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Mamas Partykeller

15. Juli 2019

Wenn Schauspieler mal gegen ihre üblichen Rollen spielen dürfen, ist das immer ein interessantes Experiment. Kann ein Komiker auch ernste Rollen (Steve Carell zum Beispiel kann das ganz gut)? Kann jemand aus ernsten Dramen auch Action (Liam Neeson hat auf jeden Fall einige Fähigkeiten)? Kann jemand, der sonst nie böse ist, auch mal das Böse personifizieren? In diesem Beispiel erwähne ich mittlerweile gerne Julia Roberts in „Mirror Mirror“ (ein nach wie vor unterschätzter Film!!!). Roberts hat da sichtlich Spaß daran, die böse Königin zu spielen und es ist ein Fest, ihr dabei zu zusehen. Jetzt versucht sich eine neue „Liebe“ an einer bösen Rolle. In „Ma“ wird Octavia Spencer für ein paar Teenager sehr gefährlich.

Maggie (Diana Silvers) zieht mit ihrer Mutter Erica (Juliette Lewis) in deren Heimatstadt. Hier findet Maggie zum Glück schnell Anschluss – bei Andy (Corey Fogelmanis), Haley (McKaley Miller) und deren Freunden. Als die Truppe vor einem Laden Sue Ann (Octavia Spencer) ansprechen, damit diese ihnen Alkohol kauft, ahnen die Freunde noch nicht, was sie damit auslösen. Sue Ann lädt sie ein, bei sich im Keller zu feiern und freundet sich mehr und mehr mit den Teenagern an… doch verfolgt Sue Ann, die von allen nur liebevoll „Ma“ genannt wird, dunkle Pläne.

„Ma“ ist auf dem Papier ein interessantes Projekt. Das Ganze wurde von Horror-Experte und Experimentier-Freund Jason Blum produziert. Regie führt „The Help“-Regisseur Tate Taylor, der Octavia Spencer zu ihrem Oscar verholfen hat mit ihrer Rolle in „The Help“… und jetzt lässt er sie in einem Horror-Film gegen ihre übliche Besetzung antreten. Klingt gut, doch die Realität sieht leider ganz, ganz anders aus.

Dieser Film ist stinkend langweilig… es sei denn, man hat noch nie in seinem Leben einen Horror-Film gesehen. Die Geschichte ist von Anfang so extrem vorhersehbar, dass es schon bald einfach keinen Spaß mehr macht. Zumal Taylor nicht einmal groß mit unseren Erwartungen spielt, sondern alles viel mehr genauso ablaufen lässt, wie man es erwartet.

Alles fängt als Teenie-Gedöhns an. Die saufen, nehmen Drogen und feiern. Es wird ein bisschen geflirtet, ein bisschen gelästert und es wird die Freiheit in Mamas Partykeller genossen. Irgendwann werden dann Mas „Übergriffe“ übler: „leichtes Stalking“ und Nerven wird zur Qual für die Kids, aber am Ende ist Party bei Ma doch am besten. Warum Ma das alles macht? In kleinen Rückblenden erfahren wir es so nach gefühlten fünf Minuten… und naja, diese „Auflösung“ ist etwas schwierig. Schwierig in dem Sinne, da ich mich frage, ob das, was Ma da anrichtet auch nur in irgendeinem Vergleich zu dem steht, was man ihr angetan hat. Ohne Frage ist das auch schlimm gewesen, aber das… naja, muss jeder für sich selbst beurteilen.

Der Film plätschert aber eher so vor sich hin. Man merkt dabei einfach auch, dass Tate Taylor nicht wirklich im Horror-Genre zuhause ist und so werden einfach nur brav alle üblichen Klischees abgespult. Zum Ende gibt es dann leichte Gewaltexzesse, die den Film dann aber leider auch nicht mehr retten.

Von den Darstellern muss man auch nicht großartig reden. Da bleibt kaum jemand im Gedächtnis. Die Teenager sind die typischen Teenager und austauschbar wie eh und je. Selbst eine Juliette Lewis oder ein Luke Evans, die als die Eltern der Teenager auftauchen, wirken ziemlich blass. Doch kommen wir zur Grand Dame von „Ma“: Octavia Spencer in einigen Szenen zu sehen, wenn sie versucht, auf jugendlich zu machen, hat schon Fremd-Schäm-Charakter. Sie gibt sich Mühe, ihre innere Kathy Bates als Annie Wilkes in „Misery“ zu finden, aber es gelingt ihr nicht. Spencer kann die Rolle nicht wirklich mit Leben füllen und ihr auch nicht diesen Wahnsinn schenken, den sie bräuchte. So ist selbst Ma in ihrem eigenen Film einfach nur öde. Und an ihr hängt der ganze Film… und fällt dann leider auch mit ihr.

Wertung: 2 von 10 Punkten (öde, langweilig und uninspiriert – man sollte Ma in ihren Keller sperren und nicht mehr rauslassen)

9 Kommentare leave one →
  1. 15. Juli 2019 20:05

    Ich fand schon den Trailer vollkommen nervtötend 😒

    • donpozuelo permalink*
      15. Juli 2019 23:21

      Und wie der Trailer ist dann leider auch der ganze Film…

  2. 17. Juli 2019 21:01

    Ha, dachte ich mir das doch :))
    Freundin wollte mit mir rein, aber ich war weise und habe abgelehnt; die Trailer waren schon so schnarchig.
    Man, 2 Punkte…!

    • donpozuelo permalink*
      17. Juli 2019 22:16

      Da warst du wirklich sehr weise. Der Film ist einfach öde. Dabei muss ich gestehen, dass ich die Trailer okay fand.

  3. 19. Juli 2019 18:22

    Bin ich eigentlich der einzige, der Octavia Spencer als Schauspielerin nicht wirklich toll findet? ^^‘

    • donpozuelo permalink*
      19. Juli 2019 19:40

      Ich kann da nicht wirklich viel drüber sagen… Ich kenne sie nur noch aus „The Shape Of Water“. So als Nebendarstellerin halt…

      • 19. Juli 2019 20:30

        Neben dem von dir erwähnten The Help fiele mir noch Hidden Figures und diese Divergent-Filme ein…

        • donpozuelo permalink*
          21. Juli 2019 10:35

          Hidden Figures habe ich nicht gesehen. Und von den Divergent-Filmen nur den ersten… wobei ich mich nicht mal mehr an Spencer erinnern kann.

        • 21. Juli 2019 18:17

          Die war da glaube ich die Anführerin von irgendwelche Hippies…

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