Zum Inhalt springen

TGIF IV: Die Urweltraupe

8. Februar 2019

King Kong vs. Godzilla“ war ein ganz schönes Fiasko. Echt eine Katastrophe. Der Inbegriff für ein schlechtes Sequel. Der Inbegriff davon, dass man sich einfach auf etwas verlässt, was ohnehin schon immer funktioniert hat: Ein Riesenaffe und eine Riesenechse. Damals mag das vielleicht finanziell durchaus funktioniert haben, doch als Film war dieser dritte Teil der Godzilla-Reihe einfach nur eine Katastrophe. Die Story war selbst für einen Monster-Film einfach nur öde, die Effekte (wenn man sie denn überhaupt so nennen darf) waren miserabel und der ganze Film einfach eine Beleidigung für jeden Kong- und Godzilla-Fan. Aber ich bin ja ein tapferer Soldat und kämpfe mich trotzdem weiter durch die Filme. Einmal angefangen und so… zum Glück ist Teil 4 der Godzilla-Reihe dann aber doch ein ordentlicher Schritt nach vorne. Auch wenn die Tatsache, dass Godzilla gegen eine Riesemotte kämpft, erst einmal sehr albern klingt. Doch „Godzilla vs. Mothra“ ist wieder sehr viel besser.

Nach einem Unwetter wird an der japanischen Küste ein riesiges Ei angeschwemmt. Ein fieser Industrieller (Kenji Sahara) will daraus Profit schlagen und entwickelt rund um das Ei eine Art Themen-Park. Das Ei will er in einem riesigen Bruthaus ausbrüten, um das Spektakel dann an die Menschen zu verkaufen. Doch das Ei gehört zu Mothra, einer Gottheit auf der Mothra-Insel. Das zumindest verkünden zwei elfenhafte Wesen (Emi und Yumi Ito). Reporter Ichiro Sakai (Akira Takarada) und Fotografin Junko (Yuriko Hoshi) wollen das Ei beschützen… und das hat jeden Schutz nötig, denn auf einmal taucht Godzilla wieder auf.

Das Interessante an „Godzilla vs. Mothra“ ist, dass es zwar der vierte Teil der Godzilla-Reihe ist, aber auch der zweite Teil der Mothra-Reihe, die ihren Anfang 1961 fand. Da bekam die riesige Motte nämlich ihren eigenen Solo-Film. Deswegen steht man erst einmal ein bisschen verloren da, wenn in „Godzilla vs. Mothra“ die Insel der Riesenmotte als Selbstverständlichkeit angenommen wird. Als reiner Godzilla-Gucker kennt man die da noch nicht. Was aber auch nicht wirklich zu tragisch ist, ist die Einführung doch schnell gemacht. Die Mothra-Insel wirkt dabei wie eine Kopie der King-Kong-Insel, ist dabei aber trotzdem wesentlich interessanter.

Was mit „Godzilla 4“ versucht wird, ist aber auch ein spannendes Experiment (das zum Glück auf geht): Man bekämpft hier zum ersten Mal Feuer mit Feuer. Die Menschen bitten hier direkt ein Monster (Mothra) gegen ein anderes Monster (Godzilla) zu kämpfen, um sie (die Menschen) zu beschützen. Teil 4 führt uns also ein liebevolles Monster vor. Zum ersten Mal erleben wir eines dieser Riesenwesen, dessen Aufgabe es eben nicht ist, alles einfach zu zerstören. Mothra ist ein ein friedvolles Ding, trotz seiner Größe. Wir erleben Mothra zudem auch dabei, wie sie ihre eigene Existenz beschützt, ihr eigenes Fortbestehen. Es steht also auch etwas für das Monster auf dem Spiel. Bei Godzilla war das bislang nie wirklich so. Godzilla wollte einfach nur kaputt machen und das war’s. Mothra ist da ganz anders… und dieses neue Konzept eines „Monsters“ ist sehr erfrischend. Sprich: Ich mag Mothra.

Dazu kommt einfach mal, dass die Effekte auch wieder viel besser geworden sind. Der Kampf Mothra vs. Godzilla ist cool in Szene gesetzt (der Kampf Godzilla vs. Mothras Larven nicht ganz so sehr, weil die gefühlt stundenlang nur Zeug auf die Riesenechse schlotzen). Da wird viel mit Schnitten gearbeitet, viele Nahaufnahmen täuschen über das Puppenartige hinweg. Mothra vs. Godzilla ist tausendmal spannender inszeniert als Kong vs. Godzilla. Und das will schon was heißen… immerhin reden wir hier von einer überdimensionalen Motte. Die aber echt einfach mal sehr viel mehr Charakter aufweist als dieser hässliche Flohteppich aus Teil 3.

Dazu kommt auch, dass Godzilla dank besserer Effekte direkt in den Hintergrund eingearbeitet wurde. Sprich: Im Vordergrund fliehen wirklich Menschen, während Godzilla im Hintergrund für Panik sorgt. Das Monster macht nicht mehr nur sichtbare Modelle kaputt, sondern wird endlich auch Teil der wirklich Welt. „Godzilla vs. Mothra“ punktet wirklich durch tolle Effekt-Spielereien, aber vor allem auch durch eine spannende Geschichte, in der auch ein menschlicher Schurke zum Vorschein kommt, der noch widerwärtiger ist als die eigentlichen Monster.

Teil 4 funktioniert also endlich mal als Monster-Film als auch als menschlicher Film und kommt damit dem allerersten Film mal wieder sehr nahe. Alles in allem eine runde Sache, die ich gerne geschaut habe.

Wertung: 8 von 10 Punkten (das Monster, dein Freund und Helfer)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: