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Hier endet Gott!

7. September 2018

Alle brauchen heutzutage ein Film-Universum. Filme können nicht einfach nur Reihen sein, sie müssen Universen sein. Marvel hat es vorgemacht, DC hat’s versucht nach zu machen und James Wan hat es in kleinerem Maßstab für seine „Conjuring“-Filme gemacht. Es gab zwei wirklich tolle Gruselfilme mit den „Conjuring“-Teilen und zwei Spin-Offs zu „Annabelle“, die ich mir aber nicht angeguckt habe. Wozu auch? Die ganze Geschichte um die unheimliche Puppe wurde doch im ersten „Conjuring“ ziemlich gut erläutert (und ich höre ja auch von allen, dass diese beiden Spin-Offs jetzt nicht sooo besonders sind). Aber so ein Universum muss sich nun einmal ausbreiten und so kommen immer wieder Filme dazu… und das neueste Spin-Off zur Dämonen-Nonne aus „Conjuring 2“ habe ich dann jetzt auch tatsächlich gesehen. Wie der Titel meines Artikels es schon verrät, endet bei „The Nun“ nicht nur Gott, sondern leider auch jeglicher Gruselfaktor, den das „Conjuring“-Universum hatte.

Wir befinden uns in Rumänien, irgendwann Anfang der 50er Jahre. In einem unheimlichen Kloster mitten im Nirgendwo bringt sich eine Nonne um… und der Vatikan schickt Vater Burke (Demian Bichir) und Schwester Irene (Taissa Farmiga) dorthin, um Nachforschungen anzustellen. Schnell stellt sich heraus, dass es in dem Kloster ziemlich unheimlich ist, dass dort vor langer Zeit ein unheimlicher Dämon heraufbeschworen wurde, der nun wieder seinen Weg in die Freiheit gefunden hat.

Sie sucht die Nonne, wir den Horror!

Was soll ich sagen? „The Nun“ ist sterbenslangweilig. Für einen Horror-Film eine absolute Katastrophe! Dieser Film ist eine Aneinanderreihung an billigen Jump Scares, die man schon aus einer Meile Entfernung zieht. Wenn die Kamera anfängt, sich um einen Charakter zu drehen, weiß man schon: „Gleich kommt was!“. Wenn sich ein Charakter irgendwo umdreht, sich irgendwo eine Tür schließt, weiß man: „Gleich kommt was!“ Jetzt hat ein James Wan in den „Conjuring“-Filmen ja auch nicht das Rad neu erfunden, aber er hatte immer ein perfektes Gespür für Timing. „Nun“-Regisseur Corin Hardy fehlt das leider komplett. Man langweilt sich, weil man wirklich jeden kleinen Grusel-Moment vorhersehen kann. Es gelingt ihm nicht ein einziges Mal, seinen Zuschauer wirklich zu überraschen (es sei denn, man hat in seinem Leben wirklich noch nie einen Horror-Film gesehen, dann könnte es vielleicht klappen). Grusel ist hier wirklich gleich Null.

Es wirkt einfach alles sehr billig und uninspiriert – nehmen wir nur mal den Anfang: Zwei Nonnen laufen aufgeregt durch einen dunklen Gang. Ein Gang, in dem die Special-Effects-Menschen richtig durchgedreht sind bei der Verwendung ihrer Nebelmaschinen: Mitten im Kloster, mitten in diesem dunklen Gang wabert hier der unheilschwangere Nebel. Nur das er halt so doll da ist, dass er extrem künstlich und fehl am Platz wirkt. Und dieser Nebel wabert durch den ganzen Film.

Man möchte meinen, ein fast verlassenes, altes Kloster wäre eigentlich der perfekte Ort für einen guten Horror-Film. Aber „The Nun“ beweist auf sehr traurige Art und Weise, dass ein perfekter Ort noch lange keinen perfekten Film macht. Es ist zwar alles dunkel und abgeschieden und dunkel und voller Schatten, aber Hardy erschafft einfach keine unheimliche Stimmung. Vielmehr erschafft er gähnende Langeweile.

Zum größten Teil liegt das aber auch daran, dass einem die Charaktere – verzeiht mir den Ausdruck – komplett am Arsch vorbei gehen. Jeder gute Horror-Film braucht eine Figur, mit der man mitfiebert. Eine solche sucht man in „The Nun“ vergebens. Taissa Farmiga soll diese Identifikationsfigur sein. Wir sollen um sie Angst haben, aber sie bleibt blass und oberflächlich. Ich meine, man versteht nicht einmal wirklich, warum ausgerechnet sie für diesen Job ausgewählt wird. Das Gleich trifft auf Demian Bichirs Vater Burke zu und ganz schlimm wird es mit Jonas Bloquet, der den franko-kanadischen (und ja, diese Unterscheidung wird im Film noch sehr wichtig, fragt aber nicht warum) Bauern „Frenchie“ spielt. Die unnützeste Figur in diesem Film, die irgendwie nur dazu da ist, Schwester Irene ein paar Komplimente zu geben und unnütz zu sein!

Die Charaktere sind langweilig, der Grusel ist langweilig und absolut vorhersehbar und die Story ist total nebensächlich (was für jeden Film, egal welchen Genres, immer kein gutes Zeichen ist). Im Ernst, die große Entstehungsgeschichte des Dämons wird in der unkreativsten und ödesten Rückblende innerhalb von 2 Minuten erzählt. Und dabei soll dieser Dämon Valak doch später für das „Conjuring“-Universum noch so wichtig werden. Sein Prequel ist aber komplett in die Hose gegangen.

„The Nun“ ist uninspiriert und sterbenslangweilig. Die Darsteller haben nichts zu tun, weil die Story einfach nichts hergibt und das ganze tolle Setting ist komplett verschenkt! Diesen Film kann man sich sparen und hätte man sich auch für das „Conjuring“-Universum sparen können!

Wertung: 2 von 10 Punkten (Langeweile beginnt hier… Grusel bleibt vor der Tür)

2 Kommentare leave one →
  1. 3. Oktober 2018 13:36

    Ich kenne tatsächlich ein paar Seherinnen, die den Streifen mochten, aber ich gehe trotzdem nicht rein. Die Nonne sieht ja aus wie Marilyn Manson. Geht gar nicht :))

    • donpozuelo permalink*
      4. Oktober 2018 19:45

      Ich wäre echt mehrmals beinah eingeschlafen. Der Film ist wirklich sterbenslangweilig. Vielleicht mal was, wenn der im Free-TV läuft, definitiv nichts, wofür man Geld ausgeben sollte 😀

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