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Vom Himmel in die Hölle

29. August 2018

Eigentlich dumm von mir, mich in „Buffy“ Staffel 5 zu fragen, wie die das wohl hinbekommen, dass es mit der Serie weitergehen kann. Spoiler-Alarm: Buffy stirbt ja am Ende der Staffel, um sich für ihre Schwester, die ja nicht wirklich ihre Schwester ist, zu opfern. Als Serienfinale hätte ich das echt doof gefunden, aber Joss Whedon bekam ja dann doch noch eine sechste Staffel geschenkt – und wow, diese Chance hat er wirklich genutzt und einfach mal die wohl emotionalste Staffel der Serie geschaffen – in der ja wirklich alle in tiefe Depression fallen.

Willow (Alyson Hannigan) erweckt Buffy (Sarah Michelle Gellar) dank Magie wieder zum Leben. Alle sind happy und glücklich – nur Buffy nicht, denn wie sie Spike (James Marsters) verrät, war sie nicht in der Hölle, wie ihre Freunde dachten, sondern im Himmel, ein Ort, wo sie glücklich war und sich keine Sorgen machen muss. Zurück auf der Erde, zurück in Sunnydale wird Buffy überhäuft mit Sorgen und Problemen: Ihre Mutter ist tot, sie muss sich um ihre Schwester Dawn (Michelle Trachtenberg) kümmern, ihre beste Freundin Willow wird zu einem Magie-Junkie, sie geht eine ungesunde Beziehung zu Spike ein, die ihr am Ende einiges abverlangt und zu allem Überfluss bekommt sie es noch dem dem Nerd-Trio Andrew (Tom Lenk), Jonathan (Danny Strong) und Warren (Adam Busch) zu tun, die sich zu Super-Bösewichten aufschwingen wollen.

Ganz ehrlich… nach dem Master in Staffel 1, dem bösen Angel in Staffel 2, dem Bürgermeister in Staffel 3, der Initiative und Adam in Staffel 4 und Glory in Staffel 5 dachte ich zuerst, dass das Nerd-Trio aus Warren (Adam Busch), Jonathan (Danny Strong) und Andrew (Tom Lenk) so ziemlich der dümmste Gegner für Buffy überhaupt ist. Ich konnte diese Typen in Mamas Keller mit Actionfiguren und anderem Quatsch einfach nicht ernst nehmen. Wenn die dann so alberne Waffen wie den Unsichtbarkeitsstrahler und den Eisstrahler bauen, hat man wirklich das Gefühl, das ist eine ziemlich missglückte Parodie auf Superschurken. Nach all den großen Schurken hielt ich das Trio für das Dümmste, was „Buffy“ je passieren konnte.

Doch die Scooby Gang hatte ja noch andere, viel wichtigere Probleme – und so konnte ich das Trio irgendwie immer verschmerzen, war doch alles andere so super spannend. Buffy, die verzweifelt versucht, mit dem Leben wieder klar zu kommen. Buffy, die neben ihrer Rolle als Slayer nun auch noch Mutter sein muss und weltliche Verantwortung übernehmen muss. Buffy, die sich in eine Liebschaft stürzt, die man wohl nur als selbstzerstörerisch bezeichnen kann. Aber all das war unglaublich spannend, weil es Joss Whedon damit selbst in Staffel 6 noch gelingt, dem ganzen Slayer-Dasein eine neue Note zu geben, ohne das sich jetzt einfach alles nur wiederholt und in Langeweile übergeht.

Dazu kommt dann noch Willow als Junkie – eine absurde, aber absolut geile Idee. Nach ihrem Ausbruch in Staffel 5 verwendet Willow immer mehr und mehr Magie. Sie geht sogar zu einem „Dealer“ und wird zum Magie-Junkie. Ich fand das verdammt cool gemacht, wobei „cool“ das falsche Wort ist, denn es war nicht „cool“. Sie verliert Tara (Amber Benson) dadurch, sie distanziert sich von ihren Freunden und ist einfach nicht mehr die Willow, die wir kennen. Sondern vielmehr ein Schatten ihrer Selbst.

Depri-Frau Nummer 3 ist dann noch Dawn, obwohl ihre kleine Kleptomanie-Phase recht schnell vorbei ist. Krisensicher scheint es da nur bei Xander (Nicholas Brendon) und Anya (Emma Caulfield) zuzugehen, die auf die große Hochzeit hinarbeiten. Doch selbst da haut Joss Whedon noch eins drauf – und ganz ehrlich, das ist für mich der einzige Negativ-Punkt der Staffel. Weil die ganze Anya-Xander-Geschichte hätte so nicht ausgehen müssen. Fand ich überflüssig und ein bisschen übertrieben.

Ihr werdet euch sicherlich schon fragen, warum das mein einziger Negativ-Punkt ist. Nun, das Nerd-Trio wird im Laufe der Staffel richtig unheimlich – und zu einer erschreckenden Bedrohung, die dann wiederum eine noch viel größere Bedrohung loslöst. Das war eine Wendung, die ich wirklich nicht habe kommen sehen. Das war ein Finale, dass es echt in sich hatte. Wow, das war heftig… überhaupt war die ganze Entwicklung des Trios verdammt heftig. Erst ermorden sie Warrens Ex, nachdem die aus ihrem Sexsklaven-Fluch aufwacht und dann… machen sie Willow zur bösesten Hexe überhaupt. Das war einfach nur krass. Aber eine erzählerisch tolle Wandlung, die Staffel 6 mit all ihren emotionalen Höhen und Tiefen (und natürlich der unglaublich tollen Musical-Folge) zu meiner neuen Lieblingsstaffel werden lässt (nach Staffel 2, denn über die ganze Angel-Buffy-Sache bin ich noch nicht hinweg 😉 )

Wertung: 9 von 10 Punkten (deprimierend ohne Ende, aber auch spannend bis zum Schluss)

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