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Beatles-Blackout

17. Juli 2019

Anfang des Jahres habe ich mir eine Gitarre gekauft, meine allererste Gitarre. Ziel ist es, das Ding zum Ende des Jahres zumindest so gut zu beherrschen, dass ich „Hous of the Rising Sun“ von The Animals drauf spielen kann. Dann kam jedoch mein „toller“ Bandscheibenvorfall dazwischen… und die gute Helena (jede Gitarre braucht einen Namen, habe ich von B.B. King gelernt, der seine Lucille nannte) verstaubte traurig im Schlafzimmer vor sich hin. Mittlerweile geht es mir wieder etwas besser und ich übe wieder fleißig. Wer weiß, vom Blogger zum Singer-Songwriter… Geschichten, wie sie das Leben schreibt 😉 Um eine nicht weniger absurde Geschichte geht es auch im neuesten Film von Danny Boyle: „Yesterday“.

Während auf der gesamten Erde für 12 Sekunden der Strom ausfällt, wird der erfolglose Singer-Songwriter Jack Malik (Himesh Patel) von einem Bus angefahren. Er verliert zwei Zähne, die Welt verliert sehr viel mehr. Wie Jack nach seinem Krankenhausaufenthalt erschreckend feststellen muss, kennt niemand die Beatles. Es ist, als hätte die Band niemals existiert… nur Jack kann sich an sie und ihre Songs erinnern. Daraufhin fasst der Sänger einen Plan: Er nimmt die Songs der Beatles auf und verkauft sie als seine eigenen. Seine Managerin Ellie (Lily James) hilft ihm… und schon bald wird Jack zur Berühmtheit, nicht zuletzt dank seines neuen Mentors Ed Sheeran (Ed Sheeran) und seiner neuen eiskalten Managerin Debra (Kate McKinnon).

Stellt dir vor, du wachst auf und keiner kennt die Pilzköpfe. Das ist die Prämisse von Danny Boyles „Yesterday“. Warum dieser Vorfall passiert, erfahren wir nie. Es ist einfach so. Alles andere bleibt fast gleich… Jack findet immer mehr Sachen heraus, die in dieser neuen Realität fehlen. Doch nichts ist so schwer wiegend wie das fehlen der 4 Jungs aus Liverpool. Danny Boyle macht daraus eine locker-leichte Musik-Komödie… und punktet vor allem durch die Musik (d’uh) und seine Darsteller. Alles andere bewegt sich in Recht vorhersehbaren Bahnen… „Yesterday“ liefert jetzt keine großen Twists und Turns und ich habe hier und da gelesen, dass der Film wegen seiner „einfachen“ Story kritisiert wurde. Aber ganz ehrlich, was will man da noch groß mehr sehen? Wahrscheinlich ist hier einfach das Problem, dass ein Danny Boyle Regie geführt hat. Da erscheint es vielleicht etwas verwerflich, dass der einen „einfachen“ Film abliefert…

… der aber, wie gesagt, funktioniert für das, was er sein möchte. Die Musik ist ganz klar der Star des Films, die vom anderen Star des Films, Himesh Patel, auf umwerfend gute Art und Weise gesungen wird. Patel ist sowieso ein Highlight des Films. Es ist schön zu sehen, wie sich sein Jack wandelt… vom verzweifelten Sänger, zum Pop-Phänomen hin zum zweifelnden Star, dessen schlechtes Gewissen, für etwas gefeiert zu werden, was gar nicht von ihm stammt, ganz schön an ihm nagt. An seiner Seite ist die wie schon in „Baby Driver“ bezaubernde Lily James, die einfach nur Zucker ist. So… ganz professionell, ich weiß, aber es ist so. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Jack gelingt Boyle aber nicht ganz so gut, weil sie sich nicht so richtig organisch ergibt. Sie himmelt ihn Ewigkeiten an, er kriegt nie was mit und dann auf einmal doch… ist zwar irgendwie ein Klassiker, aber so ganz rund läuft die Romantik in diesem Film nicht. Ist aber auch egal, Lily James verzeihe ich alles. 😉

Wem ich dagegen hier nichts verzeihe, ist Ed Sheeran. Denn irgendwie ist „Yesterday“ auch ein erschreckend schlechter Ed-Sheeran-Film. Der Junge kann gut singen, aber er kann einfach nicht schauspielern. Es tut echt weh, ihn hier zu sehen, wie er verzweifelt versucht, seine Sätze möglichst natürlich rüberzubringen. Dafür, dass „Yesterday“ eigentlich Jacks Film sein sollte, ist Ed Sheeran zu oft zu sehen. Und wer sich schon über seinen Gastauftritt in „Game Of Thrones“ beschwert hat, der wird bei „Yesterday“ so richtig kotzen.

Aber mal abgesehen von Ed Sheeran ist „Yesterday“ eine locker-leichte und vor allem süße Komödie über die Beatles und deren Musik (warum es allerdings keiner der lebenden Beatles in den Film geschafft hat, es dafür aber einen schlechten „Cameo“ eines verstorbenen Pilzkopfs gibt, kann ich nicht nachvollziehen).

Wertung: 7 von 10 Punkten (tolle Musik, ein tolles Leinwandpärchen mit Lily James und Himesh Patel und zu viel Ed Sheeran für meinen Geschmack)

6 Kommentare leave one →
  1. 17. Juli 2019 07:58

    Sehe ich auch so – der Film bietet exakt das, was man von ihm erwartet bzw. das, was er liefern soll. Inklusive Lilly James, die halt immer die gleiche Rolle spielt. Ein netter Gute-Laune-Film.

    • donpozuelo permalink*
      17. Juli 2019 11:10

      Genau… und nix gegen Lily James 😅ich finde sie toll.

  2. 17. Juli 2019 23:14

    Okay, jetzt ist der Streifen total raus aus meinem Spiel. Ich dachte Sheeran ist nur kurz zu sehen, als Gag, aber das hört sich nach mehr an. Ich kann mit ihm nichts anfangen.
    Vielleicht mal im Streaming.

    • donpozuelo permalink*
      18. Juli 2019 07:09

      Ich wusste nicht einmal, dass er da überhaupt mit dabei ist… Und ja, er war einfach zu oft zu sehen. Und er war echt nervig. Von daher… fürs Streaming sollte es irgendwann mal reichen 😅

  3. 24. Juli 2019 07:39

    Hmmmm. Und 90% aller Bands auf dieser Welt ohne die Beatles nennen dann wen als Inspirationsquelle? 😀 😉

    • donpozuelo permalink*
      24. Juli 2019 12:14

      Irgendwen anderen dann. Wahrscheinlich die Stones 🙈

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