Zum Inhalt springen

Santa vor Gericht

24. Dezember 2018

Als ich noch ein kleiner Bub war, hofften meine Eltern darauf, dass man mir in der Schule den Glauben an den Weihnachtsmann schon früh genug austreiben würde. Doch leider hatten sie kein Glück… und so musste mein Papa weiterhin regelmäßig rein zufällig an Weihnachten noch mal „zur Arbeit fahren“ und kam dann immer zu spät, um den Weihnachtsmann noch zu treffen. Und ja, ich schäme mich nicht zu sagen, dass ich es wirklich nie geschnallt habe. Irgendwann war meinen Eltern aber selbst das zu viel und so begannen die Weihnachtsspaziergänge… und leider, leider kam immer genau zu diesem Zeitpunkt der Weihnachtsmann. Meine Mama erzählte mir dann immer noch, dass sie ihn kurz gesehen hätte, aber er schnell weiter musste. Dieses Spiel wurde eine Zeitlang wiederholt… doch irgendwann schnallte auch ich dann, dass das vielleicht alles gar nicht so stimmte. Der Weihnachtszauber war da geplatzt… ich weiß, ich weiß, furchtbar tragisch.

Um den Glauben an den Weihnachtsmann geht es auch in „Das Wunder von Manhattan“ – und ich rede hier jetzt mal vom Remake aus den 90er Jahren, in dem Richard Attenborough den furchtbar sympathischen Kris Kringle spielt. Er wird von Dorey Walker (Elizabeth Perkins) angesprochen, als Weihnachtsmann in ihrem Kaufhaus aufzutreten… Kringle wird zu einem Hit, die Kids lieben ihn, selbst Doreys neunmalkluge Tochter Susan (Mara Wilson) ist begeistert… obwohl sie stark bezweifelt, dass Kringle wirklich, wie er selbst von sich sagt, der Weihnachtsmann ist. Kringles Erfolg lockt aber schon bald Neider an – vor allem ein konkurrierendes Kaufhaus. Ehe man sich hier versieht, landet Kris vor Gericht, hat aber zum Glück die Hilfe des charmanten Bryan (Dylan McDermott), Nachbar von Dorey, der schwer in sie verliebt ist.

Dieser Film ist wirklich zuckersüß… vor allem weil Richard Attenborough wirklich einfach der perfekte Weihnachtsmann ist. Mit seinem Rauschebart und seinem ewigen Grinsen (das allerdings in manchen Einstellungen eher wie das Grinsen eines Psychopathen wirkt) und seiner unglaublichen Ausstrahlung, mit er wirklich jeden ansteckt, wird Attenborough wirklich Santa Claus. Man hat das Gefühl, er muss nicht wirklich viel machen und ist einfach nur charmant. Es gibt eine Szene, die ich in „Das Wunder von Manhattan“ einfach nur liebe: Da unterhält sich Santa mit einem tauben kleinen Mädchen – diese Szene ist Zucker pur. Einfach nur wunderschön.

Die Gerichtsverhandlung gegen Santa ist witzig inszeniert… und am Ende gibt es ein schönes Plädoyer für den Weihnachtsmann. „Das Wunder von Manhattan“ lebt davon, dass man immer wieder hinterfragt, ob Kringle nun wirklich der wahre Weihnachtsmann ist oder nicht. Und das Schöne an dem Film ist, dass er es etwas schwammig offen hält. Wir sehen Kringle jetzt nie fliegen oder sonst irgendwas. Aber die Dinge, die er sagt, lassen sehr eindeutige Schlüsse zu.

Wenn ich vielleicht ein „Problem“ mit dem Film habe, ist es die arg zusammengeschusterte Liebesgeschichte zwischen Dorey und Bryan. Klar, so ein Weihnachtsfilm braucht auch Liebe, aber die beiden gehen auf ein einziges Date und schon da macht er ihr einen Antrag. Ich glaube, das wäre selbst einem Ted Mosby etwas zu schnell gegangen. Aber hey, auch das dürfen wir wohl einfach unter dem Wunder von Weihnachten verbuchen und alles ist wieder gut.

Lange Rede, kurzer Sinn: „Das Wunder von Manhattan“ ist ein putziger Weihnachtsfilm, der meine Liebe zu „It’s a wonderful life“ aber nicht bremsen kann. Ich will hier jetzt aber auch niemanden bremsen, sondern wünsche all meinen lieben, lieben Lesern wunderbare Weihnachten und ein frohes Fest. Ich hoffe, ihr seid bei euren liebsten Menschen, die euch mit Liebe zuschütten. Ich hoffe, ihr seid bei jemandem, der euch außerdem mit leckeren Sachen zum Essen zuschüttet. Und ich hoffe, dass ihr Weihnachten ruhig und friedlich feiert.

Frohe Weihnachten!!!

P.S.:

Ich gebe diesem „Wunder von Manhattan“ 7 von 10 Punkten, der ist zwar süß, aber zu hundert Prozent hat er mich nicht überzeugt 😉

2 Kommentare leave one →
  1. 27. Dezember 2018 19:46

    Ich finde den leider gar nicht so gut – hat hauptsächlich damit zu tun, dass hier Kritik am bösen Kaufhaus/Konsum geübt wird, indem ein anderes Kaufhaus als ganz lieb inszeniert wird…
    Ist vielleicht ein zu hoher Anspruch für einen solch seichten Film, aber gerade bei jüngeren könnte das die falsche Botschaft sein

    • donpozuelo permalink*
      28. Dezember 2018 12:03

      Ach… Ich bezweifle mal, dass die jüngeren diese Kapitalismus-Keule so wahrnehmen werden. Die überdenken das (hoffentlich) nicht so sehr wie wir 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: