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Das Horn von Dagoth

30. August 2019

Arnie als Conan der Barbar ist eine meiner absoluten Lieblingsrollen von ihm. Das war und ist so ein Fantasy-Film wie er besser nicht sein könnte. Also ich rede dabei vor allem vom ersten Teil „Conan der Barbar“. Da gab es finstere Schlangenpriester, riesige Schlangen, Hexen, uralte Götter, Zauberer, geheimnisvolle Ort und eben den Schwert schwingenden Barbaren Conan, den wohl niemand besser hätte verkörpern können als Arnold Schwarzenegger. Teil 1 ist für mich so perfekt, dass ich mich bislang immer ein bisschen vor dem zweiten Teil gedrückt habe – zumal ich nie wirklich etwas Gutes über den Film hörte. Doch nachdem ich mich jetzt den Dämonen meiner Vergangenheit gestellt und „Indiana Jones 4“ geguckt habe, dachte ich mir, es wäre mal an der Zeit, mir „Conan der Zerstörer“ anzuschauen.

Die Königin Tamaris (Sarah Douglas) bittet Conan (Schwarzenegger) um Hilfe. Eine alte Prophezeiung besagt, ihre Tochter Jehnna (Olivia d’Abo) ist dazu bestimmt, aus dem Schloss des Zauberers Toth-Amon (Pat Roach) einen magischen Diamanten zu holen, da nur die Auserwählte ihn berühren kann. Mit diesem Diamanten kann die Königin dann das Horn von Dagoth finden, um den schlafenden Gott wieder zu erwecken. Was keiner weiß… die Prinzessin muss dafür aber sterben. Conan willigt ein, weil die Königin ihm verspricht, seine große Liebe Valeria wieder beleben zu können.

„Conan der Zerstörer“ ist mehr Trash als der erste Teil. Der hat sich in seiner Mythologie noch ernst genommen und zudem auch versucht, die Charaktere auszubauen. „Conan der Barbar“ war Conans Geschichte: Der Aufstieg des Kriegers, der nur von Rache getrieben wird, der den Mörder seines Volkes, seiner Eltern finden und zur Strecke bringen will. „Conan der Zerstörer“ ist jetzt einfach nur Fantasy-Gedöhns. Conan selbst ist in diesem Film nicht einmal sonderlich interessant. Und seine mit ihm reisende Truppe noch weniger. Olivia d’Abo ist die Textbuch Dame in Not, die nichts weiter kann als die ganze Zeit rum zu quieken und zu nerven. Es gibt ernsthaft eine Szene, in der man ihr versucht, dass mit den Bienen und Blumen zu erklären, weil sie ein bisschen heiß auf Conan ist.

Vom ersten Teil selbst ist nur Mako dabei, der wieder Conans Magier-Freund spielt, aber auch er gerät in den Hintergrund. Grace Jones spielt eine Art Kämpferin mit puscheligem Schwanz, bei dem man nie so ganz weiß, ob er nur zu ihrem Körper gehört oder nur zu ihrer Rüstung. Auf jeden Fall bekommt er einen eigenen Klingel-Sound, als sie sich nach einer Tauchaktion schütteln muss. Dann hätten wir da noch Conans Begleiter, den Dieb Malak (Tracey Walter), der so ein Comic-Relief-Charakter sein soll. Sein größtes Problem ist aber, dass er nicht einmal wirklich lustig ist. Sondern nur nervt und nervt und nervt.

Die Charaktere sind langweilig, aber immerhin versucht Regisseur Richard Fleischer das ganze Fantasy-Setting noch ein bisschen stärker hervorzuheben. Das Spiegel-Schloss des Zauberers ist schon ziemlich cool und abgesehen davon, dass es ein bisschen albern aussieht, ist auch das Monster im Spiegel-Schloss ganz witzig. Der Hort des Horns hat auch was – genau so wie Dagoth, der am Ende zum ekligen Monster wird und von Conan bekämpft werden muss. Die einzelnen Elemente sind interessant, aber da merkt man das große Problem des zweiten Teils: Es sind viele Versatzstücke, die sich aber nie so richtig als ein Ganzes anfühlen.

John Milius „Conan der Barbar“ war ein Film für Erwachsene, der war brutal und düster. Milius entführte uns in eine Fantasy-Welt, die trotzdem irgendwie greifbar war und in der die Charaktere ihre eigenen Beweggründe hatten. Fleischers Fortsetzung fühlt sich mehr wie Kinderunterhaltung an. Es ist alles ein bisschen bunter, sehr viel alberner und die Charaktere sind irgendwie unnütz (der ganze Film wäre zum Beispiel gut ohne Tracey Walter und Grace Jones ausgekommen, die kaum was zur Handlung beitragen).

Trotzdem hoffe ich auf den immer noch geplanten dritten Teil mit einem alten Conan…

Wertung: 4 von 10 Punkten (keine würdige Fortsetzung für den Barbaren, der hier mehr zur Witzfigur wird)

7 Kommentare leave one →
  1. 30. August 2019 20:41

    Puh, das Monster im Spiegelkabinett war ja wohl der absolute Hammer 🤪
    Teil 2 ist natürlich wesentlich leichtfüßiger als das sehr düstere Original. Sicherlich ist Conan Der Babar der bessere Film, aber für sich gesehen hat auch Der Zerstörer seinen eigenen Charme.

    • donpozuelo permalink*
      30. August 2019 22:53

      Das Monster war schon witzig… und ja, irgendwo mag der Film auch seinen Charme haben.

      Hast du mal diesen Kull der Eroberer gesehen? Das soll ja quasi die Fortsetzung sein. 😁

      • 31. August 2019 00:01

        Nein, den kenne ich leider nicht. Aber diese Kritik macht schon ein wenig Lust auf den Film:

        „James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film sei ein „würdiger Nachfolger“ von Red Sonja und Conan der Zerstörer – er sei derart „köstlich furchtbar“, dass das Zuschauen Spaß mache. Die Schwerter und Zaubereien würden keine besondere Originalität ermöglichen, doch in diesem Film würden die altbekannten Elemente ohne besondere Intelligenz zusammengesetzt. Die Spezialeffekte würden „unglaublich billig“ wirken. Tia Carrere zeige, dass sie etwas attraktiver wirken könne, als sie talentiert sei; Karina Lombard agiere ähnlich „starr“ wie in ihren früheren Rollen.“
        Quelle:Wikipedia

        • donpozuelo permalink*
          31. August 2019 07:43

          Da spielt Tia Carrere mit? Gott, war ich in die früher verliebt. 😅 Da muss der Film ja einfach geguckt werden… und der Rest dazu liest sich ja auch nach herrlichem Trash.

        • 31. August 2019 17:33

          Die Dame hätten wir uns dann wohl teilen müssen 😋

  2. 16. September 2019 12:54

    … das klingt ja schlimm.
    Aber hey: du bist deinem Bildungsauftrag nachgekommen – ich hatte keine Ahnung, dass es einen zweiten Teil gibt und bin wieder schlauer geworden. XD

    • donpozuelo permalink*
      16. September 2019 15:42

      😁 Achtung, ich erweitere meinen Bildungsauftrag. Es gibt theoretisch sogar noch einen dritten Teil. Weil Arnie aber nicht mehr mitmachen wollte, hat man sich Kevin Sorbo geschnappt und das Ganze unter dem Titel „Kull der Eroberer“ verfilmt. Diesen Film muss ich mir dringend auch bald anschauen 😅

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