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Der Playboy und der Papa

22. April 2019

Mit „Der Prinz von Bel-Air“ wurde Will Smith im Fernsehen groß. Den großen Durchbruch auf der Kinoleinwand hat er niemand geringerem als Michael Bay zu verdanken. Der besetzte ihn in „Bad Boys“ von 1995 als Playboy Mike Lowrey. Und klar, „Bad Boys“ ist ein Klassiker des Action-Kinos, aber es hätte auch ganz anders kommen können. Wie mir das Internet bei der Recherche erzählte, gab es Pläne, den Film mit Dana Carvey, bestens bekannt als Garth aus „Wayne’s World“, und Jon Lovitz in den Hauptrollen zu drehen. Diese beiden Ulknudeln hätten aus „Bad Boys“ definitiv was ganz anderes gemacht… und ich versuche die ganze Zeit schon, diesen Film in meinem Kopf abzuspielen. Das wäre entweder der größte Action-Flop aller Zeiten gewesen oder die größte Komödie. Wir werden es nie wissen… denn irgendwann bekam Michael Bay den Zuschlag und machte „Bad Boys“ mit dem Fresh Prince of Bel Air und Martin Lawrence.

Mike Lowry (Smith) lebt auf großem Fuss, ist ein Playboy und Lebemann. Und er ist Drogenfahnder in Miami. Sein Partner ist Marcus Burnett (Martin Lawrence), seines Zeichens braver Ehemann und Vater. Dennoch kommen die beiden gut miteinander aus… und das müssen sie unter Beweis stellen, als der Gangster Fouchet (Tcheky Karyo) Heroin im Wert von 100 Millionen Dollar aus der Asservatenkammer der Polizei stiehlt. Dabei hatten Mike und Marcus das Zeug doch gerade erst dorthin gebracht. Ihr Captain (Joe Pantoliano) setzt die Zwei auf den Fall an… Hilfe bekommen sie dabei von der Zeugin Julie (Tea Leoni).

„Bad Boys“… das sind die bescheidenen Anfänge von einem gewissen Michael Bay. Wenn man sich den Film anschaut, mag man das fast gar nicht glauben. Es geht nicht alle fünf Minuten irgendwas in die Luft, es wird nicht alle zwei Minuten irgendeine Art der Werbung gemacht und der Film langweilt einen nicht nach zehn Minuten. „Bad Boys“ mit dem Wissen zu schauen, was aus Bay mal werden wird, lässt einen fast nostalgisch werden… schließlich ist „Bad Boys“ wirklich verdammt unterhaltsam.

Dabei ist „Bad Boys“ jetzt nicht frei von Klischees. Im Gegenteil, der Film hat nichts Neues zu bieten. Er ist wie gefühlt jeder 80er und 90er Jahre Action-Film: Wir haben einen gemeinen (und natürlich ausländischen) Schurken, der ganz schnell das große Geld machen will. Wir haben einen Captain, der gefühlt die ganze Zeit nur wütend ist (obwohl ich an dieser Stelle schon mal sagen will, dass Joe Pantoliano einfach nur großartig in dieser Rolle ist). Wir haben eine hübsche Nebendarstellerin, die… naja, einfach da ist. Und wir haben unser Action-Duo. Alles nix neues, aber Michael Bay verpackt es aufregend genug, dass man einfach am Ball bleibt.

Es fängt alles mit dem Action-Duo an. Die beiden Komiker Will Smith und Martin Lawrence funktionieren einfach gut zusammen. Die haben eine gute Chemie und werfen sich gekonnt die Bälle zu. Es macht Spaß, diesen beiden ungleichen Vögeln dabei zu zuschauen, wie sie sich wie ein altes Ehepaar streiten und fetzen. Smith und Lawrence sind das Herz dieses Films und das schlägt stark.

Dazu kommt Action, die noch weit von der langweiligen Inszenierung späterer Bay-Filme entfernt ist. Im Gegenteil, gerade weil Bay uns nicht mit tausend Action-Szenen quält, sondern zwischendurch mehr auf die Komik von Smith und Lawrence setzt, kommen die paar Sequenzen, in denen es ordentlich zur Sache geht, sehr gut zur Geltung. Da ist „Bad Boys“ noch nicht überfrachtet, sondern zelebriert die Action noch auf eine gute Weise. Jetzt bleibt nur die Frage, was im Leben des Michael Bays „schiefgelaufen“ ist, dass er sich von diesem guten Pfad abwendete und Meister der Übertreibung wurde???

„Bad Boys“ ist auf jeden Fall nach wie vor ein unterhaltsamer Film, der gerade dank seiner beiden Hauptdarsteller punktet und dadurch viele Klischees gekonnt überspielen kann.

Wertung: 8 von 10 Punkten (vielleicht sollte sich Bay diesen Film noch einmal anschauen, um wieder ein bisschen runterzukommen…)

2 Kommentare leave one →
  1. 23. April 2019 07:57

    Den Film habe ich tatsächlich noch nie gesehen :/

    • donpozuelo permalink*
      23. April 2019 21:24

      Kann man tatsächlich gucken… allein unter dem Punkt, dass es der erste Film von Michael Bay ist. Das sind seine bescheidenen Anfänge, bevor er größenwahnsinnig wurde 🙂

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