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Marvels Super-Saiyajin

11. März 2019

Ich lese gerade die Dragon Ball Mangas… und bin erstaunt, wie viel ich NICHT über diese Reihe wusste. Klar, ich hatte mal hier und da eine Folge im Fernsehen gesehen, aber das war’s eigentlich auch  schon. Zumal die sich da ja eh nur Folge um Folge anbrüllen, bevor es dann nach 10 Folgen oder so endlich mal zu einem (!) Schlag kommt. Ich wusste nicht, dass Son-Goku ein Außerirdischer ist, der gar nichts von seiner wahren Vergangenheit weiß und dass selbst Gott in diesen Mangas nur ein Außerirdischer ist. Wie komme ich jetzt auf den ganzen „Dragon Ball“-Kram? Nun ja, weil sich Marvels 21. Film „Captain Marvel“ ein bisschen wie eine schlechte Version von „Dragon Ball“ anfühlt.

Die Kree-Kriegerin Vers (Brie Larson) ist Mitglied der Kampfeinheit von Yon-Rogg (Jude Law). Bei einem Einsatz gegen die Skrulls, eine feindliche Alien-Rasse von Formwandlern wird Vers gefangengenommen… aber warum??? Die Skrulls versuchen verzweifelt, etwas in Vers‘ Erinnerungen zu finden. Vers kann sich befreien und versucht den Skrulls zuvor zu kommen… in dem sie dorthin fliegt, wo ihre bruchstückhaften Erinnerungen sie hin führen: Auf die Erde. Dort landet sie zur Zeit der 90er Jahre, trifft auf einen „jungen“ S.H.I.E.L.D.-Agenten namens Nick Fury (ein digital verjüngter Samuel L. Jackson) und versucht mit ihm, die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu enthüllen und die Invasion der Skrulls zu stoppen.

Es gibt leider nicht sonderlich viel positives über „Captain Marvel“ zu sagen… und das tut mir auch ein bisschen in der Seele weh. Ich glaube, seit „Iron Man 2“ habe ich keinen derart langweiligen Marvel-Film mehr gesehen. Aber dazu komme ich gleich… fangen wir kurz mit den positiven Sachen an: 1) Der Film beginnt mit einer wunderschönen Hommage an der verstorbenen Stan Lee. 2) Ich fand’s schön, dass die Origin-Story-Formel mal durch die Amnesie-Geschichte etwas aufgepeppt wurde. Wir erleben unsere Heldin nicht erst als „Normalo“, sondern schon als fast fertige Kämpferin, die sich nach und nach daran erinnert, was mit ihr geschah.

Doch genau in dieser Vorangehensweise liegt das größte Problem von „Captain Marvel“… und ich kann wirklich nicht glauben, dass ich den Spruch von gefühlt Tausenden von Marvel-Nörglern an dieser Stelle selbst bringen muss: Captain Marvel ist einfach zu stark. Und das Problem des Films ist, dass sie es von Anfang an ist. Diese Heldin durchläuft nie so wirklich die Heldenreise. Sie kann zu früh schon fast alles und später wird sie dann einfach wirklich zu einem Super-Saiyajin und ist noch krasser als zuvor. Eine Kollegin auf Arbeit beschrieb es noch passender: Sie hat keine Schwächen! Captain Marvel ist einfach wirklich unantastbar. Mein bester Freund beschrieb sie nach dem Film als eine Heldin, die wie Superman ist nur ohne die Kryptonit-Schwäche. Und leider, leider stimmt das alles. Sie ist zu stark, sie ist zu mächtig und irgendwie prallt alles nach kurzer Zeit bei ihr ab. Anders als ihre bisherigen Kollegen im MCU braucht Captain Marvel nie wirklich  lange zweifeln und wir als Zuschauer müssen uns um sie auch nie wirklich große Sorgen machen, denn sie bekämpft auch mal eben alleine eine Überzahl an Gegner ohne auch nur einen einzigen Kratzer abzubekommen.

