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Das Auge von Shangri-La

3. Oktober 2018

Dritte Teile von Trilogien haben es immer schwer, sie haben ja auch einfach nicht den Ruf, besonders beliebt zu sein. „Spider-Man 3“ war jetzt ein Fan-Favorit, das Gleiche lässt sich über „Zurück in die Zukunft 3“, „X-Men 3“, „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, „Alien 3“, „Der Pate 3“ und andere dritte Teile sagen. Das soll jetzt nicht heißen, dass diese Filme alle schlecht sind, aber sie kommen oft nicht mehr an das heran, was man sich eigentlich erhofft hat. Vielleicht ist das so ein bisschen der Fluch des dritten Teils… der erste Teil führt etwas ein, der zweite Teil macht es hoffentlich ein bisschen besser und der dritte Teil muss es eigentlich noch besser machen und scheitert dann oft daran. Ein neues Beispiel dafür habe ich jetzt mit „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“ gefunden.

Unser Mumien-Killer-Pärchen Rick (Brendan Fraser) und Evelyn (jetzt Maria Bello und nicht mehr Rachel Weisz) ist im stinklangweiligen Alltag gefangen. Evy schreibt Bücher über ihre Abenteuer, aber sonst ist einfach nichts mehr los bei den beiden. Da kommt die Anfrage, ob sie nicht das sagenumwobene Auge von Shangri-La nach China bringen wollen, natürlich sehr gelegen. In China treffen sie dann auf Jonathan (John Hannah), der einen „Indy 2“-artigen Klub mit dem Namen „Imhotep’s“ betreibt… und auf ihren erwachsenen Sohn Alex (Luke Ford), der den sagenumwobenen Drachenkaiser ausgegraben hat. Doch der Kaiser (Jet Li) wird zum Leben erweckt – und einmal mehr müssen die O’Connells die Welt vor einer Mumie beschützen.

Eiskalter Abschied

Stephen Sommers gibt nach zwei Filmen den Regieposten an „The Fast and the Furious“-Regisseur Rob Cohen ab… und der scheint den Wunsch gehabt zu haben, auf der Martial-Arts-Welle der frühern 2000er schwimmen zu wollen. Nicht nur hat er mit Jet Li, den Star aus „Hero“ und mit Michelle Yeoh, den Star aus „Tiger and Dragon“, an Bord, sondern er versucht sich eben auch in solchen Schwertkämpfen und setzt das ganze Szenario eben nach China. Leider kommt „Die Mumie 3“ nicht einmal ansatzweise an die kunstvollen Martial-Arts-Filme heran – zumal Cohen auch gerade Li und Yeoh in winzig kleinen Nebenrollen versauern lässt.

Das größte Problem hatte ich dabei aber mit Lis Schurken. Der war nicht wirklich Furcht einflößend. Nach zwei Filmen mit einem wirklich guten Arnold Vosloo wirkt Li etwas fehl am Platze. Vosloo hatte schon so eine gruselige Ausstrahlung, aber Li halt einfach irgendwie nicht – vielleicht versteckt man ihn deswegen auch die meiste Zeit des Films hinter seinem CGI-Kaiser. Ich konnte ihn einfach nie so wirklich ernst nehmen, weil er für mich die ganze Zeit einfach nur so eine Art böser „Avatar – Der Herr der Elemente“ war, der ein bisschen mit den Elementen spielen konnte und das war’s auch schon. Li ist, das muss man einfach sagen, kein wirklicher Mumien-Ersatz – auch wenn ich die Idee, dass die berühmte Terrakotta-Armee zu ihm gehört, ganz cool fand.

Was auch irgendwie den ganzen Spaß herunter zieht, ist die Tatsache, dass Rachel Weisz durch Maria Bello ersetzt wurde. Bello hat in meinen Augen nicht so gut mit Brendan Fraser geklickt. Aber scheinbar haben das auch die Macher schnell gemerkt, weswegen sie auch ihre Rolle sehr kurz gehalten haben. Richtig langweilig hingegen fand ich Luke Ford als erwachsenen Sohnemann. Es hat sich nicht einmal unbedingt so angefühlt, als wollten sie ihm den Staffelstab übergeben, in der Hoffnung mit dem jungen O’Connell noch weiter machen zu können (auch wenn das wohl so geplant war). Seine ganze Story, die eigentlich die Hauptstory des Films ist, wird zu einer Nebensache gemacht, weil Rick ja die Hauptfigur sein muss. Also bekommt Ford eine dumme Liebesgeschichte auf den Leib geschrieben und rennt einfach nur als trotziger Sohnemann durch diesen Film, der nie den Schatten von Papa Fraser verlassen darf.

Auf dem Weg nach Shangri-La gibt’s dann noch CGI-Yetis, die einfach nur furchtbar sind und das große Finale geht in einem Gewusel aus Armeen der Toten komplett unter. Und beschreibt so leider ziemlich genau das, was „Die Mumie 3“ so ausmacht: viel Hektik, viel CGI und viel Action, die unkoordiniert und wirr ist. Wenigstens kann ich auch jetzt noch einmal den Bogen zu den „Uncharted“-Spielen liefern, denen ich ja beim ersten Mal unterstellt habe, sie hätten sich für ihren Nathan Drake sehr an Rick O’Connell orientiert. Ein Jahr nach die „Mumie 3“ kam „Uncharted 2“ raus – und entführte uns viel aufregender ebenfalls nach Shangri-La, ebenfalls inklusive Yetis. Das lasse ich jetzt mal unkommentiert so stehen 😉

Wertung: 4 von 10 Punkten (kein schöner Abschluss der Reihe)

3 Kommentare leave one →
  1. 3. Oktober 2018 10:51

    Der Film ist so furchtbar. Da funktioniert einfach gar nix und alles, was die beiden Vorgänger ausgemacht hat, wurde weggeschmissen. Ist auch schon auf dem Filmschrottplatz: https://filmschrott.wordpress.com/2017/06/14/totenerweckung-in-fernoestlichen-wuestengegenden/

    • donpozuelo permalink*
      4. Oktober 2018 19:48

      Auf den Filmschrottplatz gehört das Ding definitiv auch. 😀

  2. 3. Oktober 2018 13:23

    Ja, der war ne schwache Kiste.

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