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Random Sunday #15: Oxenfree

2. Juni 2019

Ich spiele gerne. Seit meiner Zeit mit „Red Dead Redemption 2“ habe ich auch das Unter-der-Woche-Spielen wieder mehr für mich entdeckt. Jetzt gibt’s also nicht nur Filme und / oder Serien unter der Woche, sondern hier und da auch mal ne Stunde oder zwei an der guten alten Konsole. Im Moment bin ich gerade dabei „Horizon: Zero Dawn“ ein zweites Mal zu spielen – und muss feststellen, dass ich viel cleverer vorgehe als noch beim ersten Mal. Doch um „Horizon“ geht es jetzt nicht, sondern um eine Entdeckung, die ich gemacht habe, die mir förmlich die Schuhe ausgezogen hat.

Seit einiger Zeit habe ich schon das Spiel „Oxenfree“ auf meinem Tablett, doch bin ich nie so wirklich dazu gekommen, es mal zu spielen. Dann aber kam meine Chance: Ich habe auf die Katzen von Freunden aufgepasst und dort dann einfach mal die doch recht Internet freie Zeit genutzt, um „Oxenfree“ zu spielen. Und was soll ich sagen??? Oh mein Gott, was für ein tolles Spiel.

Alex fährt mit ihrem Stiefbruder Jonas und ihrem besten Freund Ren auf die kleine Insel Edwards Island. Dort wollen sie gemeinsam mit Nona und Clarissa ein wenig feiern. Die Insel selbst hat eine bewegte Geschichte: Das Ganze war mal eine Militär-Basis. Ein U-Boot sank hier während des Zweiten Weltkriegs und es wurde mit Funkwellen geforscht. Doch Alex und ihre Freunde stoßen schon bald auf ein noch viel interessanteres Geheimnis der Insel: Offensichtlich existiert hier ein Riss in der Zeit oder in den Dimensionen oder was auch immer. Auf jeden Fall werden die vier Teenager von irgendwas besessen und durch die Zeit geschmissen und was nicht alles. Alex muss also schnell herausfinden, was wirklich auf der Insel vor sich geht und wie sie sich und ihre Freunde retten kann.

Hach… es muss nicht immer Mega-Super-Duper-Grafik-Ekstase sein. Letztendlich gilt, wie bei so ziemlich allem fiktiven, die Story muss stimmen. Wenn die Charaktere funktionieren und durch sie eine gute Story erzählt wird, ist alles andere fast schon nebensächlich. „Oxenfree“ erzählt eine fantastische Story, die schon allein aus Filmkritiker-Sicht (die ich ja hier vornehmlich einnehme) überaus spannend ist. Das Spiel verbindet klassische Coming-Of-Age-Story mit Übersinnlichem. Es ist ein bisschen, als hätten sich „Stand By Me“, „Stranger Things“ und tatsächlich „Life is Strange“ getroffen und daraus wäre „Oxenfree“ entstanden.

Die Geschichte entfaltet sich gekonnt langsam und mit jedem neuen Hinweis ein wenig mehr. Dabei lässt „Oxenfree“ dem Spieler selbst genug Raum, um sich seine eigenen wirren Theorien über Edwards Island zusammenzustellen. Aber keine Sorge, es gibt am Ende auch eine ordentliche Aufklärung.

„Life is Strange“ erwähne ich hier, weil in „Oxenfree“ Zeitsprünge ebenfalls eine Rolle spielen. Die kommen und gehen aber unkontrolliert und haben mich manchmal echt in Schockstarre versetzt. Überhaupt waren die Gruselmomente im Spiel (die auch stark mit den Zeitsprüngen verbunden sind) einfach nur der Hammer.

Auch wie „Life is Strange“ ist „Oxenfree“ eigentlich mehr Film-Erlebnis als Game. Es ist Point-and-Talk. Man klickt, man redet, hat dabei ein paar Auswahlmöglichkeiten und das war’s. Das Ganze in so 2D Animation und fertig. Was wirklich nicht aufregend klingt, reicht aber vollkommen und dreimal aus. Wie gesagt, die Story macht’s. Die Charaktere sind aufregend, man verliert sich in diesem Spiel und kann gar nicht aufhören. Das Mysterium lockt einen, man will einfach wissen, was es mit Edwards Island auf sich hat.

„Oxenfree“ ist ein umwerfendes, kleines Spiel, das einfach unglaublich ist. Und… das will ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen… es hat einen großartigen Soundtrack. Somit ist dann auch das Gesamtpaket voll.

6 Kommentare leave one →
  1. 2. Juli 2019 21:05

    Ha! So ein Zufall – ich habe Oxenfree auch vor einer Weile gespielt und war ähnlich begeistert wie du. 🙂 Habe damals auch darüber geschrieben. In meinem Fall war es kurz bevor ich mit Life is Strange angefangen habe. Und es hat mir überaus gut gefallen. Mit dem Muster, dass die eigenen Entscheidungen das Spiel beeinflussen und der Lehre, dass keine Entscheidungen zu treffen auch ein Fehler ist, kriegt man mich immer wieder. Mit Firewatch war das so ähnlich, auch wenn der Effekt nicht ganz so stark war.
    Ich glaube wir können uns ganz gut voneinander abschauen, welche Spiele wir gut finden ^^b

    • donpozuelo permalink*
      3. Juli 2019 09:54

      Das denke ich auch. Oxenfree ist aber auch einfach ein tolles, tolles Spiel. Kann gar nicht genug davon kriegen. Werde es demnächst auf jeden Fall noch einmal spielen.

  2. Karl Wittmann permalink
    2. Januar 2020 02:15

    Ich würde mich freuen wenn wieder einmal die “ALTEN“ Gozilla-Filme zu sehen.

  3. 2. Dezember 2020 23:34

    Grade eben beendet. Spannende Story mit gutem Pacing und einigen „whoa, was passiert hier???“-Momenten, minimalem Gameplay und insgesamt nem überschaubarem Schauplatz. Ich freu mich ja immer, wenn Games auch in der Kürze etwas Cooles erzählen können. Meine Switch-Version hat aber oft geruckelt und mir gefiel persönlich nicht, wie oft meine Dialogentscheidungen zum Abbruch des grade stattfindenden Talks des NPCs führten, so als würde ich ihn unterbrechen – was das Game aber nicht konsequent so durchgezogen hat. Mich nervte auch die Trantütigkeit der Figur beim Gehe und Klettern, das hätte ruhig optional flotter gehen können. Insgesamt aber ein wirklich nettes Ding, das man fix einschieben kann – sehr nice!

    • donpozuelo permalink*
      3. Dezember 2020 07:55

      Ja, ich hatte damit auch echt viel Spaß. Hab’s auf meinem Tablet gespielt, da lief eigentlich alles recht ordentlich.

      Ich finde mittlerweile auch mehr und mehr Gefallen an diesen kleinen Games, die man gut und schnell durchspielen kann.

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