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Liebe per Zufall

30. November 2018

Es ist wieder die Zeit im Jahr, in der ich ein wenig in den Modus verfalle, mir romantische Komödien anzuschauen. Passt irgendwie… draußen ist es kalt und dunkel, warum nicht also auf dem Fernseher ein bisschen Wärme und Liebe? Doch ist das Genre der romantischen Komödie auch ein schweres Gebiet, in dem sich am Ende alles verdammt ähnelt und die große Überraschung wahrlich auf sich warten lässt. Weil ich vor kurzem erst wieder „The Sure Thing“ mit John Cusack geguckt habe… habe ich erst „Hot Tub Time Machine“ geguckt und mir dann gedacht: „Okay, der gute John hat auch viele RomComs gedreht“. Wie der Zufall es so will (wie passend für diesen Film), bin ich dann auf „Serendipity“ gestoßen. Der sich dann trotz Cusack und Kate Beckinsale in den Hauptrollen als ziemliche Schlafmütze erwiesen hat.

Sara (Beckinsale) und John (Cusack) treffen sich beim Weihnachtseinkauf, als sie das gleiche Paar Handschuhe kaufen wollen. Die beiden verbringen einen wundervollen Abend und verlieben sich – obwohl sie beide in Beziehungen sind. Sie schließen daraufhin einen Pakt: Wenn das Schicksal will, dass sie zusammen gehören, dann wird es so sein. Er schreibt seinen Namen und seine Telefon-Nummer auf einen 5-Dollar-Schein, sie ihren Namen in eine alte Ausgabe von „Die Liebe in Zeiten der Cholera“. Wenn er das Buch mit ihrem Namen finden und sie den Geldschein mit seinem, dann werden sie sich wieder finden. Zehn Jahre später stehen dann beide eigentlich kurz vor der Hochzeit mit anderen Partnern, doch diesen einen Abend haben beide nicht vergessen, weswegen sie dem Schicksal ein wenig unter die Arme greifen wollen.

Puh… das Thema an sich ist ja irgendwie ganz nett. Und eigentlich ist diese Zufalls- / Schicksalskiste für so eine Romanze auch ein schönes Thema. Vorausgesetzt, man setzt es gut um. Ich meine, „Serendipity“ fehlt die gewisse Prise Fantasy. In diesem Film müssten eigentlich verrückte und unglaubliche Zufälle Ereignisse in Gang setzen, damit sich am Ende unsere beiden Liebenden doch wiederfinden. Irgendetwas Übernatürliches fehlt diesem Film. Denn irgendwie wirkt das übelst an den Haaren herbeigezogen, dass sich beide zehn Jahre lang nicht für den anderen interessieren, aber dann auf einmal doch. Wenn das der schicksalhafte Zufall sein soll… dann nein danke.

Stattdessen gucken wir John Cusack dabei zu, wie er in einer ziemlich uninspirierten Schnitzeljagd anhand einer Konto-Nummer versucht, Sara ausfindig zu machen. Am Ende hat nichts in diesem Film wirklich was mit dem Buch und der Geldnote zu tun, sondern einfach nur mit der fast schon krankhaften Obsession eines Mannes, der nach zehn Jahren immer noch einem Phantom hinterherjagt. Das ist der Punkt, wo „Serendipity“ einfach nicht zieht bei mir… und das, obwohl ich ja sonst sehr zugänglich für diese Filme bin, aber hier funktioniert das einfach nicht.

Es fehlt beiden Charakteren einfach wirklich die passende Motivation… denn eigentlich sind sie beide sehr merkwürdige Menschen. John ist mit einer wunderbaren Frau (Bridget Moynahan) zusammen, die im Laufe des Films einfach extrem leiden muss. Und selbst Sara ist mit einem verrückten, aber liebevollen Musiker (John Corbet) zusammen. Wenn sowohl Sara als auch John wenigstens in zerrütteten Beziehungen gewesen wären, hätte ich das wenigstens noch eher nachvollziehen können. So wirken die beiden aber eigentlich wie sehr egoistische Monster.

Naja… meins war das einfach nicht. Es gelingt auch nicht, die Chemie zwischen Cusack und Beckinsale so wirklich aufzubauen. Die zwei verbringen ein paar Stunden zusammen und ruinieren deswegen zehn Jahre später ihre bestehenden, guten Beziehungen. Ahhh… das ging einfach irgendwie gar nicht. Der einzige wahre Sympath in diesem Film ist Jeremy Piven, der entgegen seiner Ari-Gold-Vergangenheit, ein toller Typ ist in diesem Film.

„Serendipity“ hätte ein schöner Film werden können, wenn man alles irgendwie anders gemacht hätte. So war ich froh, dass das Ding endlich vorbei war.

Wertung: 3 von 10 Punkten (schöne Liebeszufälle gehen doch auch schöner als das hier)

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