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Kokainum!!!

1. Juli 2019

Vor einer kleinen Ewigkeit habe ich mir mal Arnies „Red Heat“ auf Blu-ray gekauft. Ein Film meiner „Kindheit“, den ich unbedingt auch mal wiedersehen wollte. Es ist immerhin Arnie und Arnie ist Kult. Doch zuhause kam dann der Schock: Meine Playstation wollte einfach partout nicht die Blu-ray abspielen. Böse Playstation, dachte ich zumindest. Wie sich aber schon bald rausstellte, muss es eher heißen „Böse Bluray“. Offensichtlich war die nicht kompatibel für die PS4. Was mich traurig mit einer unnützen Disk zurückließ, die ich dann einfach einem Kumpel schenkte und mir daran machte, auf Online-Wegen in den Genuss der Roten Hitze zu kommen. (Kleines Update: Mittlerweile hat Netflix den Film, hätte ich also einfach nur etwas mehr Geduld gehabt… aber gut, hätte, hätte, Fahrradkette)

Der russische Polizist Ivan Drago… ach, nee, das war ja ein anderer. Also noch einmal: Der russische Polizist Ivan Danko (Arnold Schwarzenegger) jagt den Drogendealer Viktor Rosta (Ed O’Ross). Dabei tötet der jedoch Dankos Partner und setzt sich in die USA ab. Hier wird er für eine Bagatelle verhaftet… und so kann Danko nun in die Staaten reisen, um ihn zurückzubringen. Natürlich geht alles schief, Rosta entkommt und Danko muss ihn wieder finden. Ihm zur Seite steht der Chicagoer Cop Ridzik (Jim Belushi).

Manchmal sollte man die Erinnerungen an früher Erinnerungen an früher sein lassen. Ich hatte „Red Heat“ sehr viel besser in Erinnerung, als das, was ich da jetzt gesehen habe. Versteht mich nicht falsch, ich mag den Film nach wie vor, aber irgendwie hat mir dann doch was gefehlt. Was nicht an den Darstellern liegt, sondern mehr an der Story selbst.

Arnie ist großartig als stumpfe Kampfmaschine. In diesem Film „stört“ dann auch mal nicht sein dicker Akzent (aber gut, wann stört der schon?), sondern passt perfekt. Seine Terminator-Statur und die Unfähigkeit, auch nur einen Muskel im Gesicht zu bewegen, machen ihn wahrscheinlich zu einem absoluten Wunschbild des sowjetischen Supermenschen. Er redet brav die Sowjetunion schön, verachtet den Kapitalismus und kann nur an die Arbeit denken. Im schönen Kontrast dazu steht Plappermaul Jim Belushi… eine Wahl, die nicht besser hätte sein können. Der harte Osten und der weiche Westen, der immer einen dummen Spruch auf den Lippen hat, ständig Frauen hinterher geiert und sich gerne mit Zeug vollstopft. Hier prallen gekonnt zwei Welten aufeinander… allerdings hätte man gerade Belushi noch ein bisschen mehr von der Leine lassen können. Die Chemie zwischen den beiden ist schon gut, aber ich hatte das Gefühl, da würde noch mehr gehen.

Die ganze Fish-out-of-Water-Story wiederum passt ganz gut. Mehr davon und „Red Heat“ wäre zu sehr zur Komödie geworden. Von daher kann ich verstehen, dass Regisseur Walter Hill darauf nicht zu viel Wert legt. Allerdings, und damit kommen wir zum meinem größten „Problem“, hätte die Action dann doch noch besser sein können. Ich hätte mir noch mehr Arnie als Kampfmaschine und Belushi als Revolverheld gewünscht. Ein bisschen mehr Over-the-top und dafür weniger von der doch recht einfach gestrickten Story, die dann durch allerlei Dinge, immer noch ein bisschen „komplizierter“ gemacht wird. Gina Gershons Rolle als Rostas Frau hätte man sich sparen können, aber dann wäre ja gar keine Frau mehr im Film gewesen.

„Red Heat“ tut sich manchmal schwer, zu sagen, was es denn nun wirklich sein möchte: Action-Komödie oder doch Thriller. Es ist irgendwie beides, aber im Vergleich zu den anderen zig Buddy-Cop-Action-Filmen der 80er Jahre stinkt „Red Heat“ ein klein wenig ab. Nichtsdestotrotz ist und bleibt es ein Film meiner Kindheit, weswegen die Nostalgie dann doch sehr viel rettet 😉

Wertung: 7 von 10 Punkten (mit Arnie bei den Sowjets wäre der Eiserne Vorhang nie gefallen)

2 Kommentare leave one →
  1. 2. Juli 2019 21:52

    Arnie als „absolutes Wunschbild des sowjetischen Supermenschen“ – sehr poetisch und sehr treffend ausgedrückt 😉
    Wobei ich ein ums andere Mal tatsächlich auch einen leisen Hauch von Kritik an der Sowjetunion aus seinen Worten herausgehört habe, meine ich zu behaupten…

    • donpozuelo permalink*
      3. Juli 2019 09:56

      Danke, danke. 😅 ja, ein wenig Sowjetkritik schwingt da unterschwellig schon mit. Aber es ist ja auch ein amerikanischer Film. Das hätten die sich nicht nehmen lassen.

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