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Die Spinne auf Reisen

10. Juli 2019

Erst war „Spider-Man: Far From Home“ der Anfang von Phase 4 des MCU, dann ruderte Kevin Feige auf einmal zurück und entschied, dass es doch das Ende von Phase 3 ist. Warum, das verstehe ich bis heute nicht so richtig. Warum kann „Avengers: Endgame“ nicht für das Ende stehen? Wozu muss Spidey da noch in Phase 3 gequetscht werden? Eine verdammt schwere Aufgabe, die der Spinnenmann da aufgedrückt bekommt – egal, wie sehr Tony Star nun sein Mentor gewesen ist oder nicht. Spidey den Abschluss machen zu lassen, wirkt etwas merkwürdig. Aber gut, am Ende sind das auch nur Kleinigkeiten, die gar nicht so wichtig sind. Also reden wir lieber einfach über „Spider-Man: Far From Home“.

Peter Parker (Tom Holland) reist mit seinen Mitschülern für zwei Wochen nach Europa. Dabei steht für die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft vor allem MJ (Zendaya) im Vordergrund. Der möchte Peter nämlich sagen, dass er sie mag. Leider ist das schwieriger als gedacht. Auf der ersten Station der Reise, in Venedig, wird Peter nämlich von Nick Fury (Samuel L. Jackson) angeheuert, eine neue Bedrohung zu bekämpfen: Vier Wesen, die sogenannten Elementals, bedrohen die Erde… gemeinsam mit Quentin Beck (Jake Gyllenhaal), der angeblich aus einem Paralleluniversum kommt, muss Spidey die Elementals bekämpfen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass das noch nicht alles gewesen ist.

Ob Spidey nun das Ende von Phase 3 oder der Anfang von Phase 4 ist, ist ja nun wirklich egal. Dennoch fand ich es sehr schön, wie sie mit den Ereignissen aus „Endgame“ umgegangen sind. Gerade in Bezug auf die Beziehung zwischen Peter und Tony Stark. Letztendlich ist das ein bisschen die krassere Version vom Verlust von Ben Parker. Einmal mehr muss Peter mit dem Verlust einer wichtigen Vaterfigur umgehen und seinen eigenen Platz finden. Da passt dann auch perfekt Quentin Beck a.k.a. Mysterio rein, der sich Peter als Freund nähert und mehr Verständnis für ihn und seine „normalen“ Probleme aufbringt als ein Nick Fury, der ihn einfach nur als Superheld braucht.

Überhaupt ist alles, was sich rund um Mysterio dreht, hier echt ziemlich super gemacht. Das liegt zum Teil natürlich an Jake Gyllenhaal, der einen Eimer Wasser spielen könnte und dabei einfach nur gut wäre. Zum anderen spielt der Film auch gekonnt mit der Figur Mysterio und liefert dabei einige sehr aufregende Passagen (über die ich jetzt nicht zu viele Worte verlieren kann, da ich mich schon gefährlich nahe am Spoiler-Territorium befinde). Mit Mysterio tobt sich Regisseur Jon Watts einfach mal ordentlich aus und wird damit dem Charakter Mysterio mehr als nur gerecht. Fans des Charakters können zufrieden sein.

Ich war von all dem schwer begeistert (aber ich bin ein Spidey-Fan der ersten Stunde und nur schwer nicht zu begeistern). „Far From Home“ setzt gekonnt noch einen drauf und übertrumpft auch „Homecoming“. Was beide Filme aber wirklich gut gemacht haben, sind a) die Schurken (in beiden Filmen großartig und etwas, was sich das MCU mal genauer anschauen sollte) und b) Peter Parker / Spider-Man. Tom Holland ist einfach perfekt für die Rolle und gerade „Far From Home“ stellt ihn noch mehr vor Probleme, die der Sympath irgendwie lösen muss. Die ganze „Liebesgeschichte“ mit MJ ist putzig, die Dynamik auch mit Ned (Jacob Batalon) ist wiedermal super. „Far From Home“ schafft gekonnt den Spagat zwischen Coming-Of-Age-Teenie-Gedöhns und Superhelden-Film… und das ist schon immer das gewesen, was ich an Spider-Man so gemocht habe. Er hat echte menschliche Probleme, aber auch Superhelden-Sorgen… und er hat jetzt nicht Milliarden von Dollar, um das wieder zu richten.

„Far From Home“ ist die James-Bond-Variante von Spider-Man, der – einziges Manko des Films – nicht durch New York schwingen darf (und wenn die Spinne irgendwo hin gehört, dann ist es ja wohl New York): exotische Schauplätze und ein fieser Schurke und ein Spidey-Girl, das ihm den Kopf verdreht. Das Ganze ist vermischt mit der richtigen Prise Humor, guter Spidey-Action und der für Spider-Man wohl aufregendsten Mid-Credit-Scene, die nicht nur einen großartigen alten Bekannten auftauchen lässt, sondern richtigen Ärger für den hoffentlich bald kommenden dritten Teil verspricht.

„Far From Home“ war für mich jetzt kein Abschluss von Phase 3. Es war der bisher beste Sommer-Blockbuster des Jahres, der perfektes Popcorn-Kino abgeliefert hat…

Wertung: 9 von 10 Punkten (sein Name ist Man, Spider-Man… und er funktioniert auch in Europa)

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