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Beim Barte Merlins!

4. Januar 2019

Ich habe es mit „Harry Potter“ versucht – aber wahrscheinlich viel zu spät. Die Bücher kenne ich ja überhaupt nicht; die Filme habe ich erst vor nicht all zu langer Zeit zum ersten Mal überhaupt gesehen. Mein Favorit ist da nach wie vor Teil 4, aber so richtig überzeugen konnte mich Mr. Potter leider nicht. Ich kann die Faszination verstehen, aber ich werde ihr wohl nie folgen können. Ganz anders meine Mama: Die ist ein großer Potter-Fan, hat alles gelesen und alles gesehen – naja, fast alles gesehen. Denn mit dem Spin-Off-Prequel „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ hatte sie sich noch nicht beschäftigt. Als ich letztens mal wieder zuhause war, haben wir das zum gerade erschienenen zweiten Teil „Grindelwalds Verbrechen“ in einem Double-Feature mal nachgeholt… und Teil 1 der neuen fünfteiligen Reihe hat mir tatsächlich ziemlich gut gefallen.

Der Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) reist im  Jahr 1926 in die USA – mit einem Koffer voller phantastischer Tierwesen, von denen er eines – den Donnervogel Frank – in Arizona freilassen möchte. Doch Newts Ankunft in New York kommt zu einer sehr ungeeigneten Zeit: Dort sorgen merkwürdige Ereignisse immer wieder dafür, dass die Welt der Menschen mit der der Magie zusammenprallt. Und dann entkommen auch noch einige von Newts Tierwesen. Gemeinsam mit dem No-Maj Jacob (Dan Fogler) und der Ermittlerin Tina Goldstein („Inherent Vice“-femme fatale Katherine Waterston) macht sich Newt auf die Suche.

Ich habe ein Problem mit den Potter-Filmen, das sich auch in „Phantastische Tierwesen“ wiederfindet: Die Filme sind mir gefühlt immer 20 Minuten zu lang. Aber im Gegensatz zu den Potter-Filmen kaschiert der erste Tierwesen-Film das gekonnt. Regisseur David Yates schickt uns nämlich auf eine durchaus amüsante Tierwesen-Verfolgungsjagd, bei der sich dann am Ende dank großem Grindelwald-Obskurus-Plottwist die eigentliche Story entfaltet, die dann in den kommenden Filmen ja mehr und mehr ausgebreitet werden soll. Aber Teil 1 ist hauptsächlich das Tierwesen-Jagen… und das ist schön anzusehen.

Zum Glück hat sich die Kreativ-Abteilung des Films bei den Tierwesen echt sehr viel Mühe gegeben. Gut, ich weiß jetzt nicht, wie viele Vorgaben es durch J.K. Rowlings fiktives Sachbuch gab, aber die Kreaturen waren schon alle sehr beeindruckend – und natürlich merkt man hier auch sofort die Merchandise-Abteilung am Werk. Der Niffler ist schon genau das richtige kleine süße Tierchen, das sich perfekt als Plüschtier, Kissen und was nicht noch alles macht. Die Tierwesen haben mir aber echt gut gefallen – das ist der größte Pluspunkt, den „Phantastische Tierwesen“ vorzuweisen hat. Die sehen beeindruckend aus und die Jagd nach ihnen ist unterhaltsam. Aber wie gesagt, kürzer hätte man es auch machen können, denn sooo viel Tiefgang hat die Story jetzt nicht gerade.

Am meisten mochte ich da tatsächlich Dan Fogler und seine wirklich süße Liebesgeschichte mit der charmanten „A Fine Franzy“-Sängerin Alison Sudol. Oscar-Preisträger Eddie Redmayne spielt aber auch ziemlich gut den leicht verquerten Newt. Ich hatte immer das Gefühl, er spielt ihn wie einen Autisten. Sehr oft hat er mich an Dustin Hoffman aus „Rain Man“ erinnert: Er guckt den Leuten nur selten in die Augen, ist still und schüchtern und zieht seine Tierwesen den Menschen und Magiern vor. So oder so aber mochte ich ihn in der Rolle. Womit ich dann nicht so viel anfangen konnte, war die ganze Credence-Geschichte mit einem Ezra Miller, der den ganzen Film nichts weiter tut als wie ein geschlagenes Kind verstört auf den Boden zu starren (da er ein geschlagenes Kind spielt, macht er das gut, aber trotzdem…). Natürlich brauchte man ihn, da seine ganze Geschichte das neue Franchise erst so richtig aufbaut, aber dann hätte  ich mir bei seiner Rolle ein wenig mehr Tiefgang gewünscht.

Alles in allem ist „Phantastische Tierwesen“ ein unterhaltsamer Film, der vor allem durch seine Tierwesen punkten kann. Für mich auf jeden Fall unterhaltsamer als die meisten Potter-Filme!

Wertung: 7 von 10 Punkten (kriegt mich die Welt der Magie am Ende doch noch???)

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