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Bei den Untoten viel Neues

8. Oktober 2018

Ich bin endlich durch mit „Fear the Walking Dead“ – und damit meine ich dieses Mal auch wirklich durch durch. Die vierte Staffel, die jetzt gerade pünktlich zum Start von „The Walking Dead“ Staffel 9 ihr Ende gefunden hat, war ja der Auslöser, warum ich überhaupt mit dem Spin-Off angefangen habe. Mein bester Freund schwärmte ja wirklich in den höchsten Tönen, wie gut die erste Hälfte sei, dass der Übergangn von Morgan (Lennie James) von der Mutter- zur Tochter-Serie echt cool sei und und und… eigentlich müssten die Macher der Serie ihm eine Provision zahlen, denn er hat wirklich tapfer für diese Serie gekämpft. Und deswegen habe ich ja die ersten drei Staffeln erst einmal nachgeholt, um mir dann Staffel 4 anschauen zu können. Doch mein Problem begann schon sehr früh… die Serie konnte mich noch weniger überzeugen als das eigentliche Original. Staffel 4 war dann, trotz der anfänglichen Lobpreisungen meines Kumpels, eine richtig herbe Enttäuschung… das mir nun die Entscheidung abnimmt und ich mich hoffentlich auch wirklich zum letzten Mal mit diesem Spin-Off befasst habe.

Staffel 4 beginnt am Ende von Staffel 8 von „The Walking Dead“: Nach dem Kampf gegen Negan beschließt Morgan seine alte Gruppe zu verlassen. Er wandert und wandert – bis er auf Revolvermann John Dorie (Garret Dillahunt) trifft und später auch noch auf die Journalistin Althea (Maggie Grace). Gemeinsam reisen die weiter und werden von einer Gruppe aufgehalten – die sich dann als unsere bekannten Freunde der Serie herausstellen: Nick (Frank Dillane), Alicia (Alycia Debnam-Carey) und Strand (Colman Domingo). In Rückblenden erfahren wir, wie es der Gruppe rund um Madison (Kim Dickens) im Kampf gegen eine Gruppe erging, die sich die Vultures nennen.

Morgan überlebt am Ende und sitzt auf dem Eisernen Thron

Staffel 4 fühlt sich sehr merkwürdig an. Normalerweise fällt mir das Mid-Season-Finale nie so schwer auf, aber in Staffel 4 wird damit tatsächlich ein sehr deutlicher Umschwung deutlich – ein Umschwung, der sich in der ersten Hälfte schon sehr stark ankündigte. Denn eigentlich ist Staffel 4 ein Reboot der Serie – ein Haufen neuer Charaktere wird eingeführt und die alten werden in die zweite Reihe gerückt. Nicht nur dass, es sterben zwei der wichtigsten Charaktere vom Anfang und übrig bleiben nur die Charaktere, die eh nie sonderlich spannend waren (vielleicht mal Strand außen vorgenommen). Dass wir Kim Dickens dann auch wirklich nur noch in Rückblenden zu sehen bekommen, spricht da schon deutliche Bände. Hier häutet sich die Schlange und wird das Alte, das offensichtlich überflüssig Gewordene einfach ab. Und killt damit aber auch irgendwie alles, was an dieser Serie noch so halbwegs interessant war.

Die erste Hälfte macht aber zumindest hier und da noch ein paar interessante Sachen. Der Kniff mit den Rückblenden macht aus einer ansonsten recht unspektakulären Story (Madisons Leute werden belagert) eine, die schön verwirrend und mit vielen Zeitsprüngen erzählt wird. Wirklich cool daran ist, dass wir unsere „alten“ Helden aus der Sicht neuer Charaktere zu sehen bekommen. Sind diese Menschen wirklich vertrauenswürdig? Wie funktioniert Vertrauen in einer Welt von „The Walking Dead“ überhaupt noch? Die, die wir eben noch als Helden bezeichnet haben, wirken aus der Sicht anderer schon wieder wie Schurken. Ein cooler Aspekt, der aber auch schnell verfliegt. Die erste Hälfte stolpert so hier hin und da hin, schockt mit einem ersten krassen Tod (der auch noch vom nervigsten neuen Charakter überhaupt verursacht wird) und plätschert dann so vor sich her – bis es zu noch einem unerwarteten Tod kommt und die Serie dann in der zweiten Hälfte komplett von den Neuen übernommen wird.

Diese zweite Hälfte versetzt dann der Serie aber auch irgendwie den Todesstoß. Morgan will mit seiner Gruppe wieder zurück nach Alexandria und auf dem Weg dahin treffen sie den unnötigsten Bösewicht aller Zeiten: Martha (Tonya Pinkins), die Morgan dafür hasst, weil er helfen will, Schließlich hat ihr auch noch nie jemand geholfen. Wow… Tonya Pinkins gibt sich zwar aller größte Mühe, so eine gefährliche Bedrohung zu sein. Aber sie nervt einfach nur und ist wirklich überflüssig. Sie macht die zweite Hälfte auch nicht besser, die einfach nur ein Road-Movie wird, bei dem sich die Neuen nach einem heftigen Sturm (der aber nach zwei Folgen auch schon wieder vorbei ist und damit komplett verschwendet wurde) erst wiederfinden müssen und dann zusammen einfach nur unterwegs sind. Die Story stagniert einfach und hat in keiner Folge auch nur irgendwas interessantes zu erzählen.

Das größte Problem ist auch einfach, dass die neuen Charaktere nicht wirklich stark genug sind, um die Serie zu tragen. Der Einzige, den ich wirklich mochte, war Garret Dillahunt als John Dorie. Der war wirklich cool. Lennie James hingegen hätte man schon lange in den Urlaub schicken sollen. Sein Morgan hätte schon in „The Walking Dead“ ein würdiges Ende finden müssen – aber nein, im Finale von Staffel 4 von FTWD bauen sie ihn jetzt als neues Oberhaupt auf, das helfen möchte. Es wird also noch fröhlich weitergehen mit diesem Mist.

Naja… ich warte jetzt erst einmal ab, wie Staffel 9 von „The Walking Dead“ wird, aber „Fear the Walking Dead“ hat mich mit dieser wirklich langweiligen vierten Staffel komplett verloren.

Wertung: 3 von 10 Punkten („Fear“ hat es einfach nicht geschafft, sich besonders von der Mutter-Serie abzugrenzen und kopiert jetzt einfach nur noch)

P.S.: Was soll eigentlich dieser angebliche 10-Jahres-Plan mit zahlreichen Filmen und Spin-Off-Serien im „The Walking Dead“-Universum? Die sollen das Ding einfach beenden…

2 Kommentare leave one →
  1. 8. Oktober 2018 18:57

    Also wie gesagt, für mich die beste Staffel FTWD, aber wenn einen Morgan so sehr nervt, hat man hier echt verloren :))
    Es hätte was werden können, aber sie haben von Beginn an alles falsch gemacht; die Hauptcharakter fand ich schon immer nervig und schwach.

    • donpozuelo permalink*
      8. Oktober 2018 19:41

      Nee. Ich mochte Morgan bei The Walking Dead schon lange nicht mehr. Fand, der hatte da seinen Zenit schon laaaaange überschritten.

      Ich mochte auch diese Verrückte am Ende überhaupt nicht. So ein überflüssiger und dummer Charakter.

      War alles nix für mich 😀

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