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Alte Liebe rostet nicht!

24. Juli 2019

Seth Rogen ist für mich nicht unbedingt der RomCom-Typ. Tatsächlich mehr der Kiffer-Komödien-Typ… oder eben auch der Typ hinter „Preacher“. Und vor allem der Typ mit dem vielleicht merkwürdigsten Lachen aller Zeiten. Aber definitiv nicht so wirklich der Typ für eine romantische Komödie, wirkt er doch immer eher wie der lustige Side-Kick für den Typen in einer romantischen Komödie. Und nachdem ich jetzt gefühlt 3000 Mal „Typ“ geschrieben habe, sollte vielleicht auch klar sein, dass ich Seth Rogen nicht so ganz greifen kann. Er ist dieser rundliche, bärtige, lustige Typ… mittlerweile muss ich gestehen, dass ich ihn als Produzenten eher zu schätzen weiß (siehe den Verweis zu „Preacher“). Jetzt möchte mich Seth Rogen (ja, mich ganz allein 😛 ) davon überzeugen, dass er das Zeug dafür hat, der leading man in einer RomCom zu sein. Ein long shot, wie der Amerikaner sagen würde… und deswegen heißt sein Film auch passend „Long Shot“.

Fred Flarsky (Rogen) ist ein Journalist mit Überzeugung… und weil er die mit Eifer vertritt, kündigt er seinen Job, als der Medien-Mogul Parker Wembley (Andy Serkis) die Zeitung kauft, für die er schreibt. Sein bester Freund Lance (O’Shea Jackson) versucht ihn aufzumuntern und nimmt ihn zu einer Party mit… dort trifft Fred seine alte Jugendliebe Charlotte (Charlize Theron) wieder. Die ist gerade dabei, sich auf die Kandidatur für das Amt des Präsidenten vorzubereiten und stellt Fred als Redenschreiber ein. Natürlich kommt es, wie es kommen muss… und es funkt zwischen den Beiden.

Tja… da haben wir das Ding also nun… „Long Shot“… ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht so wirklich, was ich schreiben soll. Der Film war nett… aber gerade mich als eingeschworenen RomCom-Liebhaber hat das Ganze nie so richtig abgeholt. Dabei ist die Geschichte an sich ja ganz charmant… gerade weil es auch mal ein eher untypisches Leinwand-Pärchen ist. Wir reden hier immerhin von Charlize Theron, die sich in Seth Rogen verliebt. Nicht unbedingt das klassische Pärchen… und Regisseur Jonathan Levine versucht sich auch daran, diese Gegensätze auszuspielen. Hier und da gelingt ihm das auch, aber so richtig wollte bei mir der Funke einfach nicht überspringen.

Vielleicht war es auch dieser etwas merkwürdige politische Unterton, den eine Komödie mit einer Politikerin in der Hauptrolle nun einmal mit sich bringt. So ganz hat das nie gepasst… vor allem diese idealistische Vorstellung von Fred und die Realität, der sich Charlotte tagtäglich stellen muss. Da streiten sie sich dann, weil sie Kompromisse eingehen muss, um etwas zu erreichen und er ist trotzdem aufgebracht und wütend, weil sie ihre Ideale verkauft hat. „Yeah, willkommen in der Politik, lieber Fred. Das geht da schneller als du denkst… und dabei bist du doch angeblich so ein kluges Köpfchen!“ Das hat nicht immer so gut gepasst, dennoch liefert der Film auch in diesem Bezug hier und da gute Dialoge und eine interessante Sichtweise auf die Werte und Prinzipien ihrer Charaktere… nur das das eben für das RomCom-Genre ein bisschen sehr weich gespült wird.

Charlize Theron und Seth Rogen haben eine gute Chemie, dafür dass sie dieses ungewöhnliche Pärchen spielen. Und irgendwie passen sie für diesen Film ganz gut zusammen. „Dank“ Seth Rogen darf der Humor unterhalb der Gürtellinie natürlich auch nicht fehlen, aber zum Glück hält sich der in Grenzen. Und trotzdem… ach, so ganz kann ich es nicht greifen, aber so richtig abgeholt hat mich das alles dennoch nicht. Es war nett, aber mehr auch nicht. Irgendwie auch schade, dass Andy Serkis es auch nie wirklich schafft, mal nur sich vor der Kamera zu zeigen, sondern immer in irgendeiner Maskerade versteckt ist. Bob Odenkirk als Präsident war witzig… und ich war am Ende sehr froh, dass sich der Film nicht auf die „Orange Man bad“-Schiene begibt.

Alles in allem ein netter Film, aber es ist auch nicht so schlimm, wenn man ihn verpasst.

Wertung: 6 von 10 Punkten (plätschert nett vor sich hin… mehr auch nicht)

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