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Russlands Supermodel-Agentin

16. August 2019

Eine Woche lang knallharte weibliche Spione… und was haben wir aus „Red Sparrow“ und „Atomic Blonde“ gelernt? Die wichtigste Waffe einer Agentin ist nach wie vor ihr Körper, mit dem sie sich die Dummheit der Männer zu Nutzen macht, um diese gekonnt zu manipulieren. Problem ist dabei leider nur, dass diese Filme alle eher uninteressant sind, weil sie sich ab einem bestimmten (viel zu frühen) Zeitpunkt nur noch um den Körper ihrer Hauptdarstellerin kümmern und dabei eine spannende Geschichte im Klo herunterspülen. Den Abschluss meiner kleinen Agentinnen-Woche macht nun „Anna“ von Luc Besson, der das mit dem Im-Klo-Runterspülen ziemlich gut macht – besonders auch einmal mehr mit diesem Film.

Anna (Sasha Luss) wird von ihrem brutalen Freund Petyr (Alexander Petrov) geschlagen, in die Drogenabhängigkeit geführt und zur Mittäterin in dessen Gewaltakten. Weil sie für sich keine Zukunft sieht, nimmt sie das Angebot von KGB-Mann Alex (Luke Evans) an und lässt sich zur Agentin ausbilden. Für KGB-Dame Olga (Helen Mirren) geht Anna schon bald undercover als Model nach Paris, um so die Aufträge des Geheimdienstes auszuführen. Schon bald gerät sie jedoch auch ins Visier des CIA (an vorderster Front kämpft hier für die USA Cillian Murphy).

Äh, ja… ich glaube, die besten Zeiten von Luc Besson sind auch wirklich langsam so richtig vorbei. Wenn man sich überlegt, dass der Mann mal wirklich gute Filme gemacht hat, sind seine letzten nicht gerade so der Hit gewesen. Und „Anna“ ist der traurige Höhepunkt davon. Was zur Hölle war das??? Zuerst muss ich mal sagen, wie schrecklich langweilig ich es finde, wenn diese Agenten-Filme mit Zeitsprüngen arbeiten, um ihre Story ein wenig zu verkomplizieren. Besson springt in „Anna“ ständig hin und her, vor und zurück… aber am Ende ist es nur ein billiges Mittel, um die eher flache Story ein bisschen zu strecken und vermeintliche aufregende Plottwists zu liefern, die uns umhauen sollen. Leider haut in diesem Film gar nichts um… die Geschichte von Anna hätte man cool machen können, wenn man tatsächlich diesen Kontrast zwischen Model und Agentin weiter ausgebaut hätte.

Aber am Ende ist die Model-Nummer wohl nur eine Entschuldigung dafür, das russische Model Sasha Luss mehr als einmal halbnackt zeigen zu können. Ich meine, versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts dagegen, eine schöne Frau halbnackt zu sehen… nur sollte es irgendwo auch einen „Sinn“ ergeben. Das ist übrigens so ein weiterer Punkt, der mich an all diesen Filmen dann doch sehr stört. Wie schon J-Law in „Red Sparrow“ und Charlize Theron in „Atomic Blonde“ darf / muss auch Sasha Luss in den knappsten und ungeeignetsten Outfits kämpfen. Perferkt frisiert in Mini-Rock, Strapse und High-Heels ist Kämpfen richtig stylisch. Nur leider auch schnell extrem langweilig. „Anna“ hat genau zwei halbwegs gute Action-Szenen, von denen eine schon fast komplett im Trailer verbraten wurde. Irgendwann gibt es dann noch eine Agentinnen-Clipshow, die stark an „Alias“ erinnert. An dieser Stelle hätte man mehr aus „Anna“ machen können, aber das Beste am Film wird hier dann in 5 Minuten abgearbeitet. Das sagt dann auch schon alles über den Film aus: Er hat eine extrem dünne Story, kaum nennenswerte Action und fühlt sich an, als wenn Besson nur einen Grund gesucht hätte, Sasha Luss, mit der er zum ersten Mal in „Valerian“ zusammengearbeitet hat, halbnackt vor die Kamera zu kriegen.

Zudem, und das ist auch irgendwie sehr merkwürdig, konnte ich nie so ganz greifen, ob ich „Anna“ nun ernst nehmen soll oder nicht. Der Film ist manchmal so unfreiwillig dämlich und komisch, dass er haarscharf an Satire kratzt. Das hätte den Film dann vielleicht noch retten können, aber dafür nehmen sich dann alle doch ein wenig zu ernst. Man kann teilweise nicht anders, als über diese schlechten Dialoge zu lachen.

„Anna“ liefert absolut nichts Neues. Das war alles schon mal da und das hat man alles tausend Mal besser in anderen Film gesehen. Es reicht in diesem Fall wirklich, sich den Trailer anzuschauen und man hat eigentlich schon alles Wichtige gesehen. Mehr als das kommt einfach nicht. Vielleicht sollte sich Luc Besson wirklich nur noch aufs Produzieren konzentrieren… das Filmemachen ist nicht mehr so seins.

Wertung: 3 von 10 Punkten (langweilig, uninspiriert, ohne Action und unfreiwillig komisch… nicht gerade das, was man von einem guten Agentenfilm hören will)

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