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Magier an die Macht!

7. Januar 2019

Nachdem ich mich ja mit den „Phantastischen Tierwesen“ befasst habe, war ich natürlich auch verpflichtet, mir den zweiten Teil anzuschauen (genau so wie es mein merkwürdiges OCD-Pflichtgefühl jetzt von mir verlangt, mir auch alle noch kommenden Teile anzuschauen). Der hatte das Ganze ja erst ausgelöst, weil ich ja mit meiner Mama mal wieder ins Kino wollte und die ja, wie schon erwähnt, ein großer Potter-Fan ist. Ihr hat der Film (also der zweite) dann auch wirklich gut gefallen, ich hatte so ein paar Probleme damit.

Newt Scamander (Eddie Redmayne) wird von Professor Dumbledore (Jude Law) nach Paris geschickt, wo der den Obscurus Credence (Ezra Miller) suchen soll. Denn Credence‘ Mächte werden immer stärker und könnten – in den falschen Händen – für Chaos sorgen. Diese falschen Hände gehören natürlich dem fiesen Zauberer Grindelwald (Johnny Depp), der seiner Gefangennahme entkommen und in Paris untertauchen konnte. Er will die Magier an die Macht bringen – und deswegen ist ihm auch Aurorin Tina Goldstein (Katherine Waterston) auf der Spur.

„Grindelwalds Verbrechen“ ist eigentlich eine spannende Weiterführung, aber irgendwie auch nicht so richtig ein zweiter Teil. Gerade jetzt, wo ich beide Teile direkt hinter einander gesehen habe, passen die tonal nicht so ganz zusammen. Teil 1 ist halt wirklich noch witziges Fantasy-Abenteuer, Teil 2 wird sehr schnell sehr düster. Das ist jetzt per se nichts schlimmes, aber „Grindelwalds Verbrechen“ hat ein ganz anderes Flair – und irgendwie fühlt sich der erste Teil dadurch mehr wie ein Solo-Film an. Denn a) hat Teil 2 nicht mehr so wirklich viel mit phantastischen Tierwesen zu tun (auch wenn es alibi-mäßig noch ein paar gibt) und b) wird Newt Scamander (zumindest in meinen Augen) ein bisschen mehr zur Nebenfigur.

Das liegt aber auch stark daran, dass „Grindelwalds Verbrechen“ die Aufgabe hat, diese ganze neue Story aufzubauen. Grindelwald ist ja, wie ich gelernt habe und was im Film ja auch sehr deutlich wird, stark an Hitler angelehnt: Er will die Magier an die Macht bringen, normale Menschen sind ihm völlig egal. Ein paar können gerne bleiben, schließlich braucht man ja „Lasttiere“, aber das war’s auch. Er will die Macht für Magier allein. An und für sich ein spannendes Thema, für das Johnny Depp, den ich auch echt gut in der Rolle fand, wirklich einen eigenen Film verdient hätte.

Aber „Grindelwalds Verbrechen“ hat mehr zu tun. Dumbledores Hintergrundgeschichte mit Grindelwald wird ein wenig angerissen. Credence‘ Sinnsuche wird ein wenig angerissen und mit einer unerwarteten Enthüllung auf eine ganz andere Ebene katapultiert – und schließlich wird auch noch die bezaubernde Liebesgeschichte zwischen Jacob (Dan Fogler) und Queenie (Alison Sudol) sehr kompliziert. Das waren alles spannende Geschichten, aber sie wurden halt nur „angerissen“. Warum geht Queenie zur dunklen Seite der Macht? Was hat es jetzt so mit Credence auf sich? Interessante Fragen, interessante Themen, die der Film aber nur aufwirft, damit sie dann in Teil 3 und den anderen Fortsetzungen mehr beleuchtet werden können. „Grindelwalds Verbrechen“ füttert nur an – was man dem Film an sich nicht übel nehmen kann, aber es ist sehr viel auf einmal und sorgt für eine ordentliche Laufzeit und viel Gerede. Der Fantasy-Abenteuer-Aspekt aus dem ersten Teil geht dabei leider etwas schnell verloren.

Und auch wenn ich so ein bisschen rummeckere, muss ich doch trotz allem sagen, dass mir die „Phantastische Tierwesen“-Reihe besser gefällt als Mr. Potter selbst. Die Filme schlagen schon etwas erwachsenere Töne an, sie müssen nur noch die richtige Mischung finden. So war Teil 2 einfach mit sehr viel Information vollgestopft und hat sich weniger wie ein Film angefühlt, sondern mehr wie ein langer, komplexer Prolog.

Wertung: 6 von 10 Punkten (viel Infos für einen Nicht-Potter-Menschen  wie mich)

2 Kommentare leave one →
  1. 17. Januar 2019 08:13

    Ich bin ganz deiner Meinung. Auf mich hat der zweite Teil auch wie eine überlange Einführung in die eigentliche Geschichte gewirkt. Es werden zahlreiche Handlungsstränge angeteasert ohne sie weiter auszuführen und die namensgebenden fantastischen Tierwesen haben zu wenig Screentime.

    • donpozuelo permalink*
      17. Januar 2019 14:20

      Danke. So wirkt es wirklich… was halt einfach auch daran liegt, dass Teil 1 jetzt so losgelöst wirkt. Da hätte man viele dieser Dinge schon eher anbringen können. So ist Teil 2 jetzt der eigentliche Teil 1… Und Teil 1 nur ein überlanger Prolog.

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