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Per Blubberblasen durch die Zeit

28. November 2018

Ich habe letztens erst „The Sure Thing“ mal wieder gesehen und da ist mir das erste Mal aufgefallen, dass der junge John Cusack ein bisschen aussieht wie ein junger Shia Labeouf. So im richtigen Kamerawinkel könnte man echt meinen, die beiden wären verwandt. Aber Cusack hat Labeouf eines voraus: Seine Filme gucke wirklich immer wieder gerne… deswegen stand es dann für mich auch außer Frage, dass ich mir „Hot Tub Time Machine“ anschaue – auch wenn der Plot schon ziemlich dämlich klingt.

Nach dem gescheiterten Selbstmordversuch ihres Freundes Lou (Rob Corddry) raufen sich die einst besten Freunde Adam (John Cusack) und Nick (Craig Robinson) einmal mehr zusammen. Zu dritt (und in Begleitung von Adams Neffen Jacob [Clark Duke]) wollen sie dem Ski Resort entspannen, wo sie einst in ihrer Jugend so viel Spaß hatten. Während eines wilden Trinkgelages in einem alten Whirpool sorgt ein russischer Energy-Drink für eine Überhitzung der Elektronik, was wiederum dazu führt, dass die drei Freunde (und Jacob) durch die Zeit geschleudert werden – in die guten alten 80er, als alles noch möglich schien.

Jupp… wir reisen also per Whirlpool durch die Zeit, aber hey, es gab schon beknacktere Ideen. Letztendlich ist es „Hot Tub Time Machine“ auch vollkommen egal, wie die Zeitreise von statten geht – Hauptsache, sie passiert. Natürlich darf man hier nicht zu viel über mögliche Paradoxa nachdenken, aber das muss man das auch gar nicht. Denn Regisseur Steve Pink möchte einfach nur unterhalten. Somit werden alle Zeitreise-Unstimmigkeiten mit schön absurden Theorien (und unter Mithilfe des „Terminators“ und Ashton Kutchers „Butterfly Effect“) erklärt. Schlussendlich soll man sich auch nicht zu sehr mit dem Zeitreisen beschäftigen.

Vielmehr ist das Ganze die Grundlage für eine manchmal recht absonderlich wirkende Komödie. „Recht absonderlich“ erklärt sich so: Adam und Co. sehen sich zwar als ihre jüngeren Ichs, wir aber sehen sie immer noch als in ihrer „alten“ Gestalt – und wenn dann die alten Männer auf einmal auf „American Pie“ machen und mit jungen Mädchen rumflirten, die eigentlich ihre Töchter sein könnten, verleiht das manchen Szenen einen etwas merkwürdigen Touch.

Doch wie schon beim Thema „Zeitreisen“ erwähnt: Man sollte „Hot Tub Time Machine“ jetzt auch nicht überanalysieren. Es ist ein witziger Film über alte Männer, die ihr Leben irgendwie richten wollen. Die die Chance nutzen wollen, noch einmal die guten Zeiten erleben zu können. Wenn man jetzt doch überanalysieren wollte, ist „Hot Tub Time Machine“ irgendwie auch ein ziemlich trauriger Film – schließlich sind diese einstigen Freunde alle in den dunkelsten Phasen ihres Lebens… und sehnen sich nach den guten alten Zeiten. Eigentlich sind sie allesamt traurige Gestalten, die in ihrem Leben nichts erreicht haben.

Schluss jetzt aber mit Über-Analysieren: Dank des wirklich tollen Casts macht „Hot Tub Time Machine“ auch einfach nur Spaß. Gerade der verrückte Rob Corddry ist hier Herz und Seele dieser verrückte Geschichte, der als einziger wirklich das Potenzial der gegebenen Chance erkennt. John Cusack ist halt einfach John Cusack – sympathisch, aber in diesem Film auch ein wenig fehlbesetzt (vielleicht hat er das selbst auch gemerkt und sich deswegen für die Fortsetzung entschuldigen lassen). Craig Robinson führt die Black Eye Peas in die 80er ein und ein noch sehr junger Sebastian „Winter Soldier“ Stan spielt den Bully. Und „Back to Future“-Crispin Glover darf für einen großartigen Running Gag herhalten.

„Hot Tub Time Machine“ ist 80ies pur – und damit hat der Film ja eigentlich schon bei mir gewonnen. Es gibt gute Musik, einen Haufen witziger Film- und Nerd-Zitate (bietet sich ja beim Zeitreisen durchaus an), der Cast funktioniert bestens miteinander – und so ist dieser Film beste Unterhaltung, die man einfach nur so genießen und nicht zu viel drüber nachdenken sollte 😉

Wertung: 8 von 10 Punkten (meine Badewanne kann das leider nicht, aber cool wäre es schon)

7 Kommentare leave one →
  1. 28. November 2018 09:50

    „„Hot Tub Time Machine“ ist 80ies pur“ … ähm, nicht wirklich. Vor allem der Humor ist sowas von 2010er, das es einfach nur anstrengend ist und die Charaktere sind allesamt Arschlöcher. Das einzig gute an dem Scheiß war Crispin Glovers Arm.

    • donpozuelo permalink*
      28. November 2018 12:51

      Das mit Glovers Arm war schon witzig. Wie gesagt, ich mochte den Rest, aber ja, dass die Typen irgendwo alles ziemliche Arschlöcher sehe ich auch. Loser und Arschlöcher. Trotzdem hat es mich irgendwie unterhalten 😉

      • 28. November 2018 18:06

        Ich gebe dir zumindest soweit recht, dass der Film versucht, die 80er Komödien einzufangen, aber vom Humor her passt das dann einfach nicht mehr. Gegen Ende wird der Film allerdings dann sogar ganz gut, wenn die Charakterentwicklung in den Vordergrund rückt. Aber da war bei mir der Zug einfach schon abgefahren.

        • donpozuelo permalink*
          29. November 2018 08:05

          Verstehe ich absolut…

  2. 28. November 2018 10:12

    Auch wenn ich den Film nicht ganz so gut fand wie du, mochte ich ihn doch sehr. Planst du auch den zweiten Teil zu sehen? An den habe ich mich noch nicht rangewagt.

    • donpozuelo permalink*
      28. November 2018 12:55

      Hmm… Ich habe gerade mal den Trailer geguckt. Sieht nicht so berauschend aus. Ich glaube, fürs erst spare ich mir Teil 2 😀

Trackbacks

  1. Liebe per Zufall | Going To The Movies

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