Zum Inhalt springen

Random Sunday #14: Rewatching Iron Man

5. Mai 2019

Nachdem ich vier Tage im Krankenhaus verbringen musste (ein Erlebnis, das ich wirklich niemandem wünsche, denn Krankenhaus-Aufenthalte sind Mist), die Diagnose Bandscheiben-Vorfall bekam und schließlich mit einem Sortiment an Schmerzmitteln wieder nach Hause geschickt wurde, wurde es Zeit, sich mit Netflix und amazon Prime die schmerzfreie Zeit zu vertreiben. Und ich sage euch, dank den furchtbar, furchtbar vielen Schmerzmitteln, die ich legal in mich reinschmeißen darf, geht das mittlerweile wieder ganz gut.

Ich habe das Stand-Up-Comedy-Programm für mich entdeckt. Empfehlen kann ich euch da Sebastian Maniscalco, Louis CK, einen Franzosen namens Gad Elmaleh, Jerry Seinfeld, Ricky Gervais, Chris Rock und natürlich Dave Chapelle. Nicht klar gekommen bin ich auf ein Stand-Up-Event von Eddie Murphy aus den 70er Jahren oder so, das einfach mal mit seiner extremen Homophobie anfängt. Gruselig! Nicht witzig fand ich auch Kevin James (einfach, weil es abseits von „King of Queens“ doch nicht besonders gut war) und Kevin Hart (der hat ja mehr Netflix-Specials als Netflix-Serien hat… unglaublich).

Aber gut, die Überschrift verrät es ja schon. Ich will nicht über Stand-Up-Comedians sprechen, sondern darüber, dass ich im Nachklang von „Avengers: Endgame“ auf Netflix noch einmal den allerersten „Iron Man“ mit Robert Downey Jr. geguckt habe. Immerhin ist „Endgame“ ein wunderschöner Abschluss dessen, was damals unter der Regie von Jon Favreau gestartet wurde.

Dabei ist es schon fast surreal, wie sehr man doch den Einfluss der Familienfreundlichkeit von Disney spürt. „Iron Man“ lief noch unter dem Vertrieb von Paramount Pictures… also noch lange bevor Disney bei Marvel seine Finger im Spiel hatte. Deswegen ist Tony Stark einfach auch mal so ein herrliches arrogantes Arschloch, dass beim Verführen von Frauen selbst James Bond Konkurrenz machen würde. Ich meine, der Typ schläft mit einer wütenden Journalistin, die am nächsten Tag von Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) dann nach Hause geschickt wird. Er hat in seinem Privat-Jet eine Pole-Dance-Stange, damit die Stewardessen da für ihn tanzen dürfen. Ich glaube, alle Menschen, die „Friends“ und Co. Sexismus vorwerfen, sollten definitiv nicht noch einmal „Iron Man“ gucken. Sonst explodiert ihnen der Kopf.

Es ist aber interessant, wie sich das Bild dieses Charakters unter Disney verändert hat – und das ist ja irgendwo auch eine gute Sache. Immerhin hat Tony Stark somit einen spannenden Wandel vollzogen: vom Macho-Playboy, der gerne mal seine Sorgen in Alkohol ertränkt hin zu dem Helden, der er dann letztendlich in „Endgame“ ist.

„Iron Man“ von 2008 ist noch eine ganz andere Art von Marvel-Film, als das, was wir später so bekommen. Wohlgemerkt bezieht sich das aber nur auf die Tonalität. Denn „Iron Man“ spricht schon mehr ein erwachseneres Publikum an, während Marvel unter Disney dann doch sehr viel breiter und eben auch kinderfreundlicher denkt. Aber die Anfänge sahen eben noch ganz anders aus.

Dennoch bleibe ich irgendwie auch bei meinem Urteil von 2009: Ich mag Robert Downey Jr., weil er diesem Macho Tony Stark doch irgendwie auch eine zerbrechliche und menschliche Seite abgewinnen kann. Ich mag seine Beziehung zu Pepper Potts, ich mag vor allem die erste Hälfte – auch wenn ich mich nach wie vor frage, wie die Terroristen nicht checken können, was er da baut? Haben die sich nur auf die Überwachungskamera verlassen? Geht man da nicht jeden Abend in die Zelle und kontrolliert alles ordentlich? Naja… witzigerweise hat schon der erste MCU-Film das Problem, dass sich durch fast alle Filme zieht: Der Bösewicht – in diesem Fall Jeff Bridges – ist nicht so der Hammer. Vielmehr ist es Verschwendung eines tollen Schauspielers in einer langweiligen Rolle.

