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Kristall-Aliens aus einer anderen Dimension

31. Juli 2019

Ich bin Indiana-Jones-Fan der ersten Stunde. Kaum hatte ich damals in jungen Jahren den ersten Film gesehen, war ich gepackt. Mein persönlicher Favorit bleibt zwar nach wie vor „Der letzte Kreuzzug“, weil der einfach wirklich in allen Dingen perfekt ist, aber ich gucke nach wie vor gerne alle Filme. Alle Filme beinhaltete bislang aber nur die ersten drei. Schließlich sitzt die Enttäuschung von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ noch sehr tief. Meine Güte, was habe ich mich damals gefreut, als es hieß, George Lucas und Steven Spielberg würden gemeinsam mit Harrison Ford in der Hauptrolle noch einmal einen Indiana-Jones-Film drehen. Doch dann im Kino kam die Katastrophe… und seitdem habe ich den vierten Teil gemieden. Jetzt jedoch ist die Zeit gekommen… mich diesem Monster noch einmal zu stellen. Könnte ja sein, dass ich den Film falsch in Erinnerung habe. Es sind schließlich elf Jahre vergangen…

Ende der 50er Jahre: Indiana Jones (Harrison Ford) gerät an die üble KGB-Agentin Irina Spalko (Cate Blanchett). Wegen der Begegnung mit ihr und ihren Schergen bezichtigt man Indy, ein Doppelagent zu sein. Er verliert seine Professur und entscheidet sich daraufhin, die Stadt zu verlassen. Am Bahnhof lernt er jedoch Marlon-Brando-Möchtegern Mutt Williams (Shia LaBeouf) kennen, der ihm erzählt, dass ein alter Bekannter von ihnen, Professor Oxley (John Hurt), in Gefahr ist. Der suchte nach einem Kristallschädel… und so macht sich Indy nun mit Mutt auf die Suche nach dem Schädel und Oxley. Dabei stoßen die beiden einmal mehr auf die Russen und auch auf Indys einstige Flamme Marion Karen Allen.

Eine positive Sache muss ich vorweg sagen… die erste Stunde hat mich wider Erwarten doch noch recht gut unterhalten. Das hatte ich schon gar nicht mehr so in Erinnerung. Ja, ich kann sogar mit Indy, dem Kühlschrank und der Atomexplosion leben, denn ein bisschen albern und abgedreht waren die Indy-Filme ja schon immer. Schließlich schwebte er einst mit einem Schlauchboot sicher durch die Lüfte. Warum also nicht ein Kühlschrank? Abgesehen von Shia LaBeouf, der wirklich von Anfang an nur nervig ist, war auch die Peru-Nummer in dem Gefängnis und später auf dem Friedhof noch interessant… da wirkt „Indy 4“ auch noch ein bisschen wie ein alter Indiana-Jones-Film. Doch nach knapp einer Stunde beginnt dann das Grauen.

Alles ab dem Urwald ist dann doch einfach zu viel des Guten. Der Degenkampf mit Van-Damme-Spagat zwischen zwei Autos ist noch grenzwertig. Schlimm wird es, wenn Shia LaBeouf plötzlich mit Äffchen Dschungelbuch spielt. Grausiger geht trotzdem noch… dieses Mal in Form von Menschen fressenden Riesenameisen. Später überwinden wir dann drei Wasserfälle direkt hintereinander und überleben den Angriff gefährlicher Ureinwohner. Der endgültige Todesstoß ist dann aber doch wirklich die ganze Erich-von-Däniken-Alien-Nummer. Das war und ist gruselig und einfach nur schlecht. Um es so ein bisschen wie Indiana Jones wirken zu lassen, suchen wir natürlich El Dorado, nur um dann am Ende zu erfahren, dass die Ureinwohner unter Schatz eben auch Wissen verstehen. Natürlich… dann doch lieber die Bundeslade oder den heiligen Gral.

Ich ärgerte mich damals und ich ärgere mich jetzt noch: Warum hat man nicht einen der gefühlt hundert Romane verfilmt, die das Indy-Universum wirklich mit tollen Geschichten bereichert haben? Warum musste es merkwürdige Aliens in einer langweiligen Story sein? Warum nur???

Harrison Ford liefert zwar noch eine gute Leistung ab, obwohl ich mich echt frage, wie das wohl sein wird, wenn wirklich noch „Indiana Jones 5“ 2021 in die Kinos kommen soll. Womit es der Film aber zusätzlich verkackt, sind alle anderen Charaktere. Shia LaBeoufs Mutt ist einfach nur langweilig. Die ganze Vater-Sohn-Geschichte kommt auch nicht so wirklich zum Tragen. Karen Allens Rückkehr ist zwar schön, aber sie bleibt einfach zu sehr im Hintergrund, als das man damit wirklich was anfangen kann. Cate Blanchett als KGB-Witzfigur funktioniert für mich überhaupt nicht. Das ist einfach nur eine Katastrophe.

