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Die Auferstehungsblume

12. Juni 2019

Für Zombies bin ich ja eigentlich immer zu haben. Ich meine, trotz einiger Pausen verfolge ich ja weiterhin brav „The Walking Dead“ – und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir auch die ersten Folgen der fünften Staffel von „Fear the Walking Dead“ angeschaut habe, auch wenn ich nach Staffel 4 eigentlich wirklich nicht mehr wollte. Aber das bringt es irgendwie auch nicht mehr. Die Zombies in „The Walking Dead“ sind nicht mehr so berauschend und aufregend. Ich brauche neuen Stoff… und dank mehrerer Menschen habe ich tatsächlich neuen Stoff gefunden. Dieser Stoff aus Korea und verbindet, wenn ich das mal ganz salopp sagen will, „Game of Thrones“ mit „The Walking Dead“.

Die erste südkoreanische Netflix-Produktion „Kingdom“ entführt uns in ein mittelalterliches Korea. Seit einiger Zeit geht das Gerücht um, dass der König nicht mehr am Leben sei. Mehrere Stimmen verbreiten sich und fordern, dass Kronprinz Lee Chang (Ju Ji-hoon) an die Macht kommt. Doch das wird von der Königin (Kim Hye-jun) nicht geduldet, denn sie ist schwanger und will ihr Kind auf dem Thron sehen. Dafür will auch ihr Vater, der Minister Cho Hak-ju (Ryu Seung-ryong) sorgen. Der Kronprinz wird daraufhin als Landesverräter tituliert und gejagt. Der versucht derweil heraus zu finden, was mit seinem Vater los… und reist mit seinem treuen Gefährten Muyeong (Kim Sang-ho) zu einem Arzt, der bislang seinen Vater behandelt hat. Dabei muss der Prinz aber feststellen, dass dieser Arzt mit der geheimnisvollen Auferstehungsblume herum hantiert hat… der König war nämlich doch tot und ist nun ein Zombie. Und diese Epidemie breitet sich leider wie ein Lauffeuer im Königreich aus.

Es gibt an „Kingdom“ eigentlich nichts zu meckern… außer vielleicht an der Tatsache, dass die erste Staffel nach nur sechs Episoden schon vorbei ist. Diese Serie ist der Hammer!!! Fangen wir mal mit dem Setting an… wer koreanische Historienfilme mag, ist hier schon mal genau richtig. Die Ausstattung und die Kostüme der Serie ist bombastisch. Ob nun die Paläste oder die kleinen Dörfer mitten im Nirgendwo, alles wirkt absolut authentisch.

Wie schon erwähnt: Wer die ersten Staffeln von „Game of Thrones“ mochte, in denen es noch viel um Lug und Betrug am Königshof ging, wird „Kingdom“ ebenfalls feiern. Hier jagt eine Intrige die nächste. Die Adligen sind die größten Arschlöcher der Welt in dieser Serie und immer nur auf sich aus – mal abgesehen vom Kronprinzen, der natürlich unser Held ist. Aber alle anderen hohen Ämter sind geprägt von purem Egoismus und Machtgier. Dadurch eröffnen sich einem im Laufe der sechs Folgen Abgründe, die bitterböse sind… ich sage mal nur, dass selbst die Königin ein Geheimnis hat, das ordentlich fies ist. Allein deswegen schon macht „Kingdom“ unglaublich viel Spaß, weil sich nach und nach alles offenbart und einen Kopf schüttelnd zurücklässt.

Als nächstes kommen wir zum „The Walking Dead“-Aspekt… und das sind natürlich die Zombies. Wobei sich der Vergleich mit der Untoten-Serie eher weniger eignet. Eigentlich müsste man die „Kingdom“-Zombies eher mit denen aus „28 Days Later“ vergleichen. Hier wird nicht gemütlich vor sich hin geschlurft. Wenn die Untoten in „Kingdom“ kommen, dann solltest du besser die Beine in die Hand nehmen, denn die Viecher sind erbarmungslos und vor allem schnell… und in den meisten Fällen kommen sie in Meuten angerannt und fressen sich durch ihre Opfer. Spannend fand ich dabei noch die Tatsache, dass sich die Viecher wie Vampire vor der Sonne verstecken und nur nachts auftauchen. Ein schöner Kniff, der die ganze Dynamik der Serie ein bisschen belebt, weil man so zwischendurch auch einfach mal Zeit für die Menschen hat – und nicht immer Angst vor den Untoten haben muss. Doch auch diese Untoten haben noch ein dunkles Geheimnis… ein schöner fieser Cliffhanger, der schon jetzt Bock auf Staffel 2 macht.

Schlussendlich muss man dann aber auch noch die Schauspieler loben. Die sind durch die Bank durch alle großartig und füllen ihre Rollen perfekt aus.

„Kingdom“ ist durchweg eine tolle Serie, spannend erzählt, mit starken Charakteren versehen (die alle irgendwo auch nach sechs Folgen noch ihre kleinen Geheimnisse haben) und guter Zombie-Action, die sich wirklich sehen lassen kann.

Wertung: 10 von 10 Punkten (mein neues „The Walking Dead“, nur halt noch tausendmal besser)

4 Kommentare leave one →
  1. 12. Juni 2019 17:50

    Sag ich doch, ganz tolle Serie 😀

    • donpozuelo permalink*
      12. Juni 2019 18:26

      Du hattest absolut Recht. Die ist wirklich großartig. Staffel 2 kann gar nicht schnell genug kommen.

  2. 17. Juni 2019 19:24

    Hat mich auch überrascht, wie toll diese Serie ist! Der Kniff am Ende war natürlich brillant – aber verdammt noch mal, wer hat entschieden, dass die erste Staffel so enden darf?!?
    Die Serie umgeht durch ihr Setting ja auch sehr schön ein „Problem“, das viele andere Genre-Vertreter haben, nämlich dass die Menschen das Konzept eines Zombies nicht kennen – im Gegenteil zu modernen Filmen und Serien

    • donpozuelo permalink*
      18. Juni 2019 09:25

      Hahaha… Ja, das Finale ist ganz schön gemein gewesen. Ich hoffe auch, dass schnell Nachschub kommt.

      Und ja, mit dem Zombie-Problem geb ich dir absolut Recht. Das finde ich auch echt gut.

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