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TGIF VIII: Jet Jaguar

8. März 2019

Ich muss  jetzt mal den ganzen Beteiligten am Godzilla-Franchise ein großes, wenn auch leicht ironisch gemeintes, Lob aussprechen. Es ist wirklich unglaublich, was die sich alles aus dem Allerwertesten ziehen, um eine „Story“ rund um einen Monster-Kampf  zu dichten. Und es ist wiederum erstaunlich, wie lange die Herrschaften sich gefühlt mit jedem Film Zeit lassen, bis man als Zuschauer das bekommt, weswegen man eigentlich gekommen ist. Der 13. Teil der Godzilla-Reihe ist da geradezu ein Parade-Beispiel. Doch wer jetzt denkt, das Warten wäre langweilig gewesen, der irrt sich.

In „Godzilla vs. Gigan“ bekamen wir es mit Kakerlaken-Außerirdischen zu tun, in „Godzilla vs. Megalon“ (oder auch superfälschlich auf Deutsch „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ genannt) bekommen wir es mit dem Volk Seetopias zu tun. Die leben seit Millionen Jahren unter dem Meer, doch natürlich werden sie durch Atomtests gestört und schicken daraufhin ihre Gottheit Megalon auf die Erdoberfläche, um die bösen Menschen zu vernichten. Weil die Menschen aus der Tiefsee komischerweise Kontakt zu den Außerirdischen vom Planeten Kakerlaken-Menschen haben, bekommt Megalon noch Hilfe von Gigan. Doch zum Glück haben die Menschen ja noch Monster Island und Godzilla ist schon unterwegs, um alle zu retten. Auch im 13. Teil ist er nicht allein. Ein Erfinder hat einen Roboter namens Jet Jaguar (im Deutschen heißt der wohl angeblich „King Kong“ – daher also der tolle deutsche Titel), der Godzilla unterstützt.

Ja… „Godzilla vs. Megalon“ also. Godzilla hat in Teil 13 erst einmal gar nicht viel zu tun. Dafür versuchen sich die Macher eher an einer Mischung aus „Transformers“ und „Fast and Furious“. Da jagen sich die Menschen aus der Tiefsee mit dem Erfinder gegenseitig die (zum Glück) leeren Straßen Japans entlang und liefern tatsächlich coole Verfolgungsjagden ab… auch wenn ich mich dabei immer gefragt habe, woher die Tiefsee-Menschen so gut Autos fahren können. Aber egal…

Das Ganze ähnelt sehr stark der Story vom Vorgänger, ist dieses Mal aber auf ein paar weniger Charaktere beschränkt. Dafür wird der Roboter Jet Jaguar mehr in den Vordergrund gerückt. Warum der Erfinder ihn erfunden hat, habe ich schon längst wieder vergessen… und dass die Tiefsee-Menschen ihn brauchen, um ihren Gott zu lenken, ist ziemlich absurd. Was hätten sie denn gemacht, wenn nicht zufällig ein findiger Erfinder so ein Ding erfunden hätte??? Hätten sie dann mit Megalon warten müssen? Oder hätte das Ding einfach gesagt: „Nö, ich hab kein Bock, ich bleibe lieber in meinem unterseeischen Felsen stecken!“ Man weiß es nicht so genau, aber man tut auch gut daran, einfach nicht zu viel zu hinterfragen. Es ist immerhin immer noch ein „Godzilla“-Film. Im Gegensatz zu „Godzilla vs. Gigan“ muss ich aber gestehen, dass ich die Seetopia-Story in „Godzilla vs. Megalon“ ein bisschen witziger fand – weil sie mir in diesem Universum voller Riesen-Monster greifbarer vorkam als Kakerlaken-Aliens.

Irgendwann nach all den wilden Verfolgungsjagden und den furchtbar steifen Schauspielern kommt Godzilla endlich an und es beginnt, weswegen man „Godzilla“-Filme guckt: Das große Gekloppe geht los… und macht auch hier wieder Spaß. Ich verstehe zwar nach wie vor nicht, warum Godzilla seit ein paar Teilen wie ein alter Wrestler kämpft, aber hey… es macht Spaß, dem ganzen Quatsch zuzuschauen. Gigan ist mal wieder ordentlich fies und lässt bei dem armen Godzilla wieder ordentlich Blut fließen (ganz nebenbei werden mal ein paar Szenen mit Gigan aus dem Vorgänger recycelt – ist halt schön billig). Gigan mag ich nach wie vor, Megalon war als Monster jetzt nicht so berauschend. Der hätte von mir aus gerne auch in der Tiefsee bleiben können. Naja, es gibt ordentlich Gekloppe und am Ende macht Godzilla den wohl merkwürdigsten Move seiner bisherigen Karriere: Er schlittert rücklings auf seinem Schwanz, die Füße voran, auf seine Gegner und kickt Gigan so in die Flucht. Das wiederholt er sogar und es sieht einfach nur verrückt aus. Bescheuert und verrückt, aber irgendwie auch witzig.

Teil 13 ist witzig, witziger als sein Vorgänger, aber immer noch ganz schön gaga.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Verfolgungsjagden, Unterwasser-Reiche, Roboter und Monster – mit einem richtigen Drehbuch hätte hier was Großes entstehen können – so war es aber immer noch unterhaltsam)

4 Kommentare leave one →
  1. 9. März 2019 12:05

    Den fand ich damals auch gut, allerdings nur wegen Gigan. Für mich eines der wenigen Monster, die so etwas wie einen (fiesen) Charakter haben.
    Gestern habe ich zufällig „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ geschaut. Auch sehr zu empfehlen. Allerdings bestätigt sich auch hier, dass was Du angesprochen hast: Bis die Monster-Kloppereien beginnen, dauerrrrrrrt es echt lange. Das habe ich als Kind überhaupt nie so wahr genommen.

    • donpozuelo permalink*
      9. März 2019 12:12

      Gigan ist wirklich cool. Ist bis jetzt auch einer meiner Lieblingsgegner für Godzilla.

      Und ja… es dauert wirklich immer sehr lange. Dabei sind die Filme ja nicht einmal besonders lang. Aber das zieht sich dann doch immer ganz schön in die Länge.

      Und danke für die Empfehlung.

  2. 10. März 2019 19:18

    Da war wahrscheinlich ein Wrestler im Godzilla-Kostüm. Daher die Kicks und Moves… 😉

    • donpozuelo permalink*
      10. März 2019 21:47

      Das würde ich sofort glauben. Die Moves sind schon der Hammer für eine atomar verseuchte Echse 😀

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