Apropos Kratzer: „Captain Marvel“ ist auch ein bisschen wie „Solo – A Star Wars Story„. Es dichtet Dinge zu bekannten Sachen dazu, die wir nun als den Ursprung aller Dinge nehmen müssen. Ich war immer von Nick Furys Narbe fasziniert und der Frage, wie er wohl sein Auge verloren hat. „Captain Marvel“ liefert nun eine Antwort… aber eine, die ich lieber nicht bekommen hätte. Da war das Geschehen in meinem Kopf viel spannender. Und als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, bekommen wir auch eine Antwort auf die nie gestellte Frage, warum die „Avengers“ nun eigentlich „Avengers“ heißen… das war alles irgendwie nicht nötig.

Dazu kommt einfach auch noch, dass die Witze in diesem Film irgendwie nie so richtig funktionieren wollen. Jeder One-Liner, der Brie  Larson über die Lippen kommt, wirkt extrem erzwungen und leider auch deplatziert. Selbst die Action-Sequenzen sind nur „nett“ – vor allem zum Ende wird es dann richtig schlimm, wenn eine echt schlechte CGI-Captain-Marvel durch die Lüfte saust. Da ging dann das ganze Budget doch eher dafür drauf, dass Samuel L. Jackson jünger aussieht.

Die flache Story schadet dann auch einfach mal den Darstellern. Ich mag Brie Larson und ich mag sie auch in der Rolle, aber sie kommt nie so wirklich zum Zug sich mal verausgaben zu können. Das Gleiche gilt für Jude Law, der ziemlich gelangweilt durch den Film stapft und auf Inspiration wartet.

Dieser Film wirkt nicht richtig durchdacht. Am Ende hätte ich es lieber gehabt, sie hätten „Captain Marvel“ zum ersten Mal in „Avengers: Endgame“ eingeführt. So wie DC es damals mit Wonder Woman in „Batman v Superman“ gemacht hat… und danach hätte man Captain Marvel dann einen ordentlichen Film bescheren können. So ist „Captain Marvel“ ziemlich belanglos… eine schnelle Einführung einer Heldin, die in ihrem eigenen Film gar nicht so richtig zur Geltung kommt.

Wertung: 5 von 10 Punkten (da hätte ich von Marvel doch was Besseres erwartet – gerade mit den Voraussetzungen und den Darstellern)

5 Kommentare leave one →
  1. 11. März 2019 11:21

    Hätten sie diesen Captain Marvel im Endgame eingesetzt, hätten sie ja gewinnen müssen :))
    Verstehe ich auch nicht, warum CMs Kräfte über die Jahrzehnte so unterschiedlich waren und nun so stark sind und warum da Produzenten am Werk sind, die immer alles erklären wollen, nur nicht die wirklich interessanten Sachen.
    Na ja, ich werde ihn (wie immer ;D ) der Vollständigkeit halber ansehen. Vielleicht, wenn Cinestar ihn als Film der Woche für 5 Euro raushaut :))

    • donpozuelo permalink*
      11. März 2019 17:07

      Das Endgame kommt ja erst noch. Und da werden sie ja sowieso gewinnen müssen. 😅

      Als Film der Woche wäre der okay. Den großen Preis ist er nicht wert… meine Meinung.

  2. 14. April 2019 16:57

    Och, ich muss sagen ich fand es dann irgendwie ganz witzig die Origin-Story rund um Fury Narbe zu erfahren XD Und Goose hatte enorm viel Sympathien bei mir. 😀
    Aber die Allmacht von Captain Marvel ist auch tatsächlich mein Hauptkritikpunkt an dem Film, die Review geht dann jetzt mal irgendwann online …

    • donpozuelo permalink*
      14. April 2019 20:29

      😀 Ach, das mit Furys Narbe war… ich weiß auch nicht… irgendwie hat’s mir nicht so gepasst. Ich hatte was so viel Krasseres erwartet und dann sowas. Und ja, ich mag Goose auch sehr und hoffe, dass er in „Endgame“ Thanos einfach die Augen auskratzt und dann ist alles fertig 🙂

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