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TGIF XVI: Wandelnder Welt-Untergang

10. Mai 2019

Als DC damals Schwierigkeiten hatte, Comics zu verkaufen, kam einer der Autoren auf eine geniale Idee: Was ist, wenn wir den stärksten Mann der Erde töten? Unglaublich, Superman ist doch der Held der Erde. Wie kann dieser Typ einfach sterben? Ein genialer Schachzug, der die Welt der Comics gleichzeitig für immer veränderte. Mit „Death of Superman“ wurde ein großer Superheld einfach mal getötet… und die Verkaufszahlen gingen natürlich nach oben. Dieses „Ereignis“ will man sich ja nicht entgehen lassen. Natürlich wissen wir mittlerweile alle, dass Superman nicht wirklich starb, aber die Idee zündete… und mehr Helden konnten mal kurz „sterben“. Eine ähnliche Idee hatte auch das japanische Studio Toho, als „Godzilla vs. SpaceGodzilla“ (zu Recht) ein Flop an den Kinokassen wurde. Der folgende Film wurde damit promotet, dass man nun Godzilla töten würde… und das zog die Massen ins Kino.

In „Godzilla vs. Destoroyah“ wird Godzilla zum wandelnden Welt-Untergang. Sein Körper gleicht einem riesigen Kernkraftwerk, das kurz vor der Explosion steht. Und diese Explosion könnte die ganze Erde in den Untergang stürzen. Diese Aussage über Godzilla stammt übrigens von Kenichi Yamame (Yasufumi Hayashi), dem Enkelsohn von Dr. Yamame aus dem originale Godzilla von 1954. Gleichzeitig entdeckt ein anderer Wissenschaftler, dass durch den Einsatz des Oxygen-Destroyers damals kleine Urzeit-Wesen mutierten. Die tauchen nun auf, erst klein und viele, später schließen sie sich zu einem Supermonster namens Destoroyah zusammen. Die Menschheit braucht nun einen Plan, um beide Monster  zu eliminieren, ohne dabei selbst draufzugehen… und da kommt dann ein erwachsener Baby-Godzilla ins Spiel.

Mit „Godzilla vs. Destoroyah“ endet die zweite Phase der Godzilla-Filme, die sogenannte Heisei-Phase. Und die endet mit einem ordentlichen Knall und gleichzeitig einer schönen Hommage an den ersten „Godzilla“. Die ganzen Verweise zum Oxygen-Destroyer, Dr. Yamame und dem selbstlosen Opfer von Dr. Serizawa, der den ersten Godzilla tötete. Godzilla Nummer 22 schließt so sehr schön den Bogen zu den Anfängen der Echse und liefert mal eine halbwegs spannende Geschichte, in der es mal wirklich wieder um was geht. Dieses Mal können die Menschen nicht einfach darauf hoffen, dass Godzilla ihnen hilft. Dieses Mal ist Godzilla die Bedrohung wieder selbst.

Mit Destoroyah findet die Heisei-Phase auch einen würdigen Endgegner. Meine Güte, das Vieh sieht großartig aus. Die kleinen Dinger sind so halbe Xenomorph-Ripoffs, später wenn die alle zum großen Destoroyah verschmelzen, gibt’s das Übermonster schlechthin. Und das sorgt dann dafür, dass die Hälfte des Films einfach nur Sachen kaputt gehen, Sachen in die Luft fliegen und Godzilla gleich hinterher. Die Action in „Godzilla vs. Destoroyah“ macht Spaß und sieht einfach nur toll aus.

Tatsächlich gelingt es diesem Monster dann auch, das „Versprechen“ von Toho Studios einzuhalten. Godzilla stirbt – natürlich erst nachdem Destoroyah vernichtet wurde. Doch hier kommt jetzt der „Superman“-Cheat von Godzilla. Wir erinnern uns doch noch alle an Baby Godzilla aus den vorangegangenen Filmen. Tja, Baby Godzilla ist wieder da. Nur ist Baby Godzilla kein Baby mehr, sondern ausgewachsen. Mini-Godzilla wird aber von Destoroyah getötet, weswegen Godzilla erst so wütend wird. Doch Godzilla verleiht seinem Sprößling seine Lebensenergie und am Ende steht eine neue Riesenechse da und röhrt ihren berühmten Schrei. Das nimmt dem emotionalen Moment von Godzillas Tod einiges an Kraft. Womit wir mal wieder sehen, dass Mini-Godzilla alles kaputt macht.

Aber dennoch ist „Godzilla vs. Destoroyah“ ein sehenswerter Film, der sich würdevoll von seinem großen Monster verabschiedet.

Wertung: 8 von 10 Punkten (coole Monster-Fights, emotionale Story… ein schöner Abschied von der Riesenechse – wenn auch nur auf Zeit)

3 Kommentare leave one →
  1. 12. Mai 2019 09:59

    Aus wenn ich mit der „2. Phase“ der Godzilla-Filme wenig anfangen können, hat dein Beitrag mein Interesse geweckt. Ich werde mal schauen, ob man den Film irgendwo günstig schießen kann 😊

    • donpozuelo permalink*
      12. Mai 2019 21:01

      Das freut mich. Ja, der ist wirklich nicht so schlecht. 😅

Trackbacks

  1. TGIF XVII: Godzilla 2000 | Going To The Movies

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