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Global News Network

11. Februar 2019

Videospiele machen es eigentlich immer wieder perfekt vor, wie eine richtige Fortsetzung auszusehen hat. Es ist doch mittlerweile wirklich so, dass man sich da wirklich auf eine Fortsetzung freut, weil die Grafik besser wird, die Macher an der Spielmechanik Verbesserungen (aufgrund der Beschwerden vom ersten Teil) vornehmen und die Welt des Originals noch weiter ausbauen. Ich sage das jetzt nicht nur, weil ich mich gerade immer wieder in der wunderbaren Welt von „Red Dead Redemption 2“ verliere, sondern weil ich gerade „Anchorman 2“ gesehen habe. Ein Film wie eine Videospiel-Fortsetzung: das gleiche Konzept wie beim ersten Film – nur in sehr viel besserer Form.

Ende der 70er Jahre: Ron Burgundy (Will Ferrell) und seine Frau Veronica Corningstone (Christina Applegate) leben mittlerweile in New York und präsentieren zusammen die Nachrichten. Doch dann wird Veronica befördert und Ron gefeuert.Was dem eitlen Ron natürlich gar nicht passt: Er verlässt Veronica und fällt in tiefe Depressionen. Aber dann bekommt er das Angebot schlechthin: Global News Network will den ersten 24-Stunden-Nachrichten-Sender starten – und man will Ron und sein altes Team dabei haben. Also schließt sich das alte Channel-4-News-Team wieder zusammen und macht sich auf, die Welt der Nachrichten für immer zu verändern: mit Katzen-Videos, Auto-Verfolgungsjagden und vielem mehr.

Zuerst will ich mir selbst die wichtigste Antwort aus meinem Artikel zu „Anchorman“ selbst beantworten: „Ja, Vergangenheits-Ich, der News-Team-Kampf aus dem ersten Teil wird im zweiten Teil noch getoppt!“ Nicht nur haben Adam McKay und Will Ferrell den Kampf noch verrückter und größer gemacht (mehr Teams, ein Geist und ein Minotaurus kämpfen mit, um nur so viel zu sagen). Nein, die Star-Power in diesem Kampf wird auch einfach mal verdoppelt – selbst ein Will Smith taucht mal eben kurz auf, ein Kanye West und ein Liam Neeson – um auch hier nur einige zu nennen.

Das Beispiel „News-Team-Kampf“ trifft dann auch gut auf den Videospiel-Vergleich zu: „Anchorman 2“ verändert das Grundkonzept des Originals nicht sonderlich, macht es aber einfach größer und besser. McKay und Ferrell, die ja auch beim zweiten Teil das Drehbuch geschrieben haben, lassen sich einfach vollkommen gehen und ertränken das Skript in absurd-dummen Situationen. Doch auch unter all dem Klamauk und Quatsch, den uns „Anchorman 2“ auf so wunderbare Art und Weise liefert, steckt aber auch wieder die traurige Realität. Ging es im ersten Teil noch darum, wie Frauen die Männer-Domäne Nachrichten-Redaktion in „Gefahr“ bringen und die männlichen Männer sich bedroht fühlen, widmet sich Teil 2 jetzt den Nachrichten selbst. Wie werden Nachrichten gemacht? Wer sind diese Menschen, die meinen, uns erzählen zu können, was wichtig ist und was nicht? Da hat Veronica Corningstone ein Interview mit Jassir Arafat, aber wird mitten im Interview abgeschaltet, weil Ron Burgundy über eine Verfolgungsjagd redet, die alle Einschaltquoten sprengt (und das obwohl Ron nicht einmal weiß, wovon er redet). Quote, Quote, Quote – das 24-Stunden-Geschäft verlangt nach mehr, mehr, mehr – und da ist dann scheinbar so ziemlich alles erlaubt. Eine Tatsache, die „Anchorman 2“ wirklich gut beleuchtet.

Gut ausgebaut wird auch das Highlight aus Teil 1: Brick Tamland (Steve Carell), der naive Dödel, der wirklich gar nichts schnallt, wird einfach noch dümmer. Ob er nun in Panik gerät, weil sein grüner Anzug vorm Green-Screen verschwindet oder die Tatsache, dass er bei Sonnenschein immer wieder von einem Typen verfolgt wird, den er schon Leon nennt (ohne zu wissen, dass das sein Schatten ist) – Brick ist Kult! Jetzt bekommt er mit Kirsten Wiig sogar eine kleine Romanze mit einer Frau, die genau so gaga ist wie er. Hier zeigt sich dann aber auch McKays Gespür für Timing. Die ganze Carell-Wiig-Kiste hätte richtig dumm werden können, wenn man sie zu lange ausgeschlachtet hätte. Aber am Ende haben die beiden drei oder vier Szenen zusammen, die aber wunderbar funktionieren.

Was soll ich noch sagen? „Anchorman 2“ hat mich wirklich noch besser unterhalten als der erste Teil. Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht. Wer den ersten Teil mochte, muss eigentlich mit Teil 2 mindestens genau so viel Spaß haben. Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob es jemals noch einen dritten Teil geben wird – um die Legende von Ron Burgundy in eine Trilogie zu verwandeln.

Wertung: 9 von 10 Punkten (so müssen Fortsetzungen sein 😛 )

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