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Pika Pika

29. Juli 2019

Meine Pokemon-Zeit ist eigentlich schon lange vorbei. Dabei weiß ich noch, dass ich mich lange dagegen gewehrt habe, überhaupt irgendwas mit diesen Taschenmonstern anzufangen. Zu einer Zeit, in der die Viecher einfach überall waren, war das schon eine kleine Meisterleistung… lange gehalten hat meine kleine Rebellion jedoch nicht. Ich glaube, meine erste Version für den Gameboy war die Gelbe Edition, in der man direkt mit Pikachu durch die Gegend läuft… und meine Güte, was war ich gefesselt von diesem Spiel! Ich konnte nicht genug bekommen und musste sie einfach alle haben. Doch auch das war eine Phase, die irgendwann ihr Ende fand… bis ich den ersten Trailer zu „Detective Pikachu“ sah. Sofort kamen die guten alten Erinnerungen wieder auf – plus, der Film sah vielversprechend aus. Jetzt habe ich ihn endlich gesehen… meine Begeisterung für Pokemon konnte er (zum Glück) nicht wiederbeleben.

Tim Goodman (Justice Smith) wird nach Ryme City gerufen. Sein Vater Harry ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ryme City ist eine riesige Stadt der Moderne, in der Pokemon und Menschen friedlich koexistieren. Das ist zumindest die Vision, die ihr Gründer Howard Clifford (Bill Nighy) einst hatte. Dessen Forschungslabor war jedoch Bestandteil von Harrys Ermittlungen. Das erfährt Tim, als er mit Hilfe der jungen Reporterin Lucy (Kathryn Newton) Nachforschungen anstellt… und mit der Hilfe von Pikachu (Ryan Reynolds), dem Pokemon seines Vaters, das Tim komischerweise verstehen kann.

„Detective Pikachu“ ist ein Film, der definitiv an ein jüngeres Publikum gerichtet ist (oh Wunder!!!). Das spiegelt sich vor allem in der vermeintlichen Kriminalstory wieder. Statt wirklich Rätsel zu lösen, kehrt der Film einfach alle zehn Minuten zum Ort von Harrys Unfall zurück… und jedes Mal bekommen wir durch irgendeine tolle Technologie ein kleines bisschen mehr zu sehen, bis sich dann alles endlich zu einem großen Bild zusammenfügt. So wirklich viel Detektiv steckt also leider nicht in „Detective Pikachu“, aber gut… es soll jetzt halt auch kein knallharter Thriller sein, sondern eben ein unterhaltsamer Kinderfilm. Von daher passen die „Ermittlungen“. Es verläuft schnell und bleibt interessant, ohne mit zu vielen Erklärungen zu nerven.

Die Charaktere sind dabei recht austauschbar, auch wenn sich Justice Smith alle Mühe gibt, seinem doch etwas eindimensionalen Tim mehr Tiefe zu verleihen. Immerhin kennt sich Smith ja damit aus, gegen „Monster“ zu spielen. Wir kennen ihn als den IT-Fritzen aus „Jurassic World 2“, jetzt darf er andere Wesen jagen. Und ja, die Taschenmonster machen in diesem Film schon sehr viel Spaß. Zu meiner großen Freude konzentriert sich „Detective Pikachu“ noch ein wenig mehr auf die Monster der alten Generation… so kannte ich dann wenigstens auch noch die meisten von ihnen. Aber natürlich ist das zum Glück alles keine Pflicht, die Viecher in und auswendig zu kennen.

Regisseur Rob Letterman muss man es zudem zu gute halten, dass er es wirklich gut schafft, die Pokemon natürlich in den Film zu integrieren. Sie sind da, sie machen ihr Ding als wäre es das normalste auf der Welt. Wir werden jetzt auch nicht überflutet mit Monstern, sondern bekommen alles in guten Dosen.

Großer Pluspunkt des Films ist natürlich das Titel gebende Pikachu. Also erst einmal möchte ich festhalten, wie unglaublich knuffig das ist. So wunderbar flauschig und niedlich und awwwwwww… Die Animationen sind wirklich gut in diesem Film. Wie schon gesagt, die Pokemon wirken sehr natürlich, aber gerade bei ihrem Titelhelden haben sich die Macher echt verdammt viel Mühe gegeben… und sie haben Ryan Reynolds als Sprecher. Das macht’s dann… Deadpool spricht Pikachu, ist Koffeinsüchtig und nicht abgeneigt, mal den ein oder anderen Witz zu reißen.

„Detective Pikachu“ ist kurzweilige Unterhaltung, die sehr von Ryan Reynolds Pikachu lebt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (niedlich, nett, Pika Pika)

3 Kommentare leave one →
  1. 5. August 2019 22:29

    Ach ja, die gute alte Gelbe Edition… ich erinnere mich noch, wie ich im Spielzeugladen stand und meinen Vater vollgeheult habe, bis er mir das Ding gekauft hat ^^
    Eigentlich voll die Abzocke, weil es da kaum Unterschiede zur roten Fassung gab, die ich schon hatte.
    Wie auch immer: Den Film fand ich ebenfalls okay, vor allem die erste Hälfte war stark. Aber je mehr es um die „Detektiv“story an sich geht, je weiter der Film also voranschreitet, umso schwächer wird er. Und das Finale war kompletter murks :/

    • donpozuelo permalink*
      6. August 2019 06:40

      Den Vergleich kann ich da nicht ziehen. Erst später habe ich dann gemerkt, dass diese verschiedenen Editionen eigentlich fast immer gleich waren.

      Die erste Hälfte war wirklich gut… Und ich sag ja, die Detektiv-Nummer war wirklich schwach. Beim Finale hatte man echt das Gefühl, die haben sich irgendwas aus dem Hintern gezogen, weil sie gar nicht so richtig wussten, wie sie es enden lassen sollten.

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