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TGIF XII: Zurück in die Zukunft

5. April 2019

Es ist der mittlerweile 18. Teil der Godzilla-Reihe, aber der dritte Teil der neuen Heisei-Periode, die mit „Return of Godzilla“ ihren Anfang fand. Da setzte man ja noch auf etwas mehr Realismus (ein Konzept, dass sich wohl auch in „Godzilla vs. Biollante“ fortsetzte, doch den zweiten Film der Heisei-Periode habe ich mal dreist übersprungen). Im dritten Teil „Godzilla vs. King Ghidorah“ wird nun alles wieder über den Haufen geworfen. Stattdessen entschied man sich bei diesem Film für ein wildes Sammelsurium aus weltweit erfolgreichen Filmen – und dem merkwürdigsten Steven-Spielberg-Verweis aller Zeiten.

Im Jahr 1992 landet ein „UFO“ in Japan. Doch das Ding ist gar kein UFO, sondern eine Zeitmaschine. Die Besatzung kommt aus dem Jahr 2204 und will nun in der Vergangenheit verhindern, dass Godzilla überhaupt erschaffen wurde. Dafür reist man mit einem Bestseller-Autor, einem Wissenschaftler und einer jungen Forscherin ins Jahr 1944. Damals wurde nämlich auf einer pazifischen Insel ein Dinosaurier gesichtet, der später durch die Atomtests auf der gleichen Insel zu Godzilla wurde. Doch die Zeitreisenden sind Schweine und gar nicht an unserem Wohl interessiert. Sie versetzen zwar den Fast-Godzilla, aber setzen auf der Insel drei kleine süße Viecher ab, die später durch die Tests, die Godzilla erschaffen hätten, King Ghidorah erschaffen. Um den zu besiegen, wird der versetzte Dino durch atomare Strahlung zu Godzilla gemacht. Leider ist der neue Godzilla viel zu stark und mächtig, weswegen man nun in die Zukunft reisen muss, um King Ghidorah zu Mecha-King Ghidorah werden zu lassen, der dann gegen den neuen Godzilla kämpfen muss.

Soweit noch alle mitgekommen? Ich nicht wirklich. Das ganze Zeitreise-Zeug ist in diesem Film irgendwann einfach so verwirrend, dass man irgendwann einfach ausschaltet. Aber immerhin ist es eine coolere Lösung als im fünften Teil der Reihe, wo Ghidorah von Außerirdischen geschickt wurde. Leider ist das alles nur furchtbar verwirrend und zu verkopft gedacht. Das viel größere Problem hat „Godzilla vs. King Ghidorah“ jedoch damit, dass es keine eigene Geschichte erzählt, sondern sich Versatzstücke aus anderen erfolgreichen Filmen klaut. Das Zeitreisen hat man sich aus „Zurück in die Zukunft“ geholt, ohne es so geil zu verpacken. Es gibt jetzt wie in den erfolgreichen „Alien“-Filmen menschenechte Roboter, die irgendwie auch gerne wie der „Terminator“ wären, in dem sie erst böse und dann doch gut sind. Richtig merkwürdig wird es, wenn das UFO im Jahr 1944 gesichtet wird und ein amerikanischer Soldat zu einem anderen sagt: „Mensch, davon kannst du deinem Sohn erzählen… Major Spielberg!“ Jetzt wissen wir also, warum Steven Spielberg Filme über Außerirdische gemacht hat… weil sein Vater ihm davon erzählt hat. Das erklärt auf erschreckende Weise sogar, wie es wirklich zu „Jurassic Park“ kam. Spielbergs Vater erzählte ihm auch von dem Dinosaurier auf der Insel. Kaboom… Mind officially blown!!!

Aber bleiben wir mal bei den Dingen, weswegen wir alle so gerne Monster-Filme gucken: Den Monstern. Die sind in „Godzilla vs. King Ghidorah“ zum Glück ziemlich gut. Sowohl King Ghidorah als auch Mecha-King Ghidorah machen Spaß. Die Kämpfe sind spannend in Szene gesetzt, es geht ordentlich viel kaputt und das Gekreische ist groß – sowohl das der Menschen als auch das der Monster. Mecha-King Ghidorahs Anzug soll wohl so schwer gewesen sein, dass das erstmals kein Mensch drin hockte, dafür sieht die Robo-Variante des dreiköpfigen Drachen auch wirklich cool ist. Nur leider ist die Origin von Ghidorah in diesem Film merkwürdig – aus drei rein fürs Merchandise entwickelten Knuddelmonstern wird ein fieses Übermonster. Naja… wirkt irgendwie nicht so bedrohlich. Aber hey, jeder fängt mal klein und niedlich an und kann sich dann zum Monster entwickeln. Warum also nicht auch Ghidorah. Dafür bleibt er auch in diese Film einer der coolsten Gegner von Godzilla, der hier sogar direkt durch den Wunsch von Fans als Schurke des Films genommen wurde.

„Godzilla vs. King Ghidorah“ versinkt in seinen Popkultur-Anspielungen, aber irgendwie ist es auch verdammt witzig, wenn sie denn auftauchen. Dennoch schadet es der Story mehr als dass es ihr nützt. Wenigstens sind es keine Außerirdischen mehr… die Monster-Action ist dafür umso gekonnter und verdammt unterhaltsam.

Wertung: 6 von 10 Punkten (ein bisschen gaga, aber unterhaltsamer Mix aus Action und Anspielungen, die nie wirklich funktionieren wollen, aber witzig sind)

6 Kommentare leave one →
  1. steffelowski permalink
    5. April 2019 21:37

    Kenne den Film zwar nicht, aber die „Handlung“ klingt nicht uninteressant. Ich schau mal, ob’s den bei Amazon Prime für lau gibt😊

    • donpozuelo permalink*
      6. April 2019 08:30

      Ist tatsächlich nicht uninteressant 😂

  2. 2. Mai 2019 19:01

    Major Spielberg … fantastisch! XD Da haben sie ja nochmal so richtig in die Trickkiste gegriffen.

    • donpozuelo permalink*
      3. Mai 2019 15:52

      Absolut. Das ist wirklich schön fast genial… 😂

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