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Jäger der verlorenen Dinos

26. August 2019

1993 begeisterte Steven Spielberg die Welt mit Dinosauriern, Dinosauriern, die so echt wirkten, dass man sich nur zu sehr wünschte, man könnte selbst mal den „Jurassic Park“ besuchen. Ja, selbst nach allem, was im Film passiert ist, würde ich in so einen Park sofort reinlaufen. Ich meine, wir reden hier immerhin von Dinosauriern. Wer würde sich sowas schon entgehen lassen wollen. Meine erste Begegnung mit den Dinos kam allerdings erst sehr viel später… eigentlich wirklich erst, als „Jurassic World“ in die Kinos kam. Ich war eins dieser Dino-Kinder, die ihre Dino-Begeisterung ohne Spielbergs Film durchleben mussten. Doch Spielberg sorgte schnell für Nachschub. Vier Jahre nach dem Meisterwerk „Jurassic Park“ kam der zweite Teil „The Lost World: Jurassic Park“.

Vier Jahre nach dem Ereignis auf Isla Nubla gesteht der Park-Schöpfer John Hammond (Richard Attenborough), dass es eine zweite Insel gab, auf der die Dinosaurier gezüchtet wurden. Auf Isla Sorna hat das Leben nun ebenfalls einen Weg gefunden, wie Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum) einst so schön sagte. Hammond möchte, dass Malcom mit einem Team auf die Insel geht und die Tiere in ihrem eigenen Ökosystem erforscht. In seinem Team sind seine Freundin, die Biologin Sarah (Julianne Moore), der Fotograf Nick (Vince Vaughn) sowie der Ingenieur Eddie (Richard Schiff). Als blinder Passagier ebenfalls mit dabei ist Malcoms Tochter Kelly (Vanessa Lee Chester). Leider wird aus der einfachen Erkundungstour nichts, der Hammonds Neffe Peter (Arliss Howard) hat den Großwildjäger Roland (Pete Postlethwaite) engagiert, um die Dinos zu jagen… für einen neuen Jurassic Park auf dem Festland.

Wie setzt man ein Meisterwerk fort? Eine schwierige Frage und wohl eine noch schwierigere Aufgabe. Der Zauber des ersten Teils ist das Unerwartete, die Gesichtsausdrücke unserer Protagonisten, die zuerst sehen, was uns dann eine Szene später ebenfalls den Atem raubt. Da jetzt einfach eine zweite Insel dazu zu erfinden, klingt nach einem billigen Trick, aber es funktioniert gut. Warum auch nicht? Letztendlich ist es mir egal, wo die Dinos rumlaufen (okay, nicht ganz, aber dazu später noch mehr), Hauptsache, es gibt Dinos.

Mein größtes Problem mit „Jurassic Park 2“ war dieser Versuch, ein „Aliens“ draus zu machen. James Cameron machte damals mit seiner Fortsetzung aus einem klaustrophobischen Sci-Fi-Horror-Film einen großartigen Action-Film, in dem wirklich alles größer, besser, lauter war. Für „Jurassic Park 2“ funktioniert das meiner Meinung nicht ganz so gut. Ich muss gestehen, mir hat die ganze Dino-Jagd nicht so gut gefallen. Das war einfach nur: Technik vs. Dinos… und wurde später zur Menschenwanderung durch den Dschungel. Ehrlich gesagt, waren mir da ein paar zu viele Menschen zwischen all den Dinos, von denen so viele ihre eigene Geschichte erzählen wollten. Großwildjäger Roland ist noch am besten… und Jeff Goldblum versucht verzweifelt, ohne Sam Neill und Laura Dern, den Film zu tragen. Julianne Moore ist als taffe Biologin nicht schlecht, hat mich jetzt aber auch nicht so gejuckt. Und ja, Vince Vaughn war eben auch da.

„Jurassic Park 2“ hat auch mehr Action, doch manchmal zieht sich die auch ganz schön. Nehmen wir nur mal die Szene an der Klippe, wenn Malcom und sein kleines Team dem Tod nah sind. Diese Sequenz war mir einfach viel zu lang und auch zu unnötig… es sei denn, man wollte zeigen, wie toll der neue Mercedes-Benz-Jeep ist. Dann war es eine gute Werbeunterbrechung.

Den Vogel schießt Spielberg aber ab, als er versucht, „Jurassic Park“ ein bisschen wie „Godzilla“ wirken zu lassen. Die letzte halbe Stunde mit dem T-Rex in der Stadt hätte man sich auch wirklich sparen können. Aber schön, dass sie wenigstens eine Gruppe asiatischer Geschäftsmänner mit reinschneiden. Schade nur, dass die nicht noch „Gojira“ schreien.

Versteht mich jetzt nicht falsch… „Jurassic Park 2“ ist trotzdem ein unterhaltsamer Dino-Film. Im direkten Vergleich zum ersten Teil stinkt er trotzdem ganz schön ab.

Wertung: 6 von 10 Punkten (was ist cooler als ein T-Rex? Natürlich zwei T-Rexe… naja…)

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