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TGIF XVIII: Mückenplage und schwarze Löcher

24. Mai 2019

Die Millennium-Phase der Godzilla-Filme präsentiert sich im Augenblick nicht gerade von ihrer besten Seite. „Godzilla 2000: Millennium“ war schon ein ziemlicher Reinfall, aber wer gedacht hätte, das würde Toho Studios aufhalten, weiter zu machen, der täuscht. Schließlich reden wir immer noch davon, dass es über 30 Godzilla-Filme gibt. Ein Jahr nach „Godzilla 2000“ wurde das nächste Godzilla-Abenteuer veröffentlicht: „Godzilla vs. Megaguirus“. Wer allerdings wie ich dachte, Megaguirus wäre eine Art Weiterentwicklung von Godzillas erstem Gegner Anguirus aus „Godzilla kehrt zurück“, der täuscht sich auch. Stattdessen bekommt es Godzilla mit einer Mückenplage zu tun.

„Godzilla vs. Megaguirus“ verändert mal eben komplett die Ereignisse der Vergangenheit. Wir bekommen erklärt, dass der Godzilla aus dem Original-Film wütete, jedoch wurde in dieser neuen Zeitlinie nie der Oxygen Destroyer eingesetzt. Godzilla lebt also in diesem Film seit den 50er Jahren und sorgt für Chaos. Osaka ist nun statt Tokyo die neue Hauptstadt Japans und die japanische Regierung hat der Atomenergie komplett den Riegel vorgeschoben, um Godzilla keine weiteren Möglichkeiten zur Energiegewinnung zu geben. Dennoch wütet das Monster weiter… weswegen im Jahr 2001 eine neue Waffe ausprobiert wird: Die erzeugt ein schwarzes Loch, durch das Godzilla vernichtet werden soll. Bei einem ersten Test sorgt das aber für das plötzliche Aufkommen prähistorischer „Mücken“-Viecher, die Godzilla die Energie aussaugen und diese dann in ein riesiges Monster namens Megaguirus übertragen.

Ja… die Millennium-Phase macht sich mit jedem Film die Welt so, wie man sie gerade für das nächste furchtbare Drehbuch braucht. Leider gelingt es den Machern einfach nicht, eine interessante Geschichte zu erzählen. Gut, kein Mensch guckt Godzilla-Filme wegen einer guten Story, aber so als Hintergrundrauschen sollte es schon noch funktionieren. Aber das ist alles nur noch gaga. Es gibt wieder eine merkwürdige staatliche Organisation, die sich wirklich und ernsthaft „G-Grasper“ nennen, weil sie Godzilla fangen und vernichten wollen. Diese Faszination mit „Geheimorganisationen“ in den letzten Filmen verstehe ich nicht… vor allem muss man sich gerade in diesem Film die Frage stellen, was diese Organisation eigentlich in den letzten 50 Jahren gemacht hat, wenn Godzilla nach wie vor eine Bedrohung ist. Nicht gerade sehr effektiv.

Wie gesagt, die Story ist Käse… aber immerhin erleben wir etwas Neues in diesem 24. Film der Reihe: Ein Mensch reitet für kurze Zeit auf Godzilla. Ist das nicht unglaublich??? Ja, genau… gähn… es ist nicht sonderlich aufregend und auch ziemlich schnell wieder vorbei. Wie auch die Action in diesem Film.

Diese Mückenwesen sind ziemlich langweilig… es gibt wirklich eine Szene, in der ein Schwarm von ihnen über Godzilla herfällt und der dann mit seinem Schwanz ein paar von denen zu Mus verarbeitet und ein paar andere mit seinem Atom-Strahl brutzelt. Dennoch ziehen die genug Energie aus ihm und Megaguirus kommt zum Vorschein. Und ganz ehrlich… die Monster-Kämpfe der Neuzeit sehen schlimmer aus, als manche aus den alten Filmen. Man möchte doch meinen, dass sich die Toho Studios auch ein bisschen weiterentwickelt haben, aber nein! Die Kämpfe sind unspektakulär inszeniert und einfach nur öde. Da sah alles schon vor 30 Jahren besser aus… der Fortschritt ist hier irgendwie noch nicht angekommen. Was aber vielleicht auch daran liegt, dass Godzilla hier nur noch abgefrühstückt wird, damit jedes Jahr ein neuer Film in die Kinos kommen konnte.

„Godzilla vs. Megaguirus“ ist ein weiterer Reinfall, der dem Kultmonster Godzilla einfach nicht gerecht werden kann. Mich erwarten jetzt noch vier Filme in der Millennium-Phase, ich  hoffe, dass da wenigstens ein guter mit dabei ist. Immerhin ist der nächste Film einer, der Mothra und King Ghidorah wieder zurückbringt. Das klingt dann doch recht viel versprechend.

Wertung: 3 von 10 Punkten (öder Sci-Fi-Plot, öder Gegner, öde Charaktere – kurz: alles öde)

3 Kommentare leave one →
  1. 26. Juni 2019 17:23

    Oh je ^^‘ Der Film mag öde sein, aber deine Besprechung liest sich witzig 😉 Ich würde Godzilla auch auf Mückenplagen hetzen … endlich ein sinnvoller Einsatz. Aus großer Macht folgt … usw.

    • donpozuelo permalink*
      26. Juni 2019 19:13

      Das freut mich zu hören. Ja… Godzilla gegen Mücken wäre nicht schlecht. Aber am Ende macht’s vielleicht auch einfach so ein schwarzes Loch als eine Art Staubsauger. 😅

Trackbacks

  1. TGIF IXX: Die heiligen 3 Schutzmonster | Going To The Movies

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