Alles in allem hat mich die Erinnerung doch nicht getäuscht. Der Anfang ist noch ganz okay, aber danach wird es schnell ziemlich schlimm. Da fehlt der Geist von Indy, da fehlt das Abenteuer-Feeling, da fehlt einfach alles. Ist es denn wirklich so schwer, einen guten Abenteuer-Film auf die Leinwand zu bringen? „Tomb Raider“ ist letztens erst daran gescheitert… vielleicht wird es ja noch was mit einem „Uncharted“-Film, der es besser macht. Indy hat dieses Mal aber auf jeden Fall versagt.

Wertung: 4 von 10 Punkten (der schwächste Indy-Film und ein Schlag ins Gesicht der Fans…)

15 Kommentare leave one →
  1. 31. Juli 2019 09:04

    „Ist es denn wirklich so schwer, einen guten Abenteuer-Film auf die Leinwand zu bringen?“

    Für Hollywood eindeutig ja. Der Grund ist simpel. Statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – sprich: Abenteuer – muss heutzutage eben alles mit Action und Effekten zugemüllt werden, die jeglicher Logik und Physik strotzen. Richtige Einfälle hat mann sowieso nicht mehr und das kaschiert man dann eben mit Getöse.

    Nebenbei hat Indy 4 immerhin die Zeit ganz nett eingefangen und auch ein paar Verweise auf damalige „popkulturelle“ Dinge drin. Das Lianengeschwinge zum Beispiel ist eindeutig eine Hommage an Weissmüllers Tarzan. Macht den Streifen aber natürlich nicht ansatzweise besser.

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2019 10:19

      Oh ja… das stimmt. Das mit den richtigen Einfällen ist traurig. Es ist so schade… ist es doch ein so tolles Genre. Aber gut, es bleiben uns ja immer die Uncharted-Spiele 🤣

      • 31. Juli 2019 20:04

        Da hat sich bei mir das Konzept ab Teil 3 auch abgenutzt, aber immerhin hatte man zu Schluss eine recht brauchbare Story.

        • donpozuelo permalink*
          31. Juli 2019 21:46

          Stimmt schon. Aber ich muss trotzdem sagen, dass ich auch den vierten Teil echt toll fand.

        • 31. Juli 2019 22:40

          Mir wurds irgendwann zu repetitiv. Aber ich bin auch absolut kein Zocker mehr. Tatsächlich ist Uncharted 4 das letzte Spiel, das ich gespielt habe. Wie lange ist das jetzt her? 5 Jahre?

          Bei der Verfilmung bin ich nebenbei auch sehr skeptisch.

        • donpozuelo permalink*
          31. Juli 2019 22:45

          2016… also noch nicht sooo lange 😅

          Bei der Verfilmung bin ich auch sehr skeptisch. Da glaub ich nicht dran. Der Fanfilm mit Nathan Fillion war aber ganz cool.

        • 31. Juli 2019 22:49

          Ja, der war nett und so könnte ich mir einen guten Film auch über 2 Stunden vorstellen. Mit etwas weniger Kamerageschwurbel und Schnittgedödel vielleicht. Aber vermutlich wird das im Endprodukt das kleinste Problem sein.

        • donpozuelo permalink*
          31. Juli 2019 22:55

          Ja. Wohl wahr… naja. Ich bin mal gespannt. Aber allein Tom Holland als junger Nathan… Hmmm… ich weiß nicht. 🤔

        • 1. August 2019 08:46

          Hollywood castet ja ohnehin nur noch die immer gleichen Nasen. Mich wundert ja, dass es nicht Chris Pratt geworden ist. Aber der hatte vermutlich keine Zeit, wegen der ganzen anderen Scheiße, in der er dauernd zu sehen ist.

        • donpozuelo permalink*
          1. August 2019 10:55

          Vielleicht kommt Pratt noch und spielt dann den „alten“ Nathan 😳

  2. 31. Juli 2019 09:57

    Ich muss ja sagen, dass ich Indy 4 damals durchaus verteidigt habe, da ich ihn unterhaltsam fand un mögen mochte. Seitdem habe ich mich aber auch nicht mehr rangetraut. Das Alien-Thema ist mir damals auch übel aufgestoßen, allerdings passt gut zum 50er-Jahre-Setting. Ach, ich glaube ich muss die Reihe auch noch einmal komplett schauen…

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2019 10:23

      Das 50er Jahre Thema ist schon cool. Auch wenn ich Indy immer eher mit den bösen Deutschen gesehen habe. 😂

      Die Aliens waren echt doof. Das war unnötig und hat einfach nicht so ganz gepasst.

      Die Reihe selbst gucke ich gerne immer mal wieder… nur Teil 4 lasse ich da dann immer aus.

  3. 31. Juli 2019 22:04

    :)) und ich hätte schwören können, dass Du ihn bereits rezensiert hattest, aber irgendwie nicht so schlecht bewertet.
    Da gehe ich völlig d’accord, hatte seinerzeit auch nur 4 Punkte gegeben.

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2019 22:43

      Nee… bislang habe ich mich vor dem immer gewehrt. Jetzt war es mal an der Zeit. Ich hatte die ersten drei, aber den noch nicht. Das Erlebnis damals im Kino war einfach zu hart. 🤣

Trackbacks

  1. Das Horn von Dagoth | Going To The Movies

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