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TGIF II: Monströse Rivalen

25. Januar 2019

Es ist die Regel einer jeden guten Fortsetzung, dass sie das Original mit irgendwas übertrumpfen muss. Bei Video-Spielen funktioniert das meisten ja wirklich gut: Man muss nicht zu viel am eigentlichen Spiel-Prinzip verändern, nur die Dinge verbessern, die beim ersten Teil schon funktioniert haben. Ähnlich könnte man das ja eigentlich auf Filme anwenden, doch da ist das mit den Fortsetzungen immer so eine schwierige Sache. Mein guter Freund Godzilla macht da keine Ausnahme. Nachdem „Godzilla“ 1954 das erste Mal die Kinos unsicher machte, kam schon ein Jahr später die Fortsetzung „Godzilla kehrt zurück“ heraus. Statt nur Godzilla gab es nun ein weiteres Urzeit-Monster.

Der Pilot Kobayashi (Minoru Chiaki, hat sogar Akira-Kurosawa-Erfahrung – und das nicht zu knapp) muss notlanden und bringt sich auf einer unbewohnten kleinen Insel in Sicherheit. Als sein Flieger-Kollege Tsukioka (Hiroshi Koizumi) ihn retten will, machen die beiden eine unglaubliche Entdeckung: Auf der Insel tobt ein erbitterter Kampf zwischen zwei Monstern – Godzilla und Anguirus. Beide Monster drohen Osaka in Schutt und Asche zu legen, doch wie soll man die Biester besiegen? Selbst Dr. Yamame (Takashi Shimura) weiß darauf keine Antwort. Doch eine Lösung muss her, denn die Monster sind nicht mehr weit.

Es stellt sich bei „Godzilla kehrt zurück“ natürlich die große Frage, wie Godzilla denn zurückkehren kann, wenn er doch im ersten Teil durch den Oxygen-Destroyer und das selbstlose Opfer von Serizawa getötet wurde? Wir haben schließlich alle das Skelett am Meeresboden gesehen. Aber wir wissen doch auch alle, dass das Böse immer einen Weg findet, zurückzukehren. In „Godzilla kehrt zurück“ ist es einfach ein weiterer Godzilla, der durch Atombombentests erweckt wurde – und dieses Mal sogar einen fiesen Gegner mit bringt. Ein Monster allein reicht schließlich nicht für eine Fortsetzung.

Doch irgendwie hat man zu Beginn des Films das Gefühl, dass sich die Macher des Films nicht so ganz sicher waren, wie sie das wirklich anstellen sollen. Es ist zwar schön, Takashi Shimura als Dr. Yamame wieder mit auftaucht, aber der zeigt uns dann noch mal einen schönen Zusammenschnitt der Zerstörung Tokios durch Godzilla. Das ist dann aber ein stummer Clip, der die gleichen Bilder aus dem Vorgänger noch einmal wiederholt. Das streckt die Handlung, ohne ihr wirklich viel zu geben. Aber wahrscheinlich dachte man sich damals, das würde dann auch alle mit ins Boot holen, die „Godzilla“ damals nicht im Kino gesehen haben.

„Godzilla kehrt zurück“ braucht eine Weile, um in Fahrt zu kommen. Doch ich muss gestehen, das Warten wird entlohnt. Nachdem ein paar Kriminelle ausbrechen und mit einem gestohlenen Tanklastwagen einen Unfall verursachen, durch den ein riesiger Brand ausbricht, zeigt „Godzilla kehrt zurück“, warum wir Monster-Filme einfach nur lieben müssen. In einer wirklich beeindruckenden Szene kommt es zum Kampf zwischen Godzilla und Anguirus. Und ja, das mag vielleicht albern aussehen und ja, man mag erkennen, dass hier einfach zwei Typen in Kostümen gegeneinander kämpfen und dabei Modell-Häuser zerdeppern – aber verdammt noch eins, ich mag das. Ich finde diesen Kampf wirklich sehr beeindruckend. Ich meine, man muss sich nur mal die Zeit vor Augen führen, als dieser Film gedreht wurde. Natürlich sieht das mit unseren „verwöhnten“ Augen einfach nur total gaga aus, aber man muss auch einfach anerkennen, wie viel Mühe und wie viel Liebe zum Detail in diese Szene geflossen ist. Das ist ordentliche Monster-Action (und ich hoffe, „Godzilla: King of the Monsters“ nimmt sich dieses Jahr daran ein Beispiel). Vielleicht bin ich auch geblendet durch meine kindliche Freude über riesige Monster, die Zeug kaputt hauen, aber das war einfach eine beeindruckende Sequenz.

Leider ist das auch so wirklich das einzig Erwähnenswerte an diesem Film. Danach folgt dann leider eine viel zu lang gezogene Endsequenz, in der dann die Menschen dran sind und versuchen, Godzilla zu töten. Das fühlte sich irgendwie an, als wollte man damit die unglaublich tolle Luftflotte der Japaner zelebrieren, nervt aber mit den immer wieder gleichen Einstellungen und einer etwas lieblosen Kulisse – fast so, als hätte man alles Pulver für Godzilla vs. Anguirus verballert und am Ende nichts mehr für Godzilla vs. Menschen übrigen gehabt.

„Godzilla kehrt zurück“ fühlt sich leider wie so eine Standard-Fortsetzung an, die aber immerhin durch einen (wie ich finde) phänomenalen Monster-Kampf punkten kann.

Wertung: 6 von 10 Punkten (keine großartige Fortsetzung, aber ein großartiger Monster-Zweikampf)

3 Kommentare leave one →
  1. 26. Januar 2019 18:25

    Von der direkten Fortsetzung des ersten Films war ich einigermaßen enttäuscht. Das wirt alles recht lauwarm und hausbacken. Außerdem fand ich, dass Anguirus (der ab den 60-ern dann komischerweise Angillas hiess) wirklich miserabel aussah, Nostalgie hin oder her. Einzig die Monster-Prügelei taugt etwas. Ansonsten eine eher bemühter Teil 2, was letztlich mich deinem Fazit übereinstimmt.

    • donpozuelo permalink*
      27. Januar 2019 12:04

      Hahahaha… ja, Anguirus sah schon wirklich sehr albern aus.

      Man merkt diesem Film einfach doch sehr an, dass man kein wirkliches Konzept hatte, wie man das Original sinnvoll weiterführen sollte.

      Aber immerhin gibt es einen ordentlichen Monsterkampf.

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