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Trainieren bis zum Haarausfall

11. Januar 2019

Wir alle kennen doch das Prinzip der meisten Anime-Serien. Da wird sich ganze Staffeln lang nur in die Fresse gehauen. Zwischendurch wird ein bisschen geschrien oder sich erzählt, warum man sich in die Fresse hauen möchte. Und dann geht das Prügeln wieder weiter. Meistens sind unsere Helden erst total überfordert, doch im letzten Augenblick fällt ihnen dann die Super-Duper-Mega-Punch-Attacke ein, die vorher noch kein Mensch kannte und so gewinnen sie dann am Ende doch noch. Gott sei Dank. Netflix hat mittlerweile erkannt, dass ich Anime-Serien sehr aufgeschlossen bin und empfahl mir vor kurzem eine, die sich da „One Punch Man“ schimpfte – zu sehen war ein glatzköpfiger Typ in einem gelben Outfit mit roten Gummihandschuhen und roten Gummistiefeln. Irgendwie nicht so die Art, die ich sehen wollte… aber ich habe es dennoch mal gewagt und was soll ich sagen: Man soll das Buch nicht nach dem Cover beurteilen. Was auch auf „One Punch Man“ zu trifft.

Saitama ist ein Superheld aus Spaß. Einst wollte er nichts anderes werden. Doch jetzt, nachdem er drei Jahre bis zum Haarausfall trainiert hat, ist das Superhelden-Dasein nicht ganz das, was sich Saitama vorgestellt hat… denn er hat ein großes Problem: Er ist zu stark. Mit nur einem Schlag haut er auch noch den stärksten Gegner kaputt. Auf der Suche nach einem Gegner, der ihm ein wenig den Spaß am Held sein zurückbringen kann, findet Saitama nicht nur die merkwürdigsten Gestalten, sondern auch den Cyborg Genos, der unbedingt sein Schüler werden will. Gemeinsam melden sie sich bei der Heldenvereinigung an – doch während Saitama direkt in die höchste Klasse S eingestuft wird, muss sich Saitama in der C-Klasse rumprügeln.

Die Idee hinter dem Manga „One Punch Man“ war tatsächlich, einen vollkommen überstarken Helden dabei zu zeigen, wie er versucht, mit dem Alltag klar zu kommen. Saitama ist kein Held, der noch was lernen muss. Er ist schon der Stärkste. „One Punch Man“ ist da vor allem eine sauwitzige Parodie auf all diese unglaublichen Helden… denn hier haben wir einen Typen, der sich den ganzen Tag nur langweilt; der einen Kampf schnell beendet, um noch den Schnäppchen-Samstag im Supermarkt mitnehmen zu können. Saitama ist kein typischer Held, auch wenn er ein Cape trägt und heldenhaftes Zeug macht. Das Ding ist, dass er sich nie so wirklich um den Ruhm schert – bis man ihn in diese Heldengesellschaft zwängt und ihn quasi dazu zwingt, sich darum zu scheren, was andere von ihm denken. Das Witzige daran ist, dass alle anderen sich tierisch darum scheren, welchen Rang sie haben, wie sie ankommen… Saitama ist da liebenswürdig naiv, dem ist alles egal, Hauptsache, er darf sein Ding durchziehen. Witzig wird es vor allem auch dann, wenn jeder sich für den Stärksten hält und Saitama nur belächelt – er ist die tickende Zeitbombe, von der nur wir Zuschauer wissen (und Genos, sein Schüler), dass sie unter dem Tisch liegt. Das macht das Ganze auch immer wieder spannend und wunderbar absurd.

Alles an „One Punch Man“ ist einfach nur köstlich. Die Schurken sind meistens vollkommen überzüchtete Viecher, die nur dumme Sprüche reißen. Auch wenn man weiß, dass es für Saitama ausreicht, einmal zu zuhauen, sind die Kämpfe dennoch spannend. Denn meistens kommt irgendwas dazwischen… und es dauert dann ein wenig bis der One Punch vom One Punch Man kommt. Die Welt von Saitama ist herrlich überzeichnet, skurril, albern und merkwürdig – woher die ganzen Viecher und Schurken kommen, wird nie wirklich erklärt. Warum es mindestens ebenso viele Helden gibt und woher die alle stammen, auch nicht so richtig. Nur Saitama offenbart seine Origin und die ist so albern, dass selbst ein Schüler sie erst gar nicht glauben will (wer sich wundert… siehe meine Überschrift 😉 )

Die 12 Folgen der ersten Staffel schafft man – ähnlich wie der One Punch Man seine Monster – eigentlich in einem Rutsch. Es macht einfach Spaß, diese Serie anzuschauen, die sich zu keiner Minute zu ernst nimmt, die ganz genau weiß, dass sie sich nur lustig machen will, ohne dabei aber zu sehr den mahnenden Zeigefinger zu heben. Man soll einfach Spaß an „One Punch Man“ haben und den hat man auch. Es ist eine tolle Serie mit witzigen Charakteren, herrlich vielen Manga- und Anime-Klischees, die ebenfalls ordentlich auf die Nase bekommen und cooler Action. Ich kann es jetzt schon kaum abwarten, bis endlich Staffel 2 herauskommt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (One Punch Man puncht sich mit einem Schlag in mein Herz)

P.S.: Ich habe jetzt auch den Manga angefangen und die Serie übernimmt den wirklich fast 1:1

2 Kommentare leave one →
  1. 13. Januar 2019 18:53

    So eine tolle Serie, auch für mich die größte Animeüberraschung des vergangenen Jahres! Die zweite Staffel ist ja zum Glück schon für dieses Jahr angekündigt. Lass uns hoffen, dass es mit der deutschen Lokalisation diesmal schneller abläuft…

    • donpozuelo permalink*
      13. Januar 2019 21:23

      Ja. Absolut. Wirklich großartig. Tja… Dann Netflix hoffe ich mal, dass wir da wirklich etwas schneller in den Genuss der nächsten Staffel kommen.

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