Alles in allem hätte ich wirklich nie gedacht, dass aus diesem Film so etwas werden würde wie das MCU. „Iron Man“ ist nett, aber mehr auch nicht. Es ist schon erstaunlich, was Kevin Feige aus diesen ganzen Filmen gemacht hat… und, ich sage es noch einmal, es ist unglaublich, wie gut sich das am Ende in „Endgame“ wiederfindet.

16 Kommentare leave one →
  1. 5. Mai 2019 12:26

    Gute Besserung! 🙂

    • donpozuelo permalink*
      5. Mai 2019 13:07

      Danke, danke. Zuhause ist es auf jeden Fall schon mal besser als im Krankenhaus.

      • 5. Mai 2019 14:49

        Das freut mich zu hören! 😊 Zuhause ist es ja meistens auch nich so langweilig ^^

        • donpozuelo permalink*
          5. Mai 2019 15:23

          Eben. Netflix sei Dank 😂

        • 5. Mai 2019 15:38

          Netflix und recover quasi 😀

        • donpozuelo permalink*
          5. Mai 2019 17:49

          Hahaha… so in etwa.

  2. 5. Mai 2019 13:09

    Schön, dass du das Krankenhaus gut überstanden hast und es offenbar weiter bergauf geht.
    Zum Film: Da gefällt mir doch ein Macho mit Ecken und Kanten besser, als so ein stromlinienförmig verbogener Disney-Familiencharakter.

    • donpozuelo permalink*
      5. Mai 2019 13:26

      Danke, danke. Ja, es geht auf jeden Fall schon besser.

      Und was Tony Stark angeht, gebe ich dir vollkommen Recht. Aber Machos darf doch Disney nicht promoten.

      • 5. Mai 2019 15:39

        Eine schlimme Entwicklung. „Typen“ sind leider nicht mehr gefragt. Nur noch gleichförmige Gutmenschen, die in allem bestenfalls mittelmäßig sind. Wie im wahren Leben 😔

        • donpozuelo permalink*
          5. Mai 2019 17:51

          Was ja leider auch echt daran liegt, dass sich mittlerweile so viele Menschen durch irgendwelche Sachen angegriffen fühlen, dass man lieber gleichförmigen Einheitsbrei liefert.

          Was das angeht, bin ich mal auf Bond nächstes Jahr gespannt… 😅

        • 5. Mai 2019 20:15

          Ja, da bin ich ganz bei dir. Heutzutage kommt es meist darauf an, nur die das falsche zu sagen, zu denken, zu tun oder zu essen. Irgendwer fühlt sich immer benachteiligt, reduziert auf was auch immer, oder missbraucht.
          Na, Bond hat man ja schon in den letzten Jahren ziemlich die Zähne gezogen. Der harte Kerl, der er mal war, ist er spätestens seit Daniel Craig nicht mehr, wobei die Filme als solches natürlich gut sind.

        • donpozuelo permalink*
          5. Mai 2019 20:34

          Ja… Ich bin mal gespannt, wie sich das alles noch entwickeln wird.

  3. 5. Mai 2019 20:22

    Ich habe ihn vor ein paar Tagen als Einstimmung auf unseren kommenden Podcast auch nochmal geschaut und muss dir dezent widersprechen: Ich finde, die ganze Tonalität ist schon sehr nah an dem dran, was die kommenden Marvel-Filme so ausgezeichnet hat. In meinen Augen hat Favreau hier die Blaupause für alle kommenden MCU-Werke abgeliefert.

    • donpozuelo permalink*
      5. Mai 2019 20:35

      Klar. Die Blaupause ist schon da… Aber immerhin ist Tony Stark noch ein Charakter, der wirklich was zu bieten hat.

  4. donpozuelo permalink*
    8. Mai 2019 12:44

    In Endgame war er das wieder. Das stimmt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: