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Baby Angel

31. August 2018

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich nach nur zwei Staffeln dem Spin-Off fast schon ein wenig mehr abgewinnen kann als der Mutter-Serie. Hätte ich wirklich nicht für möglich gehalten – zumal ich so selten Fan von Spin-Offs bin (im Moment quäle ich mich ja regelrecht durch „Fear the Walking Dead“). Doch bei „Angel“ ist alles anders. Hätte Staffel 2 nicht diese merkwürdige Mittelalter-Fantasy-Welt-Folgen gehabt (ich liebe Deutsch, man kann einfach tausend Wörter aneinanderreihen und es ist immer noch ein Wort), wäre schon Staffel 2 ein frühes Highlight gewesen. Das musste jetzt warten bis Staffel 3. Wie schon gesagt, ich gucke es mittlerweile fast lieber als Buffy (obwohl Staffel 6 von „Buffy“ natürlich auch großartig war, doch ich konnte es immer kaum abwarten, was bei „Angel“ passiert – und da ist ja in Staffel 3 so einiges passiert).

Staffel 3 hat so unglaublich viel zu bieten, aber am krassesten ist wohl die Tatsache, dass Darla (Julie Benz) plötzlich schwanger ist – für Vampire ja eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aber ein Ding, an dem alle auf einmal brennend interessiert sind. Und so muss Angel (David Boreanaz) seiner Ex und seinem Kind helfen – denn ja, es ist sein Kind. Hilfe haben die drei auch mehr als nur nötig, denn ein asbachuralter Bekannter von Angel meldet sich zurück: Der Vampir-Jäger Holtz (Keith Szarabajka), dessen Familie durch Angelus ums Leben kam, ist durch einen Deal mit einem Dämon auf einmal wieder da und macht Jagd auf die Vampir-Familie.

VVF (Vampir-Vater-Freuden)

Das ist jetzt eigentlich nur so ein winziger Bruchteil von Staffel 3, denn der ganze Anfang der Staffel ist auch noch ein bisschen Wolfram & Hart plus den Aufbau von Fred (Amy Acker), die einen tollen Zuwachs zum Team abliefert – zumal sie die Liebe zum Wallen bringt, und zwar sowohl bei Gunn (J. August Richards) als auch bei Wesley (Alexis Denisof). Fand ich super und wird Amy Acker auch mehr als nur gerecht, sie ist die süßere Willow, wenn ich das mal so sagen darf 😉

Aber bleiben wir kurz noch bei Wesley. Wow… was sie in dieser Staffel aus ihm machen, habe ich so nicht erwartet. Auf der Suche nach Informationen zu Angels Baby stößt er auf brisante Texte… und naja, das führt zwangsläufig zur Spaltung der Gruppe. Ich will, auch wenn die Serie schon so alt ist, nicht zu viel verraten (denn Unwissende könnten immer noch diese großartige Serie sehen wollen), aber das war ein extrem guter Schachzug von Joss Whedon. So einen krassen Riss gab es nicht einmal wirklich bei „Buffy“ (wenn wir mal böse Zauber-Willow außen vorlassen). Das hat sich organisch und gut entwickelt – vor allem, weil man beide Seiten so gut versteht und am Ende eigentlich wirklich Mitleid mit Wesley hat, weil er doch nur das Richtige tun wollte. Fand ich spitze – gerade bei diesem Charakter, den ich noch in Staffel 1 zum Teufel gewünscht habe.

Staffel 3 macht wirklich einfach alles besser… auch story-technisch. So richtige Füller-Folgen gibt es so gut wie gar nicht (und selbst die sind super – ich erinnere mich gerne an die Ballett-Folge, die war wirklich super). Statt dessen wird eine lange Geschichte vor uns ausgebreitet, die dann im Finale sogar richtig abdreht. Darlas Schwangerschaft, die Geburt und die Tatsache, dass Holtz den Jungen dann entführt, ist schon extrem krass. Aber dass er dann als Teenager wiederkommt, Holtz als seinen Papa ansieht und Jagd auf Angel macht, ist glorreiches Kontrastprogramm. Eben durfte David Boreanaz noch Papa mit einem kleinen, süßen Baby spielen – und dann bumm… ein Aufenthalt in einer Höllendimension später wird der Sohn zum Jäger, der Papa töten will.

„Angel“ Staffel 3 entwickelt einfach alle Charaktere gut weiter… und steht jetzt wirklich endgültig auf eigenen Beinen. Mama „Buffy“ braucht in dieser Staffel tatsächlich keiner, da „Angel“ genug für sich zu tun hat. Deswegen fand ich es auch gut, dass es kein direktes Cross-Over gab, sondern eigentlich nur ein kurzer Telefon-Anruf und das war’s. Wie gesagt, mehr hat’s auch nicht gebraucht. Staffel 3 liefert Spannung pur in einer herrlich verrückten Story, die aber in dieser Welt viel Sinn ergibt und bei der man förmlich auf den Nägeln kaut, weil man wissen will, wie es weiter geht.

Ich weiß noch, wie mein bester Freund zu mir meinte, er mag „Angel“ mehr als „Buffy“ – und ich noch dachte, der spinnt doch. Spinnt doch nicht, mit Staffel 3 übertrifft sich Whedon ein wenig selbst und übertrumpft auch ein bisschen „Buffy“ (aber nur ein bisschen, denn „Buffy“ bleibt auch toll, aber „Angel“ wirkt in vielen Dingen sehr viel erwachsener – so, jetzt ist es raus 😉 ).

Wertung: 9 von 10 Punkten (Vampir-Baby macht ordentlich Ärger – und es ist spannende Unterhaltung)

2 Kommentare leave one →
  1. 31. August 2018 18:36

    Hatte ich dir solch eine Entwicklung nicht prophezeit? 😉

    Freut mich, dass es dir damit ähnlich geht! 🙂

    • donpozuelo permalink*
      31. August 2018 19:04

      Hast du… aber das es wirklich so extrem herausragend wird, habe ich – ehrlich gesagt – nicht erwartet. Hat mich wirklich sehr, sehr positiv überrascht, der Angel 😉

      Jetzt so in Staffel 4 ist es aber leider wieder etwas durchwachsen. Bin gespannt, wie sie die beenden.

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