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Spagat quer durch die Zeit

17. Oktober 2018

Der Actionheld meiner Kindheit und auch Jugend war Arnold Schwarzenegger. Was wohl irgendwie auch daran lag, dass Schwarzenegger viele Filme gemacht hat, die… naja… vielleicht könnte man sie kinderfreundlich nennen. Zumindest war da viel dabei, dass auch der kleine Mann mit ruhigem Gewissen gucken konnte. Seinen schärfsten Konkurrenten Mr. Stallone habe ich ja wirklich erst vor kurzem mit „Rocky“ und „Rambo“ für mich entdeckt… aber ein Mann ist mir einfach entgangen. Und das ist Jean-Claude van Damme. Wenn ich mal seinen Gast-Auftritt bei „Friends“ weglasse und auch ignoriere, dass er in „Kung Fu Panda 2“ eine Sprechrolle hat, habe ich bislang einen einzigen Film mit ihm gesehen – und das war dieser Film, wo er bei der Fremdenlegion ist (Google informierte mich unlängst, dass der Film wohl „Leon“ heißt). Ich wollte mir da doch noch ein bisschen mehr von dieser einstigen Action-Ikone anschauen – ein Film, der mir dabei immer und immer wieder empfohlen wurde, war „Timecop“.

Wir schreiben das Jahr 2004. Vor einiger Zeit wurde das Zeitreisen entwickelt, um aber zu verhindern, dass jemand das zu seinem eigenen Vorteil ausnutzen kann, wurde die Time Enforcement Commission gegründet – halt Timecops, die schön auf unsere Zeit aufpassen. Einer davon ist Max Walker (Van Damme), der vor zehn Jahren seine Frau bei einem Anschlag verlor. Walker kommt bei einem Einsatz dem Senator McComb (Ron Silver) auf die Schliche, der mit Hilfe von Zeitreisen versucht, sein Vermögen aufzubauen, um Präsident zu werden. Doch McComb zu bekämpfen, kostet Walker einiges an Kraft.

So… „Timecop“ ist somit der erste richtige Van-Damme-Film für mich. Doch leider war das für mich keine so großartige Offenbarung wie „Rocky“ oder „Rambo“. Ich muss eher sagen, dass ich es ziemlich langweilig fand. Wie es sich für einen guten Zeitreise-Film gehört, steckt auch „Timecop“ voller wirrer Verwirrungen, aber gut – das kennt man ja und hätte mich auch alles nicht gestört, wenn der Film an sich mich einfach mehr gepackt hätte. Die Idee an sich ist durchaus interessant, doch die Umsetzung war mir einfach zu öde. Ganz ehrlich, ich hätte gerne ein bisschen mehr Zeitreisen an sich gesehen. Stattdessen springt der Film nur zwischen 2004 und 1994 hin und her. Von der Zukunft sehen wir nicht allzu viel (war wohl nicht so ganz im Budget), von der Gegenwart sehen wir das, was wir eh schon kennen. Auch die Vergangenheit wird nur wirklich zweimal für das Intro und für Walkers ersten Einsatz (erst 1800 irgendwas und später 1929) gezeigt. Wenn schon „Timecop“, dann doch bitte irgendwie richtig. Ich habe das Gefühl, dieser Film hätte als Serie vielleicht mehr Sinn gemacht (und von solchen Serien gab es ja danach gefühlt auch genug).

Die einzige Frage, die mich den ganzen Film wirklich brennend beschäftigt hat, ist folgende: Warum brauchen sie dieses Raketen-Fahrzeug auf Schienen, um in die Vergangenheit zu reisen, können aber danach einfach per Knopfdruck wieder zurück und landen dann direkt wieder in diesem Raketen-Ding, obwohl die Landung in der Vergangenheit nie präzise durchgeführt werden kann? Aber gut, halten wir uns damit nicht auf…

„Timecop“ ist nett, mehr aber auch nicht. Jean-Claude van Damme hat für mich leider nicht wirklich die Ausstrahlung, die ich brauche, um mit ihm mitzufiebern (vielleicht brauche ich wirklich mehr den Arnie als alles andere). Schauspielerisch nehmen die Herren sich nicht sonderlich viel (obwohl Stallone zumindest in der Rocky-Reihe mehr Talent bewiesen hat) – und daher ist Van Damme in diesem Film scheinbar nur dafür da, zu zeigen, was für verdammt coole Spagate er hinbekommt. Seine Kampfszenen sind schon ziemlich cool, und wer weiß, wenn mir jemand einen guten Kampffilm mit ihm empfiehlt, werde ich JCVD vielleicht auch noch zu würdigen wissen. „Timecop“ ist das nicht wirklich geglückt.

Sein Gegenspieler Ron Silver war ein klassischer 90er Jahre Endboss, wenn ich das mal so sagen darf, der aber auch versucht, seinen inneren Alan Rickman aus „Stirb Langsam“ zu finden. Überrascht war, dass „Ferris Bueller“-Freundin Mia Sara als damsel in distress dabei ist… aber all zu lange hat die Überraschung dann auch nicht angehalten.

Ich sage so etwas ja nicht oft, aber „Timecop“ gefällt mir von der Idee so gut, dass ich durchaus nicht abgeneigt wäre, von diesem Film ein Remake zu sehen. Ich weiß, wie frevelhaft das klingt, dabei will ich damit nur würdigen, dass der Grundstoff in den richtigen Händen zu einem grandiosen Film werden könnte, der mit Witz und guter Action punkten könnte.

Wertung: 5 von 10 Punkten (war einfach nicht meins…)

6 Kommentare leave one →
  1. 17. Oktober 2018 09:15

    Ich empfehle mit van Damme mal BLOODSPORT, HARD TARGET und SUDDEN DEATH. TIMECOP könnte ich mir eigentlich auch mal wieder reinpfeifen, fand den aber auch nie so richtig gut.

    • donpozuelo permalink*
      17. Oktober 2018 09:33

      Perfekt. Danke dir. Ich kann Empfehlung zu Van Damme gut gebrauchen. Vielleicht weiß ich ihn irgendwann doch zu würdigen. Und ich glaube, „Hard Target“ wird der erste Film sein, den ich mir mal vorknöpfe. Ist ja immerhin ein John Woo 😀

      Taugt eigentlich dieser JCVD was? Der soll ja auch so unfassbar gut sein.

      • 17. Oktober 2018 21:58

        Ja, JCVD macht durchaus Spaß auch wenn ich ihn nicht als „unfassbar gut“ abstempeln würde. Dazu würde ich an deiner Stelle aber zuvor definitiv noch ein paar seiner „richtigen“ Filme anschauen, bevor du dich an den ranwagst.

        • donpozuelo permalink*
          18. Oktober 2018 06:54

          Alles klar. Gut zu wissen. 🙂

  2. 19. Oktober 2018 19:25

    Witzig, dass wir diesen Film fast zeitgleich Reviewen und anscheinend auch eine ähnlich negative Meinung haben, auch wenn meine Wertung deutlich niedriger ausfällt 😅

    • donpozuelo permalink*
      20. Oktober 2018 14:42

      Hahahaha… hast du den auch gemacht? Sehr cool. Aber ja, es war einfach nicht meins.

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