müsste, würde ich „Brooklyn 99“ wohl am ehesten mit „Scrubs“ vergleichen. Auch eine Serie, die durch seine vielen verschiedenen Charaktere lebt. Dazu kommt, dass ich sonst nie wirklich Cop-Shows gucke, aber „Brooklyn 99“ feiere. Die Serie bietet einen witzigen Einblick in ein verrücktes Polizei-Revier. Die Halloween-Folge ist immer eine Highlight-Folge, da hier ein wilder Wettbewerb im Heist-Stil durchgeführt wird. „Brooklyn 99“ bietet Comedy und tatsächlich hier und da auch gute Slapstick-Action-Einlagen, aber ab und zu auch ein kleines bisschen Drama (wenn auch nicht zu viel davon). Natürlich geht es auch immer wieder mal um Liebe und das allgemeine Leben…

Netflix hat bislang leider nur die ersten vier Staffeln, aber die sind schon jetzt fester Bestandteil meiner Sitcom-Serien geworden. „Brooklyn 99“ liefert einfach wirklich auf ganzer Linie ab und hat auch wirklich für jeden was. Ich liebe die „Konflikte“ zwischen den Charakteren, ich liebe die wiederkehrenden Elemente (wie eben Halloween oder Jakes ewiger Erzfeind Doug Judy, grandios gespielt von Craig Robinson), ich liebe die Darsteller. Hier funktioniert das Casting auf ganzer Linie. Jede einzelne Rolle ist wirklich perfekt  besetzt und am Ende ist es mir fast egal, was für Fälle die Polizisten bearbeiten, weil ich nicht wegen dem Crime zugucke, sondern wegen der Charaktere.

Dass „Brooklyn 99“ gut ist, zeigt sich vielleicht auch daran, dass Fox die Serie nach Staffel 5 absetzte und NBC sofort einsprang und die Serie übernahm. Mittlerweile ist schon Staffel 6 gelaufen und eine siebte bereits geplant. Das 99. Revier ist also sicher und ich hoffe, Netflix liefert bald Nachschub.

Wertung: 9 von 10 Punkten (perfekte überdrehte, alberne, aber auch clevere Komödie über ein verrücktes Polizei-Revier)

8 Kommentare leave one →
  1. 2. September 2019 07:56

    Ende September landet Staffel 5 bei Netflix…

    • donpozuelo permalink*
      2. September 2019 08:13

      Oh… Sehr gut. Endlich. 👍 Danke für die Info.

  2. 2. September 2019 20:28

    Ich habe hier ein wenig gebraucht, um mich an die Charaktere zu gewöhnen, aber auch ich erwarte die fünfte Staffel inzwischen sehnsüchtig!

    • donpozuelo permalink*
      2. September 2019 22:25

      Ich fand die Charaktere von Anfang super schräg. Da hatten sie sich gleich einen Platz in meinem Herzen gesichert 😁

  3. steffelowski permalink
    2. September 2019 21:21

    Hab die ersten Staffeln schon auf Sky gesehen. Eine angenehme kurzweilige Abwechslung, wobei ich hier „kurz“ (die Länge der einzelnen Folgen) auch als besonders angenehm empfinde.

    • donpozuelo permalink*
      2. September 2019 22:26

      Absolut richtig. Es ist wirklich kurzweilig… und lädt ein, öfter mal geguckt zu werden – wenn man einfach mal was braucht, was schnell und gut ist 😅

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